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Allgemeines zur Klausureinsicht

Hintergrund

Das Recht auf Einsichtnahme von Klausuren regeln die Allgemeinen Prüfungsbestimmungen (APB) der TU Darmstadt, § 29 (2).

Die Durchführung und Gestaltung der Klausureinsicht liegt grundsätzlich im Organisationsermessen des/der Prüfenden.

Hier finden Sie Empfehlungen für die Durchführung von Klausureinsichten an der TU Darmstadt, die sich auch bei Prüfungen mit großer Teilnehmerzahl bewährt haben.

Recht auf Einsichtnahme

Jeder Prüfling hat einen Anspruch auf Klausureinsicht.
Dabei gilt:

  • Zweck der Klausureinsicht
    Die Klausureinsicht dient der Selbstüberprüfung und Kontrolle der Korrektur. Sie dient nicht zur Notenverhandlung.
  • Umgebungsbedingungen der Klausureinsicht
    Wann, wo und wie die Klausureinsicht stattfindet, ist Sache der Prüfenden, die dies nach eigenem Ermessen gestalten. D.h. Dauer, Termin, Ort und Ablauf der Einsichtnahme sind von den Prüfenden festzulegen.
  • Ausschlussfrist für Einsicht
    Es gibt eine Ausschlussfrist, nachdem die Einsicht innerhalb eines Jahres zu beantragen ist.
  • Vertretung für Einsicht / Bevollmächtigung
    Prüfling kann eine Vertretung berechtigen, die Einsichtnahme für ihn vorzunehmen. Dafür muss aus einer Vollmacht hervorgehen, wer bevollmächtigt wird, der bzw. die Bevollmächtigte muss sich ausweisen. Die Vollmacht muss schriftlich (Fax geht auch) vorliegen.
  • Alternativtermin wg. Verhinderung
    Wenn der Einsichtnahmetermin durch den Prüfling nicht wahrgenommen wird, kann ein Ersatztermin angeboten werden. Eine Verpflichtung hierzu besteht nicht, es sei denn, der Prüfling konnte den Termin nicht wahrnehmen (Krankheit, wichtiger Termin, entfernter Aufenthalt im Ausland o.ä., andere gute Gründe).

Organisation des Einsichtstermins

Im Vorfeld festzulegen bzw. zu organisieren sind:

  • Termin der Klausureinsicht
    frühestens eine Woche nach Notenbekanntgabe.
    Termin(e) der Klausureinsicht auch als TUCaN Systemnachricht bekanntgeben, ggf. mit der Bitte um Anmeldung zur Einsichtnahme (Anmeldung erfolgt nicht über TUCaN).
  • Dauer der Einsicht
    sollte abhängig vom Umfang der Klausur sein und liegt im Ermessen des Prüfers/ der Prüferin (Generell muss eine ausreichende Kenntnisnahme der Klausur und der Bewertung möglich sein).
    Vermeidung von langen Warteschlangen durch Einrichten von Zeitslots z.B. im 25-30 Minuten-Takt für Buchstabengruppen oder individuelle Zeitslots mit vorheriger Anmeldung (z.B. via moodle).
  • Raum der Einsicht
    festlegen und buchen.
  • Aufsicht organisieren
    Prüfer_in muss nicht selbst die Einsicht beaufsichtigen. Fachlich kompetente Mitarbeiter_innen für die Aufsicht bestimmen (je nach Raumgröße ~2-3).
  • Materialien vorbereiten
    • Anwesenheitsliste vorbereiten.
    • Papier, Bleistifte oder farbige Stifte für Notizen bereitstellen.
    • Musterlösung bzw. Lösungsskizze bereitstellen.
      Es besteht kein Rechtsanspruch auf eine Musterlösung bzw. Lösungsskizze, sinnvoll wäre dies jedoch.
  • Alternativtermin
    anbieten (entweder grundsätzlich oder bei wichtigem Grund von Studierenden).

