Geschichte des Hochschulbades

Stadioneingang
Eingang zum Hochschulstadion. Bild: TU Darmstadt

Das Hochschulbad als Teil des Hochschulstadions beeindruckt durch seine Formstrenge nicht nur Denkmalschützer. 1928 erbaut, entstand es im sogenannten Internationalen Stil. Mit dem Bad entstanden gleichzeitig auch Tribünen und sechs Tennisplätze, nachdem 1924 Faust- und Fußballfelder den Sportplatz erweitert hatten.

1930 waren Stadion und Bad Austragungsort der Internationalen Hochschulmeisterschaften. Diese fanden erst zum vierten Mal statt, auf Darmstadt fiel die Wahl nach Warschau 1924, Rom 1927 und Paris 1928, einer Riege von großen europäischen Hauptstädten.

In den dreißiger Jahren diente das Hochschulstadion den Nationalsozialisten als Aufmarschgelände und für Wehrsportübungen. 1933 entstand im Wäldchen im Osten des Stadions ein Schießstand.

Ein wesentliches architektonisches Element ist die markante Achse, die sich durch das Sportfeld zieht. Diese Achse wurde noch betont durch den Bau des Eingangsportals im Osten im Jahr 1938. Die auf den damals einzeln stehenden Säulen befindlichen Löwen zieren heute die Rosenhöhe.

Nach dem Krieg beanspruchten die Amerikaner das Stadion für sich, Deutsche erhielten nur gesonderten Zutritt. 1951 demonstrierten Studenten der TH für die Rückgabe des Stadions an die Hochschule, 1953 schließlich erhielt die Hochschule ihr Stadion zurück.

Seit 1985 steht die gesamte Anlage unter Denkmalschutz.

Bereits vor Jahren sollte eine grundlegende Sanierung erfolgen, die Mittel dafür wurden vom zuständigen Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst bis 2005, dem Beginn der Autonomie der TU Darmstadt nicht freigegeben. Trotz der erheblichen hygienischen und technischen Mängel öffnete die TU das Bad saisonal provisorisch.

Die Äußerung der Hochschulleitung Ende 2008, den Notbetrieb nicht mehr verantworten und die ausstehende Grundsanierung finanzieren nicht allein leisten zu können, löst teilweise heftige Reaktionen an der Uni, in der Bevölkerung und der Politik aus. Ein Unterstützerkreis wird gegründet, ein Spendenkonto eingerichtet.

Mit Mitteln aus dem Konjunkturprogramm der Bundesregierung wird das Bad in den Jahren 2009 bis 2011 saniert und im Juni 2011 wiedereröffnet. In der Renovierungsphase diente das Hochschulbad als Kulturstätte für Studierende sowie Bürgerinnen und Bürger der Stadt.