Schlotterbrunnen

Der Schlotterbrunnen

Inmitten des großen Gartens, den die Gäste des Georg Christoph Lichtenberg-Hauses von der Südterrasse aus betreten können, befindet sich der sogenannte Schlotter-Brunnen. So wird der Brunnen seit seiner offiziellen Einweihung beim Sommerfest der TU Darmstadt am 4. Juli 2009 genannt, nachdem er restauriert und mit einer Skulptur des Künstlers Gotthelf Schlotter zu neuem Leben erweckt worden war.

Zuvor hatte der Brunnen lange Jahre brach gelegen und war dann eine Zeitlang als Blumenbeet genutzt worden. Mit der Aufstellung einer künstlerischen Plastik sollte endlich der historische Zustand auf moderne Weise wieder hergestellt werden.

Der Schlotterbrunnen im Garten des Lichtenberghauses. Bild: Katrin Binner
Der Schlotterbrunnen im Garten des Lichtenberghauses. Bild: Katrin Binner

Die Skulptur

Die Skulptur, die auf dem Brunnen aufgestellt wurde, ist ein Unikat und trägt den Titel „Aufstrebende Kraniche“. Die Entscheidung für dieses Kunstwerk fiel aus zwei Gründen: zum einen handelt es sich beim Urheber um einen Darmstädter Künstler, zum anderen „passt der allegorische Hintergrund. Die „Aufstrebenden Kraniche“ sind ein gutes Leitbild für die Technische Universität Darmstadt“, erklärt Hanns Seidler.

Der Künstler

Gotthelf Schlotter wurde am 24. Dezember 1922 in Hildesheim geboren. Die Kunst wurde ihm geradezu in die Wiege gelegt: Nicht nur sein Vater Heinrich war Holzbildhauer und Kunstlehrer, auch seine Geschwister Georg, Johanna und Eberhard schlugen künstlerische oder kunsthandwerkliche Laufbahnen ein.

Von seinem Vater erlernte der spätere Bildhauer während seiner dreijährigen Lehre auch erste künstlerische Techniken. Nach dem Zweiten Weltkrieg legte Gotthelf Schlotter in Celle eine Tischlergesellenprüfung ab und studierte dann an der Kunsthochschule in München.

Im Jahr 1951 zog der Künstler nach Darmstadt. 1955 trat der Bildhauer in die Neue Darmstädter Sezession ein, deren Vorsitz er im Jahr 1967 übernahm.

Bekannt wurde der stets bescheidene und uneitle Schlotter durch seine Tierbronzen. Nachdem er sich in seiner Kunst anfangs mit unterschiedlichen Tieren wie Ziegen, Rindern und Schafen befasst hatte, konzentrierte sein Schaffen sich zunehmend auf Motive aus der Vogelwelt: allen voran staksige Arten wie Reiher, Störche und Kraniche. Dieses sind auch seine bekanntesten Arbeiten, wie etwa der Vogelbrunnen vor dem Weltvogelpark Walsrode in Lüneburg und die Bronzeplastik „Kranich mit dem Stein“ für den „Kranichsteiner Literaturpreis“.

Am 4. August 2007 verstarb Gotthelf Schlotter nach einer schweren Tumor-Erkrankung in Darmstadt.

Die Restaurierungsarbeiten

Als die Skulptur nach Gesprächen mit dem Künstler selbst im Herbst 2008 von den Erben Gotthelf Schlotters erworben wurde, befand sich ihr Bestimmungsort noch einem Zustand, welcher der Plastik in keiner Weise würdig war: Zwar waren der Steinring bzw. die Muschelkalkeinfassung des alten Brunnens, der sich vor Jahren an dieser Stelle befunden hatte, noch vorhanden. Doch der Boden war rissig und löchrig und lediglich noch als Blumenbeet zu gebrauchen.

Aus diesem Grund wurden im April 2009 der Steinring entfernt und der Boden komplett neu aufgebaut. Der kaputte Boden wurde dabei durch einen Betonboden mit eingezogenem Baustahl ersetzt. Anschließend wurde der noch intakte alte Muschelkalkring wieder angebracht. Zudem hat der Brunnen einen unterirdischen 200-Liter-Tank mit einer Umwälzpumpe bekommen, die das Wasser ständig zirkulieren lässt.