Definition Nachhaltigkeit

Was ist Nachhaltigkeit?

Die Ressourcen werden knapp und damit wertvoller. Das ist keine Neuigkeit. Nicht zuletzt deshalb ist „Nachhaltigkeit“ ein geradezu inflationär gebrauchtes Modewort geworden: ob in politischen Reden, in den Medien oder in öffentlichen Diskussionen, ja sogar am Stammtisch. Beschrieben werden damit dauerhafte Entwicklungen. Das greift jedoch zu kurz. Aber was ist Nachhaltigkeit dann?

Soweit der Konsens: Spätestens seit dem Brundtland-Bericht aus dem Jahr 1987 wird Nachhaltigkeit verstanden als „Entwicklung, die die Bedürfnisse heutiger Generationen befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre Bedürfnisse nicht befriedigen können“. Das heißt, Nachhaltigkeit ist als Leitbild für eine gerechte gesellschaftliche Entwicklung zu sehen.

Das betrifft nicht nur den verantwortlichen Umgang mit Rohstoffen aus der Natur und die Erhaltung von Ressourcen bzw. ihrer möglichst kompletten Rückführung und Wiederverwertung und damit der Minimierung von Abfällen, Abgasen und sonstigen Emissionen. Auch wenn der Terminus Nachhaltigkeit ursprünglich aus der Ökologie, genauer aus der Forstwirtschaft stammt, wo es schon im 18. Jahrhundert hieß: „Schlage nur soviel Holz, wie nachwachsen kann!“

Nachhaltigkeit kann nicht isoliert ökologisch betrachtet werden, sondern hängt immer gleichzeitig mit sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen und Fragen zusammen. Dieser umfassende Begriff von Nachhaltigkeit wurde erstmals auf der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung im Jahr 1992 formuliert.

Grafik: Heiko Hofmann
Grafik: Heiko Hofmann

Aus diesem Grund spricht man auch vom Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit, das die genannten drei Komponenten immer gleichberechtigt berücksichtigt:

Nachhaltig denken und handeln ist aktueller denn je

Nachhaltigkeit als übergeordnete Leitlinie für alle Bereiche zu formulieren, auch im Sozialen und Ökonomischen, wird immer populärer. Das zeigt sich auch an den verschiedenen Themenfeldern der Nachhaltigkeitsstrategie, die auf der Nachhaltigkeitskonferenz des Landes Hessen im Oktober 2008 herausgearbeitet wurden: Dazu gehören neben dem erwartungsgemäßen Arbeitsfeld „Klimawandel und zukunftsfähige Energien“ beispielsweise auch die Bereiche „Bildung, Wissenschaft, Integration und Demographie“ und „Zukunftsfähige Arbeit und Beschäftigung“.

Dass die Bereiche Ökonomie und Soziales so einen hohen Stellenwert für Nachhaltigkeit haben, ist leicht nachvollziehbar: Arbeitskraft, Wissen, Erfahrung, Motivation, Zufriedenheit und Gesundheit der Mitarbeiter beispielsweise – sind stets nicht nur zentrale persönliche Werte, sondern immer auch wirtschaftliches Kapital eines Unternehmens. Sie sind wichtige Ressourcen, mit denen man verantwortungsvoll umgehen muss.

Familienfreundlichkeit und flexible Arbeitszeiten, Arbeitsschutz und ein umfassendes Gesundheitsmanagement, das auch die Psyche der Mitarbeiter einbezieht, gute Teamarbeit und Kommunikation, Motivation der Mitarbeiter durch Eigenverantwortung und Vermehrung des Wissens durch Personalentwicklung sind grundlegende Bedingungen für fortlaufend erfolgreiches Arbeiten. Das gilt natürlich auch an Universitäten.

Aus wirtschaftlicher Sicht lautet das Schlagwort natürlich stets: Kostenbewusstsein. Wer aber nachhaltig wirtschaften will, muss sich nicht nur fragen: Was ist effizient – also kostet möglichst wenig? Sondern auch: Was ist suffizient – ist also wirklich notwendig zu tun?

Die zentrale Frage muss also immer lauten: Was ist auf lange Sicht aus jeder Perspektive am besten, um zu gewährleisten, dass auch künftige Generationen von unseren heutigen Entscheidungen profitieren oder zumindest keinen Schaden nehmen?

Nachhaltigkeit versteht sich also als übergeordnetes Prinzip, das einen verantwortungsvollen Umgang mit allen Ressourcen fordert – egal ob wirtschaftlich, sozial oder ökologisch. Doch um dieses Prinzip fest im privaten wie im öffentlichen Leben zu verankern, ist ein Umdenken gefordert sowie das ständige Hinterfragen eingefahrener Handlungsweisen.