News (Details) in breiter Spalte (DE+EN)

19.06.2017

Wissenschaft made in Darmstadt beim Hessentag

Technische Universität präsentierte sich in Rüsselsheim

Die TU Darmstadt auf Tour: Vom 9. bis 18. Juni war sie beim Hessentag in Rüsselsheim präsent und zeigt Wissenschaft zum Staunen, Begreifen und Mitmachen. Fachbereiche, Hochschulgruppen, das Innovations- und Gründungszentrum HIGHEST sowie Darmstädter Sicherheitsforscherinnen und -forscher freuten sich auf ein großes Publikum. Ein Rück- und Überblick über die Aussteller:

LOEWE-Schwerpunkt RESPONSE

RESPONSE: Leistungsstarke Magnete

Wofür brauchen wir Magnete?

Jeder Mensch besitzt im Durchschnitt ca. 150 Magnete in den verschiedensten Geräten ohne es zu wissen. Vom Auto über den Computer bis zur elektrischen Zahnbürste: Ohne leistungsstarke Magnete sähe unser Alltag deutlich anders aus. Doch Magnete spielen nicht nur im persönlichen Gebrauch eine wichtige Rolle, sondern beispielsweise auch bei der Gewinnung erneuerbarer Energie in Windkraftanlagen.

Doch für viele Materialien, die für leistungsstarke Magnete benötigt werden, ist man auf den teuren Import der sogenannten „Seltenen Erden“ aus China angewiesen, wo diese mit großem Aufwand unter z.T. umweltschädlichen Bedingungen gewonnen werden.

Ziel des LOEWE-Projektes „RESPONSE“ an der TU Darmstadt ist es daher, innovative und leistungsstarke Magnetmaterialien zu erforschen und neue Wege zum ressourcenschonenden Einsatz der Seltenen Erden zu finden. Wir laden Sie ein, einen Einblick in die universitäre Forschung an Magnetmaterialien zu erhalten. Wir hoffen Ihnen das Thema Magnetismus an verschiedenen Experimenten und Exponaten veranschaulichen und näher bringen zu können.

Fachbereich Informatik:

IUNO-Serious Game – Rette die Fabrik!

Anwendungsfälle zum Thema IT-Sicherheit (Industrie 4.0)

Eine interaktive Säule bringt den Besucherinnen und Besuchern die Inhalte von IUNO, dem Nationalen Referenzprojekt zur IT-Sicherheit in Industrie 4.0, näher. Das IUNO-Serious Game „Rette die Fabrik!“ vermittelt darüber hinaus die Themen rund um eine sichere automatisierte Produktion. In drei verschiedenen Spielen müssen verschiedene Aufgaben für eine sichere automatisierte Produktion gelöst und Sicherheitslücken in der Fabrik geschlossen werden.

Industrie 4.0 ist vielfältig. IUNO hat das Thema in vier Anwendungsfällen zusammengefasst: Es geht um die kundenindividuelle Produktion, eine sichere Fernwartung, um die Entwicklung eines Technologiedatenmarktplatzes und einen visuellen Security-Leitstand. Bei der Entwicklung dieser Szenarien sorgt das Projekt gleichzeitig für einen umfassenden Schutz der vernetzten Produktion sowie des Daten- und Informationsaustausches. Unternehmen können die Forschungsergebnisse als Blaupause für eine sichere Industrie 4.0 implementieren.

Die interaktive IUNO-Säule stellt den Besucherinnen und Besuchern des Hessentages die wichtigsten Industrie-4.0-Handlungsfelder für die produzierende Industrie vor und demonstriert, welche sicheren IT-Lösungen Unternehmen dabei helfen können, Angriffe auf das eigene Produktionsnetzwerk abzuwehren.

NFCGate: Sicherheitstest mit dem Smartphone

Das „NFC-Gate“ thematisiert die Sicherheitsrisiken rund um den kontaktlosen Datenaustausch via NFC (Near Field Communication). Die Funktechnologie ist neben dem elektronischen Personalausweis und Reisepass auch in diversen EC- und Kreditkarten sowie in Türöffner-Systemen verbaut. Die Sicherheit von NFC-Systemen hängt davon ab, wie sie die Identität des Chips prüfen.

Sichere Systeme benutzen Kryptografie, um sicherzustellen, dass die vorgehaltene Karte berechtigt ist, die Tür zu öffnen. Leider bauen manche Hersteller unsichere Systeme, die leicht überlistet werden können. Das „NFCGate“ zeigt anhand eines Türschlosses eindrücklich, wie schnell sich Systeme täuschen lassen: Das Exponat besteht aus einem kleinen schwarzen Tresor, der über ein NFC-Schloss mit Hilfe einer Schlüsselkarte geöffnet werden kann. Mit einer Handy-App wird die Seriennummer der Schlüsselkarte ausgelesen. Jetzt kann neben der Schlüsselkarte auch das Handy den Tresor öffnen.

