Sichtbarkeit durch Sprache

15.03.2017

Sichtbarkeit durch Sprache

Empfehlungen zur geschlechtergerechten Kommunikation

Mit dem neuen Sprachleitfaden, den die zentrale Gleichstellungsbeauftragte Uta Zybell jetzt veröffentlicht hat, gibt die TU Darmstadt Empfehlungen, Informationen und Formulierungshilfen für eine geschlechtergerechte Sprache und bietet eine Orientierung für mögliche Schreibweisen.

Schriftzug "Sprechen und Schreiben". Bild: Katrin Binner
Der Sprachleitfaden gibt Tipps zum geschlechtergerechten Formulieren. Bild: Katrin Binner

Student, Doktorand, Professor, Mitarbeiter, Kollege ‒ an wen denken Sie, wenn Sie diese Worte hören? Frauen seien ja „mitgemeint“. Diese Aussage ist bei Diskussionen über die Notwendigkeit einer geschlechtergerechten Sprache häufig zu hören.

„Mitgemeint“ waren Frauen jedoch lange Zeit ausdrücklich nicht. Bis um die Jahrhundertwende waren beispielsweise mit der Bezeichnung Parlamentarier, Wähler und Wissenschaftler nicht automatisch Parlamentarierinnen, Wählerinnen und Wissenschaftlerinnen gemeint. Vielmehr symbolisierte die Verwendung der männlichen Bezeichnungen lange Zeit den Ausschluss von Frauen aus vielen Lebensbereichen.

Die Verwendung der männlichen Personenbezeichnung im täglichen Sprachgebrauch wird teilweise noch immer als neutral und normal angesehen. Die Partizipation von Frauen am öffentlichen Leben und im Berufsleben wird heutzutage als selbstverständlich wahrgenommen, die Notwendigkeit ihrer expliziten sprachlichen Sichtbarmachung und Benennung wird aber infrage gestellt.

Geschlechtergerechte Sprache zeigt, wer angesprochen wird. Sie bildet nicht nur Realitäten ab, sondern bestimmt auch unser Denken und Bewusstsein. Sprache befindet sich in einem fortlaufenden Wandel, insofern ist die Verwendung einer geschlechtergerechten Sprache eine kontinuierliche Weiterentwicklung und kein Bruch. Die Anwendung geschlechtergerechter Sprache ist ein Bewusstseinswandel, der schnell zur Gewohnheit wird. „Ich möchte Studierende und Beschäftigte ermutigen, sich kreativ mit geschlechtergerechter Sprache auseinanderzusetzen und so zu einem wertschätzenden Miteinander beizutragen“ sagt die zentrale Gleichstellungsbeauftragte der TU Darmstadt, Dr. Uta Zybell.

Der nun erschienene Sprachleitfaden gibt Empfehlungen und Tipps für gendergerechte Formulierungen.

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