Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung (1992)

Die Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung (Englisch: United Nations Conference on Environment and Development, UNCED) fand vom 3. bis 14. Juni 1992 in Rio de Janeiro statt – also genau 20 Jahre nach der ersten weltweiten Umweltkonferenz in Stockholm. „Rio 1992“ ist als „Erdgipfel“ berühmt geworden, unter anderem deshalb, weil Rio als wohl größtes diplomatisches Ereignis des 20. Jahrhunderts einzuschätzen ist: Unter den insgesamt rund 17.000 Teilnehmern waren unter anderem Regierungsvertreter aus 178 Staaten, rund 500 nicht-staatliche Organisationen, mehr als 8.000 Journalisten und mehrere tausend Forumsteilnehmer.

Ziel der über Jahre vorbereiteten Konferenz war, die im Brundtland-Bericht erhobenen Forderungen und Vorschläge nun auch in international verbindliche Verträge und Konventionen umzusetzen und die Weichen für eine globale „Nachhaltige Entwicklung“ (englisch: sustainable development) zu stellen. Dieses Leitbild sollte künftig die globalen Ökosysteme entlasten. Es entwickelte sich aus der Erkenntnis, dass Umweltprobleme und soziale Fragen nicht isoliert voneinander betrachtet werden können. Somit wurden erstmals nicht allein umweltpolitische Probleme, sondern diese im Zusammenhang mit globalen Entwicklungsproblemen auf internationaler Ebene diskutiert. Sowie auch der Anspruch der Entwicklungsländer auf wirtschaftliche Entwicklung, die zunächst einmal stärkere Umweltbelastungen erwarten ließ. Entsprechend verpflichteten sich die Industrieländer, bisherige Hauptverursacher ökologischer Probleme, für die in Rio vereinbarten Ziele besondere Verantwortung zu übernehmen.

Die wichtigsten Ergebnisse der Rio-Konferenz waren fünf Werke:

  • Agenda 21
  • Deklaration von Rio über Umwelt und Entwicklung
  • Walddeklaration
  • Klimaschutz-Konvention
  • Artenschutz-Konvention

Auf der Rio-Konferenz wurde zudem die Kommission für nachhaltige Entwicklung (englisch: commission on sustainable development) ins Leben gerufen. Deren wichtigste Aufgabe ist es, die nationale und internationale Umsetzung der Rio-Beschlüsse, insbesondere der Agenda 21, zu überwachen.