Vortrag

Heimlich getrunken und öffentlich besoffen: Über Sicherheit und Privatheit in einer digitalisierten Welt“

Prof. Dr.-Ing. Matthias Hollick, Leiter der Arbeitsgruppe Sichere Mobile Netze im Fachbereich Informatik der TU Darmstadt

Welche Probleme für Sicherheit und Privatsphäre entstehen in einer digitalisierten Welt, speziell durch die Nutzung von Smartphones und das Internet der Dinge? Was kann man als Endverbraucherin und Endverbraucher tun, um die Sicherheit zu erhöhen und die Privatheit zu schützen? Wie können Smartphones helfen, wenn die digitale Infrastruktur großflächig ausfällt?

Fachbereich Architektur:

„Animate Matter | Materie Animieren“

„Animate Matter | Materie Animieren“ ist ein räumliches Daumenkino: 3D-gedruckte Objekte werden durch eine kreisende Bewegung und Stroboskoplicht mechanisch animiert. Neue digitale Herstellungsmethoden treffen auf Techniken aus der Zeit, als die Bilder laufen lernten.

Das Projekt ist das Ergebnis einer interdisziplinären Lehrveranstaltung von Architektinnen und Architekten sowie Ingenieurinnen und Ingenieuren an der TU Darmstadt.

HIGHEST – Innovations und Gründungszentrum an der TU Darmstadt

… präsentiert Ausgründungen aus der TU:

Projekt Wingcopter

Die Revolution des Flugwesens? Der Wingcopter 178 ist eine robuste, leistungsstarke Hybrid-Drohne, die die Technik von Multicoptern und Flächenfliegern (Fixed Wing System) vereint. Dank der patentierten Schwenkrotor-Mechanik ist ein reibungsloser und sehr schneller Wechsel zwischen Quadrocopter-Modus und Flugmodus möglich.

Damit können die Vorteile beider Systeme optimal genutzt werden. Die Konfiguration der Rotoren ermöglicht dem Wingcopter 178 eine maximale Stabilität; er ist in jedem Neigungswinkel der Rotoren voll steuerbar und kann überall vertikal gestartet und gelandet werden.

Gleichzeitig sind längere Flugzeiten und größere Reichweiten als bei herkömmlichen Multicoptern möglich. Anwendungsgebiete sind unter anderem Luftbildvermessung, Krisenmanagement, Umweltschutz und Überwachung sowie Film- und TV-Industrie und Logistik.

Privalino – Kinder chatten sicher

Bei der Kommunikation im Internet sind Kinder vielen Gefahren ausgesetzt. Sogenannte Cyber-Groomer schreiben Kinder in Chats an und versuchen, sich ihr Vertrauen zu erschleichen. Damit wird es ihnen möglich, an private Informationen und Fotos zu gelangen oder sogar persönliche Treffen zu vereinbaren. Das Programm Privalino untersucht Chatnachrichten anhand zahlreicher Merkmale wie Satzstruktur, Wortschatz und Satzkomplexität.

Mit intelligenten Algorithmen kann Privalino typische Muster für Cyber-Grooming lernen und klassifizieren. Erkennt Privalino eine Bedrohung, wird das betroffene Kind gewarnt. Gleichzeitig werden Eltern oder Administratorinnen und Administratoren von Chats informiert. Damit leistet Privalino einen Beitrag, das Chatten im Internet für Kinder sicherer zu machen.

Dike – Sicherheits- und Präventions-App

DIKE steht für eine neue Form der Sicherheits- und Nachbarschaftsvernetzung. Über die DIKE-App werden Nutzer jederzeit vor Gefahren in der Nähe gewarnt und über Vorfälle in der Nachbarschaft wie zum Beispiel verdächtige Beobachtungen, Einbrüche, Belästigungen, Diebstähle oder vermisste Haustiere informiert.

Profilbereich CYSEC und CRISP – Center for Research in Security and Privacy

Cybersecurity ist in diesem Jahr ein zentrales Thema von „Hessen schafft Wissen“. Besucherinnen und Besucher am Gemeinschaftsstand bekommen Einblicke in die Darmstädter Cybersicherheitsforschung.

Rede und Antwort stehen die Cybersicherheits-Expertinnen und Experten des Centers for Research in Security and Privacy (CRISP), in dem sich TU Darmstadt mit ihrem Profilbereich CYSEC, die Hochschule Darmstadt sowie die Fraunhofer-Institute für Sichere Informationstechnologie SIT und Graphische Datenverarbeitung IGD zusammengeschlossen haben. Mit ihren Demonstratoren und Exponaten veranschaulichen sie den Stand der Darmstädter Spitzenforschung.

Übersicht: CRISP auf dem Hessentag

LOEWE-Schwerpunkt iNAPO: Nanosensoren für Medizin- und Umwelttechnologien:

Wie schafft es die Natur?

