Verbraucher, Unternehmen und Behörden verlangen Nachweise über die Herkunft von Holzprodukten und fordern immer stärker einen verantwortungsbewussten Umgang mit den Waldbeständen. Zertifizierungssysteme mit international einheitlichen Standards zur Waldbewirtschaftung ermöglichen die Kennzeichnung von Holzprodukten aus nachhaltiger Forstwirtschaft und liefern zuverlässige Gütesiegel für Forstbetriebe und Produkte.
Auch die Waldfläche der TU – rund 24 Hektar groß – wird nach zwei international anerkannten Labels für nachhaltige Waldbewirtschaftung zertifiziert. Diese berücksichtigen sowohl ökonomische, ökologische als auch soziale Aspekte.
International sind zwei Zertifizierungssysteme verbreitet – nach beiden Systeme hat sich die TU Darmstadt zertifizieren lassen. Es gibt das “Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes” (PEFC). Dieses dient als Dachorganisation für verschiedene nationale Zertifikationssysteme. Daneben gibt es das “Forest Sterwardship Council” (FSC) als internationales Siegel mit nationalen Arbeitsgruppen.
Eine Gegenüberstellung der Ausrichtung, Inhalte und Verfahrensweisen beider Zertifizierungssysteme verdeutlicht, warum es sinnvoll ist, sich um beide Zertifizierungen zu bemühen.
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| Der PEFC wurde 1999 in Paris von elf nationalen PEFC-Körperschaften gegründet. PEFC hat 33 nationale Organisationen weltweit und ist damit die größte Dachorganisation für Waldzertifizierung. Die Kriterien für PEFC wurden nach den Entscheidungen der Ministerkonferenzen zum Schutz der Wälder in Europa (Helsinki 1993/Lissabon 1998) von 37 beteiligten Nationen entwickelt. | Der FSC wurde 1993 in Toronto (Kanada) gegründet, als Reaktion auf den UN-Gipfel in Rio de Janeiro. Beteiligt waren Waldeigner, indigene Völker, Umweltgruppen und sozialen Verbände sowie Vertreter aus der Holzindustrie aus 25 Ländern. Sie erstellten für alle Mitglieder verbindliche Prinzipien und Kriterien für eine verantwortungsbewusste Waldbewirtschaftung entsprechend der Empfehlungen von Rio. |
| Ziel von PEFC ist die Dokumentation, Verbesserung und Förderung der nachhaltigen Waldbewirtschaftung nach gleichsam ökonomischen, ökologischen sowie sozialen Standards. Die Waldzertifizierung bietet darüber hinaus ein hervorragendes Marketinginstrument für den nachwachsenden Rohstoff Holz, das zur Verbesserung des Images der Forstwirtschaft und ihrer Marktpartner beiträgt. Damit eine PEFC-Waldzertifizierung erfolgreich ist, müssen alle weiterverarbeitenden Betriebe, die in der Produktkette (Chain of Custody, kurz: CoC) eine Rolle spielen, daran mitarbeiten, dass das Holz mit PEFC-Zertifikat den Endverbraucher auch erreicht. Deshalb ist auch eine Zertifizierung der holzwirtschaftlichen Betriebe in der Produktkette notwendig. Ein gültiges Zertifikat ist die Voraussetzung für die Verwendung des PEFC-Logos. | Ziel des FSC ist “Förderung einer umweltverantwortlichen, sozial verträglichen und ökonomisch tragfähigen Bewirtschaftung der WÄlder der Erde”. Der Wald als Lebensraum verschiedener Tier- und Pflanzenarten sowie als Lebensgrundlage indigener Völker muss ebenso bewahrt werden, wie die wirtschaftlichen und sozialen Interessen bei der Waldnutzung Berücksichtigung finden müssen. Der FSC schafft Bedinungen, die es der Holz- und Holz verarbeitenden Industrie ermöglichen, ihre Arbeit langfristig fortzuführen. Die Produktkette (Chain of Custody, kurz: CoC) ist Teil der Nachhaltigkeitsidee des FSC. Produkte mit FSC-Siegel gewährleisten, dass alle Betriebe in der Produktkette (von der Rohstoffgewinnung bis zum Hersteller) zertifiziert sind. |
