Täuschungsversuch während der Prüfung

Täuschungsversuch während der Prüfung

Wie ist zu handeln?

Während der Prüfung: Klausuraufsicht muss informieren und dokumentieren

Vor Beginn der Prüfung muss über über die zulässigen Hilfsmittel während der Prüfung sowie über das Verbot und die eventuellen Folgen von Täuschungsversuchen informiert werden. Zur Dokumentation dieser Information ist es sinnvoll, diese Information auch auf dem Deckblatt der Klausur abzudrucken.

Wird ein Täuschungsversuch festgestellt, sind

  • der Täuschungsversuch zu protokollieren, und
  • alle bis dahin erzielten Arbeitsergebnisse (auch Konzeptpapier und Notizen) einzusammeln und zu den Unterlagen zu nehmen.

Die Wertung eines Täuschungsversuches liegt im Ermessen der Prüferin bzw. des Prüfers (ggf. im Nachgang der Klausur) nicht der Klausuraufsicht.

Die Klausur kann nach Sicherung der Beweismittel und des bisherigen Bearbetungsstandes „unter Vorbehalt“ (Vermerk) fortgesetzt werden, da die Klausuraufsicht die Prüferentscheidung nicht treffen kann.

Nach der Prüfung: Prüfer_in muss Ermessen ausüben

Die Klausuraufsicht informiert die Prüfer bzw. die Prüferin über den vermeintlichen Täuschungsversuch.

Der/die Prüfer_in muss nun Ermessen ausüben und bewerten, ob ein Täuschungsversuch vorliegt und welche Sanktion für die Schwere des Verstoßes und die Folgen für den/die Studierende_n und dessen persönliche Situation angemessen sind.

Ermessensgesichtspunkte müssen sein:

  • Die Schwere des Verstoßes; Grad der Verletzung der Regelungen, Beeinträchtigung der Chancengleichheit (Beispiel Skala: kurzer Blick zum Nachbarn ./. ausgearbeiteter Spickzettel)
  • Abstufung der Sanktion je nach Schwere des Verstoßes
  • Ist ein milderes Mittel denkbar? (z.B. Versuch nicht werten; nur einen Teil nicht werten, wenn sich Spicker nur auf diesen Teil bezieht) Gegenargument: Generalprävention,. s.u.
  • Gibt es Umstände, die für den Prüfling sprechen?
  • Verhältnismäßigkeit der Sanktion (falls 5 zu endgültigem Nichtbestehen führt)
  • Gegenargument: generalpräventive Erwägungen (zur Wahrung der Chancengleichheit muss darauf geachtet werden, dass Täuschungsversuche sanktioniert werden)

Die Erwägungen und Ermessensentscheidungen der Prüferin bzw. des Prüfers bzgl. dieser Gesichtspunkte müssen ausführlich dokumentiert und der Akte der/des Studierenden hinzugefügt werden.

Hat der Prüfer bzw. die Prüferin Zweifel, kann die frage der Prüfungskommission vorgelegt werden. Dann erfolgt die Ermessensentscheidung des Prüfers im Einvernehmen mit der Prüfungskommission