Der Betrieb an einer Universität ist mit tausenden Wegen verbunden. Studenten, Lehrende, Angestelltem und Gäste pendeln zwischen Räumen, Gebäuden oder vom Campus Stadtmitte zur Lichtwiese und umgekehrt. Viele Strecken legen sie zu Fuß oder mit dem Öffentlichen Personennahverkehr zurück. Einige fahren Rad – doch viele nutzen, selbst auf Kurzstrecken, ihr Auto. Dabei ist der Parkraum knapp.
Das hat Folgen: Aus Platznot abgestellte Pkw beeinträchtigen an vielen Orten der TU Darmstadt den Verkehr oder blockieren sogar Feuerwehrzufahrten, Busrouten, Eingänge und Grünflächen. Dennoch ist Busfahren für manche keine Alternative, denn zu Stoßzeiten ist etwa die Buslinie K oft brechend voll.
In Anbetracht der steigenden Studierendenzahlen ist damit zu rechnen, dass sich die angespannte Lage künftig weiter verschärft. Eine Lösung muss her.
Angesichts dieser Probleme hat die TU Darmstadt ein „Integriertes Mobilitätsmanagement“ eingeführt. Der Begriff bezeichnet den Versuch, größtmögliche Mobilität – Beweglichkeit der Menschen – zu schaffen und gleichzeitig die Belastungen des dadurch entstehenden Verkehrs zu minimieren. Das Management beruht nicht nur auf strukturierter Planung, Organisation und Koordination von geeigneten Maßnahmen, sondern bezieht auch Information, Kommunikation und Marketing mit ein.
Eines der Ziele eines Mobilitätsmanagements ist es, jeden Verkehrsteilnehmer zum Überdenken seines eigenen Verhaltens anzuhalten und zur Nutzung umweltfreundlicher, nachhaltiger Verkehrsmittel zu anzuregen. In diesem Sinne heißt es in einer Erklärung des Umweltbundesamtes (2001): Dem Verkehrsteilnehmer soll „ein breitgefächertes Angebotsspektrum alternativer Beförderungsgelegenheiten einschließlich der notwendigen Informationen darüber“ bereitgestellt werden, das es ihm erleichtern soll, „sich von Fall zu Fall für oder wider die Benutzung des eigenen Autos zu entscheiden“. (FGSV 1995, S. 6).
Genau diese Fragestellungen – und vor allem für die TU Darmstadt geeignete konkrete Lösungen– bewegen die TU Darmstadt im Rahmen ihres integrierten Mobilitätsmanagements. Die TU Darmstadt hat sich zum Ziel gesetzt, die Mobilität aller Universitätsangehörigen nachhaltig zu sichern und weiterzuentwickeln. Nachhaltig bedeutet in diesem Zusammenhang, Angebote zu machen, die unerwünschte Verkehrsfolgen wie CO2-Emissionen, Zeitaufwand oder Kosten für jeden Einzelnen reduzieren.
Dies soll erreicht werden durch einerseits kurz- bis mittelfristig wirkende, angebotsorientierte Maßnahmen und andererseits mittel- bis langfristig wirkende nachfrageorientierte Maßnahmen.
Der Sinn eines „integrierten Mobilitätsmanagement“ ist es demnach, das Verhalten und die Rahmenbedingungen jedes einzelnen Nutzers in den Mittelpunkt zu stellen und nicht – wie in der klassischen Verkehrsplanung bisweilen üblich – an den Bedürfnissen der Nutzer vorbeizuplanen. Das bedeutet auch, nicht isolierte Einzelmaßnahmen für verschiedene Interessensgruppen umzusetzen, sondern Interessen auszugleichen und ein schlüssiges und effizientes Gesamtkonzept zu entwickeln.
Dazu hat die TU Darmstadt einen Lenkungskreis unter Leitung des TU-Kanzlers Dr. Manfred Efinger eingerichtet, dem Vertreter relevanter Universitätseinheiten angehören sowie externe Experten. Dieser Lenkungskreis steuert sämtliche Aktivitäten. Ein erster Schwerpunkt der Arbeit war einen Mobilitätsbefragung Anfang 2011, durch die die Nutzerwünsche ermittelt wurden. Die Ergebnisse der Befragung bilden die Grundlage für künftige Projekte im Rahmen des integrierten Mobilitätsmanagements.
Einzelne Arbeitsgruppen beschäftigen sich auch mit Themen wie Einführung eines Jobtickets, Parkraumbewirtschaftung und Dienstfahrzeuge, Verbesserung der Infrastruktur und alternative Angebote, wie etwa Car Sharing oder Elektromobilität. Teil des integrierten Mobilitätsmanagements ist es auch, umfassende Informationen über alternative Beförderungsmöglichkeiten anzubieten. Das möchten wir auf dieser und den folgenden Internetseiten tun…