Opfer von Stalking sind über einen längeren Zeitraum wiederholt extremen Formen von Belästigung aus gesetzt, die sich manchmal zur Bedrohung steigern, zunehmend aggressiver und gewalttätiger werden und schlimmstenfalls mit erheblichen Verletzungen oder gar mit der Tötung des Opfers enden.
Häufig beginnen die lästigen Übergriffe mit massenhaften unerwünschten Mails oder SMS, Auflauern und Verfolgen der Stalkingopfer. Stalker sind manchmal abgewiesene Verehrer oder Expartner, die sich mit der Zurückweisung oder der Trennung nicht abfinden.
Permanenter psychischer Terror zermürbt die Opfer und kann bei den Betroffenen zu massiven psychischen und physischen Beeinträchtigungen führen. Mitglieder der TU, die Stalkingopfer geworden sind, berichten in der Beratung von erheblichen gesundheitlichen Problemen, wie Schlafstörungen, Depressionen und Panikattacken, wodurch auch ihre Arbeitsfähigkeit stark eingeschränkt wird. Erklärtes Ziel der TU ist eine sichere und gewaltfreie TU; dafür sind alle Mitglieder der TU gleichermaßen verantwortlich. Jeder Einzelne ist aufgefordert, allen Formen von Bedrohung an der TU entgegenzutreten – seien es massive Belästigungen, Drohgebärden, Tragen von Waffen, Psychoterror, Gewaltausbrüche oder sexuelle Übergriffe. Aggressives Verhalten vergiftet das Klima am Arbeitsplatz und im Studium, schürt Ängste und zerstört eine gute Arbeitsatmosphäre.
In der Sozial- und Konfliktberatung werden Opfer von Bedrohung, Gewalt und Stalkingattacken an der TU Darmstadt beraten, wie sie sich gegen grenzverletzende Angriffe zur Wehr setzen können. In enger Kooperation mit Dr. Jens Hoffmann vom Institut für Psychologie der TU können gemeinsam Strategien entwickelt werden, wie dem Belästiger oder Angreifer wirkungsvoll zu begegnen ist.
In Fällen mit disziplinarischer Relevanz wird auch die Rechtsabteilung des Personaldezernats eingeschaltet. Opfer von Stalking und Bedrohung sollten rasch einen Beratungstermin vereinbaren, um möglichst frühzeitig eindeutige Grenzen zu ziehen. Die eingehende persönliche Beratung kann dazu beitragen, dass Bedrohungsopfer ihre Souveränität wiedererlangen, besser mit Angst und Misstrauen umgehen können und sich wieder zutrauen, Angreifer zurückzuweisen. In manchen Fällen ist auch die Vermittlung in geeignete Fachberatungsstellen, Psychotherapie oder medizinische Rehabilitation hilfreich.