| Der PEFC ist eine Organisation ohne finanzielle Interessen. Die höchste Vertretung von PEFC Deutschland ist der Deutsche Forst-Zertifizierungsrat. Er hat 18 Mitglieder. Davon sind neun Waldbestizer. Die anderen neuen Sitze im Rat verteilen sich auf Vertreter der Holz- und Papierindustrie, Gewerkschaften, Vertriebsunternehmen, Umweltverbände, Verbraucherorganisationen und andere Interessengruppen. Umweltverbände und soziale Gruppen haben vier Sitze. | Der FSC ist eine unabhängige Mitgliederorganisation ohne finanzielle Interessen, der alle Interessen gleichermaßen zu berücksichtigen sucht. Um dies sicherzustellen, hat der FSC ein 3-Kammer-System festgelegt, in dem Umwelt-, Wirtschafts- und Sozialinteressen mit jeweils gleichem Stimmrecht vertreten sind. Dieses System wird in allen Gremien, ganz gleich ob auf nationaler oder internationaler Eben angewendet. Mitglieder – egal ob Einzelpersonen oder Vertreter von Organisationen – werden entsprechend ihrem Hintergrund einer der Kammern zugeordnet (z. B. ein Vertreter der Holzindustrie der Wirtschaftskammer). |
| Der PEFC vergibt Zertifikate an Regionen. Die Nachhaltigkeit der Waldbewirtschaftung wird auf regionaler Ebene kontrolliert, da Nachhaltigkeitsweiser wie Biodiversität auf einzelbetrieblicher Ebene nicht überprüfbar sind. Innerhalb einer Region bilden Interessengruppen eine regionale Arbeitsgruppe, die vorhandene Daten der Betriebe dokumentiert und kontrolliert. Zu den Aufgaben der AG gehört die Erstellung eines regionalen Waldberichtes. Nach dessen Fertigstellung überprüft eine unabhängige Zertifizierungsstelle die Konformität mit den Anforderungen des PEFC. | Der FSC steht für eine Zertifizierung von Einzelbetrieben oder Gruppen von Forstbetrieben, die sich zusammengeschlossen haben. Die Betriebe werden einzeln und jährlich durch einen unabhängigen Zertifizierer in einem Audit vor Ort überprüft, ob sie die ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Standards nach FSC einhalten. Durch den einzelbetrieblichen Ansatz findet eine klare Verantwortungszuweisung an den Waldbewirtschafter statt. Der Zertifikatshalter erhält einen Bericht, der seine forstwirtschaflichen Tätigkeiten nach den FSC-Kriterien konkret bewertet. |
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Mit einer freiwilligen Selbstverpflichtungserklärung erhält der Antragssteller eine PEFC-Urkunde, die seine Zertifizierung belegt. Der Waldeigentümer verpflichtet sich dadurch, Zugang zu allen Waldflächen zu gewähren und alle Informationen über diese bereitzustellen. Die Einhaltung der Standards wird stichprobenartig bei Vor-Ort-Audits durch eine unabhängige Gesellschaft geprüft. Die stichprobenartige, jährliche Prüfung umfasst stets einen repräsentativen Teil der innerhalb einer Region teilnehmenden Betriebe. | Vor einer erstmaligen Zertifizierung nimmt ein unabhängiger Zertifizierer ein vorherige Vor-Ort-Prüfung des jeweiligen Betriebs vor. Nach einer erfolgten Zertifizierung finden jährliche Vor-Ort-Audits in jedem Forstbetrieb statt, um zu überprüfen, dass die FSC-Standards eingehalten werden. Die Einhaltung der Standards innerhalb einer Gruppe wird durch einen Gruppenvertreter mit Hilfe eines internen Monitoringsystems sichergestellt. |
| Eine eigenständige Akkreditierung für das PEFC-Verfahren ist nicht vorhanden. Die vom PEFC bevollmächtigten Akkreditierer müssen jedoch internationale ISO-Standards erfüllen. Um dies sicherzustellen, müssen die Zertifizierer des PEFC bei einer nationalen Akkreditierungsstelle nach internationalen Normen für Produktzertifizierung akkreditiert sein. Eine systematische eigene Kontrolle, ob die Zertifizierer das PEFC-Verfahren vor Ort korrekt umsetzen, findet nicht statt. | Der FSC akkreditiert Zertifizierungsorganisationen auf Grundlage eines Regelwerks. Die Akkreditierung erfolgt nach einer Überprüfung des Zertifizierers und einer Teilnahme an einem Vor-Audit eines zu zertifizienden Betriebs. Der FSC überprüft seine akkreditierten Zertifizierer jährlich darauf, dass sie den internationalen ISO-Anforderungen entsprechend arbeiten bzw. im Sinne des FSC Prüfungen vornehmen. |
| Weltweit werden 200 Millionen Hektar Waldfläche nach dem PEFC-Standard bewirtschaftet. In Deutschland sind es 7,2 Millionen Hektar (Stand 2009). | Mehr als 113 Millionen Hektar Wald werden nach den Prinzipien und Kriterien des FSC weltweit bewirtschaftet. In Deutschland sind rund 480.000 Hektar (Stand Mai 2009) Wald nach FSC-Kriterien zertifiziert. |
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