Einen guten Job zu finden ist schwierig. Der Wiedereinstieg in das Berufsleben ist es nicht minder. Das wissen vor allem Frauen, die zum Beispiel nach ihrer Elternzeit in ihren alten oder einen ähnlichen Beruf zurückkehren wollen. Einerseits möchten sie sich nicht unter Wert verkaufen, aber nach ein oder mehr Jahren Pause ist da auch die Angst, den Anforderungen der Berufswelt nicht mehr zu genügen. So manche(r) scheut da den Sprung ins kalte Wasser.
Brücken, explizit für Berufsrückkehrerinnen, baut „sefo femkom – das Frauenkompetenzzentrum Darmstadt“. Die Organisation kooperiert mit Unternehmen und Einrichtungen in Darmstadt, seit mehr als zehn Jahren auch mit der TU Darmstadt. Sefo femkom bietet Weiterbildungen im kaufmännischen Berufsfeld an, wie Rita Bender vom Frauenkompetenzzentrum erklärt. Inhalt der Kurse sind der Umgang mit EDV-Anwendungen, Buchhaltung oder etwa Kommunikationsthemen wie Konfliktmanagement. Eingebunden in jeden der Kurse sind mehrwöchige Praktika, welche die Teilnehmerinnen auch an der TU Darmstadt absolvieren können. „Das hilft den Frauen ihre Kompetenzen zu überprüfen sowie ob das Berufsfeld, das sie anstreben, zu ihnen passt“, erklärt Rita Bender.
„Zudem können die Berufsrückkehrerinnen durch die Praktika Kontakt zu potenziellen Arbeitgebern knüpfen“, ergänzt die Frauenbeauftragte der TU Darmstadt, Dr. Uta Zybell. Über die TU-Frauenbeauftragte und die sefo femkom läuft die Vermittlung der Praktikumsplätze. Dr. Uta Zybell stellt für das Frauenkompetenzzentrum die Kontakte zu Dezernaten und Fachbereichen her, in denen die Frauen Praktika in unterschiedlichen Feldern der Sachbearbeitung und des Büromanagements machen können. „Dabei versuchen wir – sofern es geht – nach den Interessen der Bewerberinnen zu gehen und an entsprechender Stelle einen Platz zu organisieren“, so die Frauenbeauftragte. „Wer sich für Sprachen interessiert, ist beispielsweise im Sprachenzentrum gut aufgehoben.“
Bislang sind auf diesem Weg mehr als 30 Bewerberinnen in Praktika an der TU Darmstadt vermittelt worden. Einige Frauen wurden im Anschluss an ihre Weiterbildung in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen. Schließlich handelt es sich bei den Bewerberinnen um „qualifizierte Fachfrauen mit Berufserfahrung“, erklärt Rita Bender als Ansporn für die Arbeitgeberseite, Praktikumsplätze für die sefo femkom-Bewerberinnen anzubieten. „Sie haben vorher in ähnlichen Berufen gearbeitet und bringen Know-How mit.“
Erstrebenswert wäre deshalb, dass noch mehr Abteilungen und Institute der TU Darmstadt als bei diesem Projekt kooperieren und Bewerberinnen aufnehmen, denn an „Praktika im wissenschaftlichen Betrieb besteht ein massives Interesse“, so Bender, „und die TU Darmstdt schneidet immer sehr gut ab in den Beurteilungen der Praktikantinnen.“
Welche Erfahrungen die Frauen an der TU Darmstadt machen und mit welchen Eindrücken sie die Universität verlassen, darüber gibt beispielhaft ein Erfahrungsbericht Aufschluss. Weiter