Straßenbahnlinie bremst Forschung nicht aus

07.02.2017

Straßenbahnlinie bremst Forschung nicht aus

TU Darmstadt sieht ihre Interessen bei der Planung gewahrt

Der von der HEAG mobilo geplante Bau einer Straßenbahnlinie zum Campus Lichtwiese wird weder Forschungsaktivitäten in dem Quartier beeinträchtigen noch die bauliche Entwicklung der Universität bremsen. Das hat der TU-Baudezernent Edgar Dingeldein als Reaktion auf einen Bericht im Darmstädter Echo klargestellt. Auch der auf dem Campus Lichtwiese forschende Chemie-Professor Harald Kolmar sieht keine Versäumnisse in der Abstimmung der Trassenplanung mit den betroffenen TU-Wissenschaftlern.

scheinbar real. Bild: scheinbar real
Visualisierung: Die 1,3 Kilometer lange Strecke soll entlang des Lichtwiesenwegs führen. Bild: scheinbar real

Die beiden TU-Mitglieder reagieren damit auf einen Bericht im Darmstädter Echo. Die TU Darmstadt hat laut Baudezernent Edgar Dingeldein während der gesamten Planungsphase für den Neubau einer Straßenbahnlinie zum Campus Lichtwiese ihre Interessen deutlich machen und durchsetzen können. Während des Planfeststellungsverfahrens sei „in enger Abstimmung mit der TU“ der Trassenverlauf sorgfältig diskutiert und festgelegt worden. „Dabei wurden vielfältige Aspekte berücksichtigt – Interessen der Forschenden, Lehrenden und Studierenden, der Erhalt baulicher Entwicklungsmöglichkeiten, die Umsetzung unseres Nachhaltigkeitsprojekts der autofreien „Grünen Mitte“ am Hörsaal- und Medienzentrum und die Bedeutung der Lichtwiese insgesamt als Naherholungsraum“, so Dingeldein.

Auf dem Trassenabschnitt entlang des Altbaus des Fachbereichs Bau- und Umweltingenieurwissenschaften werde HEAG mobilo ein „Masse-Feder-Dämpfungssystem“ im Untergrund einbauen. „Damit ist eine maximale Schwingungsdämpfung möglich“, so Baudezernent Dingeldein. An der Südostseite des Bauingenieurgebäudes würden zudem Schallschutzfenster eingebaut. Dingeldein wies zugleich darauf hin, dass parallel die ohnehin notwendige Sanierung des Bauingenieur-Altbaus in enger Abstimmung mit dem Fachbereich vorangetrieben werde – mit dem Ziel, die Forschungslabore in einen weiteren Neubau zu verlagern. „Auch dies planen wir im Konsens mit dem Fachbereich“, so Dingeldein.

Harald Kolmar, Professor für Angewandte Biochemie, betonte in einer Stellungnahme gegenüber dem Darmstädter Echo, dass „die Bedürfnisse der TU-Wissenschaftler bei der Planung der Straßenbahn-Trasse sehr wohl berücksichtigt“ und TU-intern „sehr intensiv diskutiert und abgestimmt“ worden seien. „Ich bin selbst als Professor am Fachbereich Chemie auf der Lichtwiese betroffen und kann bestätigen, dass von jedem einzelnen Hochschullehrer im Trassenbereich die Anforderungen hinsichtlich Schwingungsarmut abgefragt wurden.“ Kolmar weiter: „Diese wurden auch bei der Planung der Trassenführung und der Planung neuer Gebäude berücksichtigt.“

Kolmar hob hervor, dass Präsidium, Verwaltung und TU-Wissenschaftler bei komplexen Projekten wechselseitig „einen vertrauensvollen Umgang“ pflegten und „angemessene und für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösungen“ fänden.

Fragen und Antworten

HEAG mobilo hat einen Frage- und Antwort-Katalog zur geplanten Lichtwiesenbahn zusammengestellt.

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