Der August-Euler-Flugplatz ist nicht nur ein Ort der Forschung für die Biologen der TU Darmstadt oder, wie man meinen könnte, in der Luftfahrttechnik. Insgesamt forschen mehr als ein Dutzend Fachgebiete und Institute auf dem Flugfeld bei Griesheim. Sie testen zum Beispiel Fahrerassistenzsysteme, die sehr früh Hindernisse erkennen, dem Fahrer akustische Signale geben, das Fahrzeug abbremsen und vor dem Hindernis ausweichen lassen. In Versuchsreihen wird untersucht, wie die Sicherheitssysteme arbeiten müssen, damit die Autofahrer sie akzeptieren. Die Erkenntnisse werden für ein System genutzt, das den Fahrer beobachtet und ihn warnt, sobald seine Aufmerksamkeit nachlässt.
Die Bewegungsfreiheit auf dem Flugplatz nutzen auch die Geodäten der TU Darmstadt zur Entwicklung neuer Anwendungen von Satellitennavigationssystemen. Die Forscher erfassen mit einem Laserradar die Umgebung eines Messfarzeugs.
Die autobahnähnliche Beschaffenheit der Startbahn wiederum nutzen die TU-Ingenieure dazu, den Lärm, den die Fahrzeuge auf der Piste verursachen, zu messen, mit dem Ziel, den Lärm mithilfe aktiver Bauteile zu unterdrücken.
Auch nachts wird auf dem Euler-Flugfeld geforscht: Die Lichttechniker arbeiten an neu entwickelten LED-Rückleuchten. Im Feldversuch werden die neuartigen Frontscheinwerfer getestet und bestimmt wie stark sie blenden.
Der August-Euler-Flugplatz wird von TU-Forschern natürlich auch zum Fliegen genutzt. Das Fachgebiet Strömungslehre und Aerodynamik betreibt auf dem Gelände mit zwei Motorseglern vom Typ Grob G109b Forschungs- und Lehraktivitäten. Beide Flugzeuge sind gegenüber dem Serienstand modifiziert, um die speziellen Anforderungen im Messbetrieb und bei Praktikumsflügen erfüllen zu können.
Bei den Forschungsflügen wird untersucht, wie sich verschiedene Einflussfaktoren unter realen atmosphärischen Bedingungen auf die Umströmung des Flugzeugs auswirken, die im TU-Windkanal oder in numerischen Strömungssimulationen nicht oder nur unzureichend simuliert werden können. Mit Hilfe der Messergebnisse wollen die Wissenschaftler neue Tragflächenprofile entwickeln, die gegen Luftturbulenzen immun sind, sodass der Luftstrom ungestört bleibt und der Energieverbrauch bzw. Kraftstoffverbrauch sinkt.
Neben den Forschungsaktivitäten finden auch zahlreiche Lehraktivitäten auf dem August-Euler-Flugplatz in Form von Bachelor- und Masterarbeiten an den Forschungsprojekten und in Form von studentischen Praktika statt. So können beispielsweise Studierende, die die Vorlesungen „Aerodynamik 1“ des Fachgebiets Strömungslehre und Aerodynamik oder die Vorlesung „Flugmechanik“ des Fachgebiets Flugsysteme und Regeelungstechnik besuchen, auf dem August-Euler-Flugplatz ihr theoretisches Wissen praktisch umsetzen.
Für die gemeinsame, koordinierte Nutzung des Forschungsfreigeländes haben sich die dort forschenden Fachgebiete zusammen mit dem für den Flugplatz verantwortlichen Dezernat IV eine Nutzungsordnung gegeben.
| FB 1 | Unternehmensführung und Logistik (Prof. Pfohl); Ausrichter der Verleihung des August-Euler-Luftfahrtpreises |
| FB 10 | Biologie, Botanik (Prof. Schwabe-Kratochwil) |
| FB 11 | |
| FB 13 | |
| FB 16 | |
| FB 18 | |
| Akaflieg | Die Akaflieg nutzt den August-Euler-Flugplatzes als eigenständiger Verein. |