Blick auf die TU-Lichtwiese. Zur Orientierung: Im Bildbereich links unten sind die Nieder-Ramstädter Straße und das Böllenfalltorstadion zu erkennen. Grafik: Dezernat V
Gebäude und Labore, Stühle und Tische, Computer und Bücher… dass derartige Dinge zu einer Universität gehören, ist keine Frage. Dass eine Universität auch über Wald verfügt, ist schon eher ungewöhnlich. In der Tat aber gehören der TU Darmstadt rund 24 Hektar Waldgebiet. Der größte Teil davon findet sich rund um das Gelände der Lichtwiese (siehe im Bild rechts). Bewirtschaftet werden die TU-Waldflächen durch den Hessen-Forst.
Nach einer Erhebung durch das Hessische Forstamt Darmstadt bestehen diese Gebiete zum größten Teil (94 Prozent) aus Buchen und anderen Laubbäumen (außer Eichen) und zu vier Prozent aus Kiefern. Die verbleibenden zwei Prozent verteilen sich auf andere Holzartengruppen wie Eichen, Fichten und Tannen. Die vorhandenen Bäume sind zum größten Teil Bestände im Alter zwischen 20 und 40 Jahren.
Die Infrastruktur auf den gesamten Waldflächen der TU Darmstadt ist gut ausgebaut, so dass der TU-Wald zu sportlichen Aktivitäten wie Klettern im Kletterwald, zum Spazieren, Joggen, Verweilen – kurzum zur Erholung – einlädt. Auch der Waldkindergarten ist in das Waldgebiet eingegliedert.
Das soll auch künftig der Fall sein. Deshalb hat die TU sich als Zielvorgabe für die Bewirtschaftung der Flächen gesetzt, die vorhandenen Infrastrukturangebote weiter zu fördern und auszubauen sowie die jungen Waldbestände zu pflegen.
Nachhaltigkeit – Standard für unsere Forstwirtschaft
Wälder sind ein wichtiger Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz, und Wälder sind wirtschaftliches und soziales Kapital. Mit dieser wertvollen Ressource muss verantwortungsvoll und schonend umgegangen werden. Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit – ohnehin ein Begriff der ursprünglich aus der Forstwirtschaft stammt.
An einer Universität, die sich Nachhaltigkeit als Leitprinzip für den täglichen Betrieb und in vielen Forschungsbereichen setzt, müssen die Waldflächen konsequenterweise erst recht nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit bewirtschaftet werden.
Um sich zu diesem Ziel mit Nachdruck zu bekennen, hat die TU Darmstadt
- eine Selbstverpflichtungserklärung des PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) unterzeichnet. Seit 30. Oktober 2009 ist sie demnach nach PEFC zertifziert. Mit der Selbstverpflichtungserklärung dokumentiert die TU Darmstadt, dass sie sich an die PEFC-Standards halten wird sowie Überprüfungen dem Gutachter der Zertifizierungsstelle Zugang zu den Waldflächen und allen Informationen darüber gewährt. Die Dokumentation und Weitergabe der Daten erfolgt an die zentrale Zertifizierungsstelle, die die Einhaltung der Standards überwacht und Abweichungen bis hin zum Entzug des Zertifikats sanktioniert. Die Bewirtschaftung der Waldflächen nach PEFC-Standards erfolgt durch das Forstamt Darmstadt.
- Darüber hinaus hat die TU Darmstadt sich nach den Standards des FSC (Forest Stewardship Council) zertifizieren lassen. Aus diesem Grund hat es im Dezember 2009 ein Voraudit als Voraussetzung zur Aufnahme in das Programm gegeben. Im Rahmen der Zertifizierung hat sich die TU mit anderen Waldbesitzern zu einer Gruppe zusammengeschlossen. Die Vertretung der Gruppe wird durch das Betreuungsforstamt Dieburg, Hessen-Forst übernommen. Die Waldfläche wird insgesamt nach den FSC-Standards zertifiziert, die Mitglieder der Gruppe teilen sich die Kosten. Zur Kontrolle, ob die FSC-Prinzipien eingehalten werden, prüft der FSC die einzelnen Forstbetriebe nicht selbst, sondern bevollmächtigt hierfür unabhängige Zertifizierungsorganisationen (im Falle der TU Darmstadt ist dies die GFA Consulting Group GmbH). Wird die Waldbewirtschaftung regelkonform betrieben, erhalten die Waldbesitzer dafür ein Zertifikat. Der FSC wiederum prüft einmal pro Jahr die Zertifizierungsorganisationen darauf, ob sie die Arbeit im Sinne des FSC ausführen. Mit dem Konzept der Gruppenzertifizierung können Eigentümer kleinerer Waldflächen das FSC-Zertifikat kostengünstig und unbürokratisch erwerben.