… dass eine menschliche Zelle mit dem Körper „spricht“ und Nahrung erhält? Die Zelle verfügt in ihrer äußeren Hülle, der Biomembran, über Nanoporen die Botenstoffe und andere, die Zelle versorgende, Moleküle hinein- und heraus transportieren. Diese Nanoporen werden von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des LOEWE-Schwerpunkts iNAPO (ionenleitende Nanoporen) nachgebaut und können in Zukunft in Mikrogeräten eingesetzt werden. Diese sollen kostengünstig und verlässlich dabei helfen, Krankheiten zu diagnostizieren oder giftige Stoffe in Lebensmitteln oder im Wasser aufzuspüren.

Wir wollen Ihnen zeigen, wie perfekt die Natur biologische Systeme geschaffen hat und wie die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedensten Bereichen der Technischen Universität Darmstadt und dem GSI Helmholtz-Zentrum für Schwerionenforschung zusammen arbeiten, um diese Perfektion nach zu bilden.

Hochschulgruppen:

TU Darmstadt Racing Team e.V.

Die Hochschulgruppe präsentiert ihren neuen Rennwagen, der am internationalen Formula Student Konstruktionswettbewerb 2017 teilnehmen wird. Nach der Konstruktionsphase präsentiert DART Racing den fertigen Rennwagen beim Roll-Out einem breiten Publikum.

Natürlich startet das Fahrzeug auch bei internationalen Wettbewerben. DART Racing nimmt jedes Jahr an zahlreichen Formula Student Events in ganz Europa teil. In Kooperation mit den Sponsoren stellt das Team den Wagen zudem auf Messen und auf Wunsch auch bei Veranstaltungen der Partner aus. Dart Racing setzt auf Elektroantrieb.

Akaflieg – Akademische Fliegergruppe Darmstadt

Unter dem Motto „Forschen, Bauen, Fliegen“ entstehen in der Akaflieg Darmstadt seit 1920 neuartige Segelflugzeuge. Die Akaflieg ist eine Hochschulgruppe der TU Darmstadt – Mitglieder sind Studierende, die eine gemeinsame Leidenschaft teilen: das Fliegen.

Regionalgruppe Darmstadt der Ingenieure ohne Grenzen e.V.

Die „Ingenieure ohne Grenzen“ informieren über technische Entwicklungszusammenarbeit im Rahmen aktueller Projekte in Kenia und Tansania. Im Frühjahr 2007 gründeten engagierte Darmstädterinnen und Darmstädter eine Regionalgruppe des Vereins „Ingenieure ohne Grenzen“. Diese trifft sich seitdem in den Räumen der TU Darmstadt, um gemeinsam technisches Wissen zugunsten von Menschen in Not zu nutzen und somit eine langfristige Verbesserung von deren Lebensbedingungen sicherzustellen.

Die Regionalgruppe Darmstadt engagiert sich derzeit hauptsächlich auf dem Feld der Wasserversorgung und -aufbereitung. Durch die Einleitung und Begleitung struktureller Veränderungen vor Ort wird der Hauptaspekt „Hilfe zur Selbsthilfe“ verwirklicht. In diesem Zusammenhang findet neben einer Sensibilisierung der lokalen Bevölkerung zum Thema „Trinkwasser“ auch eine Weiterbildung der Arbeiterinnen und Arbeiter vor Ort statt.

Die Projekte haben stets das Ziel, direkt zu helfen und nachhaltige Entwicklungen zu ermöglichen. Um die Anliegen der lokalen Bevölkerung zu berücksichtigen, werden Projekte durch eine enge Zusammenarbeit mit lokalen Partnern, sowie der Bevölkerung realisiert. Dadurch werden der Wissenstransfer und die interkulturelle Zusammenarbeit gefördert.

Akademische Motorsportgruppe Darmstadt e.V.

Die Akademische Motorsportgruppe Darmstadt e.V. ist ein eingetragener Verein und Hochschulgruppe der Technischen Universität Darmstadt mit dem Ziel der Förderung von Wissenschaft, Forschung und Bildung im Rahmen des Fahrzeugbaus und der Teilnahme an internationalen Hochschulkonstruktionswettbewerben.

Sailing Team Darmstadt

„Technik lernt segeln“ ist der Wahlspruch des Sailing Teams Darmstadt. Das Team hat sich zur Aufgabe gemacht das zu schaffen, was noch keiner zuvor geschafft hat: ein Segelboot zu entwickeln und zu bauen, das unbemannt und energieautark den Atlantik überqueren wird.

Hierzu arbeiten die Mitglieder der studentischen Gruppe in interdisziplinären Teams zusammen, die sich mit Aufgaben aus den Bereichen Energieversorgung, Kursfindung, Elektronik, Regelungstechnik, Mechanik, Organisation, Software und vielem mehr beschäftigen. Der erste 110-Zentimeter-Prototyp segelte bereits sieben Kilometer unbemannt über den Atlantik, folgte den vorgegebenen GPS-Koordinaten und bewältigte alle Aufgaben, für die gewöhnlich ein Mensch an Bord sein muss. Seit 2015 arbeitet die Gruppe an einem größeren Nachfolgemodell und ist sicher: „Wir werden das Boot über den Atlantik schicken!“

zur Liste