Während der Einsichtnahme

  • Anwesenheitskontrolle und Ausgabe der Materialien
    • Vorlage eines Lichtbildausweises;
      bei Vertretung durch andere Person Vorlage der Vollmacht, aus der hervorgeht, wer bevollmächtigt ist und des Lichtbildausweises
    • Vermerken der Uhrzeit der Klausurausgabe in Anwesenheitsliste
    • Ausgabe von Klausur und ggf. Gutachten, Bleistift oder besonderen Farbstift sowie (farbigem) Blatt für Notizen zur Geltendmachung von Beanstandungen (Monita)
  • Musterlösung/Lösungsskizze und Bewertungsansatz
    für die Einsichtnahme auslegen (sinnvoll, jedoch nicht vorgeschrieben).
  • Information der Studierenden über Ablauf und Regeln der Einsichtnahme
    Direkt zu Beginn sind die Prüflinge zu informieren, z.B. über:
    • Studierende dürfen jeweils nur die eigenen Prüfungsunterlagen einsehen.
    • Taschen usw. dürfen nicht zum Platz der Einsichtnahme mitgenommen werden. Gleiches gilt für eigene Schreibgeräte!
    • Mitnahme von Prüfungsunterlagen (Klausurstellungen, Musterlösungen oder Gutachten) durch Einsichtnehmende ist unzulässig.
    • Aus urheberrechtlichen Gründen ist das Abfotografieren oder Anfertigen von Kopien der Prüfungsunterlagen verboten.
    • Beanstandungen (Monita) sind schriftlich zu dokumentieren und einzureichen;
      zur Geltendmachung von Beanstandungen (Monita) sind Notizen auf (farbigem) Extrablatt erlaubt. Die Mitnahme der eigenen Stichpunkte für Beanstandungen (Monita) ist zulässig.
    • Hinweis auf Möglichkeit der Verschlechterung bei erneuter Korrektur der Prüfung aufgrund neuer Fehler.
    • Bekanntgabe der Ausschlussfrist und Form für das Einreichen von Beanstandungen (Monita); zum Beispiel Stichtag, Einreichen via E-Mail etc.
  • Beantwortung von Verständnisfragen
    Die Klausureinsicht dient der Selbstüberprüfung und Kontrolle der Korrektur. Zur Beantwortung von Verständnisfragen sollten qualifizierte Aufsichtspersonen auskunftsfähig sein.
  • Geltendmachung von Beanstandungen (Monita)
    Die Klausureinsicht dient nicht zur Notenverhandlung. Es erfolgt keine neue Punkteverteilung und keine Ergebniskorrektur während der Einsichtnahme.
    • Jede(r) Studierende hat das Recht, gegen eine Benotung vorzugehen und Bewertungsfehler geltend zu machen. Das muss aber nicht im Rahmen der Einsichtnahme stattfinden. Einsichtnahme und Geltendmachung von Bewertungsfehlern sollten getrennt sein (schriftliches Verfahren). Bewertungsfehler können im Widerspruchsverfahren geltend gemacht werden.
    • Alle Entscheidungen über Ergebniskorrekturen sind dem bzw. der Prüfenden vorbehalten (außerhalb des Einsichtstermins zur Vermeidung von Diskussionen und „feilschen“ um Noten).
  • Täuschungsversuch
    • Die Dokumentation eines Täuschungsversuchs erfolgt durch die Aufsichtsperson auf der Klausur.
    • Einsammeln der Klausur.
    • Abbruch der Einsichtnahme und nachfolgende Sanktionierung durch den/die Prüfer_in.

Nach der Einsichtnahme – Umgang mit Beanstandungen (Monita)

  • Werden Monita aufgrund von Bewertungsfehlern fristgemäß geltend gemacht, so erfolgt eine Überprüfung der Beanstandungen durch den bzw. die Prüfer_in.
  • Eine Notenkorrektur nach Bekanntgabe richtet sich nach allgemeinem Verwaltungsverfahrensrecht.
    • Eine Neubewertung setzt einen Bewertungsfehler voraus. D.h., wenn es keinen Bewertungsfehler gibt, darf auch keine Neubewertung erfolgen.
    • Wird ein Bewertungsfehler festgestellt, muss bei gleicher Grundlage für die prüfungsspezifische Wertung eine Neubewertung erfolgen. Wird bei der Neubewertung nur der ursprüngliche (Bewertungs-)Fehler vermieden, kann und darf die Neubewertung nicht schlechter ausfallen.
      Beispiele:
      1. Beim Addieren der erzielten Punkte in Teilaufgaben wurde sich verrechnet, die tatsächlich erreichte Gesamtpunktzahl ist höher als in der Bewertung angegeben.
        -> Gesamtpunktzahl wird nach oben korrigiert, Note kann ggf. besser werden.
      2. Ein Antwortteil wurde in der Korrektur übersehen und daher nicht bewertet.
        -> Der Antwortteil wird in der Nachkorrektur bewertet, die erzielten Punkte werden zur Gesamtpunktzahl hinzugerechnet, Note kann ggf. besser werden.
      3. Bei der Nachkorrektur fällt auf, dass eine Antwort fälschlicherweise als falsch bewertet wurde.
        -> Die vergebenen Punkte für die Antwort werden nach oben korrigiert; Note kann ggf. besser werden.
    • In dem beanstandeten Prüfungsteil darf sich durch die Nachkorrektur nichts verschlechtern.
    • Sollten bei Gelegenheit der Neubewertung neue Fehler in anderen als dem beanstandeten Prüfungsteil erkannt werden, ist eine Verschlechterung des Prüfungsergebnisses im Rahmen des pflichtgemäßen Ermessens der Prüfer möglich (§§ 48 Abs. 1 i.V.m 2 Abs. 3 Nr. 2 Hess VwVfG). Hier bedarf es jedoch eine genauen juristischen Einzelfallprüfung. Daher ist in einem solchen Fall vor einer Entscheidung das Referat Hochschulrecht unter hochschulrecht-studium@tu-darmstadt.de einzubeziehen.
    • Das Bewertungssystem darf nicht verändert werden.
  • Die Bekanntgabe von Neubewertung(en) erfolgt über TUCaN.
  • Erfolgt daraufhin ein Widerspruch durch den Prüfling, der zu einem Widerspruchs- oder Klageverfahren führt, so gilt, dass dies nicht zu einer Verschlechterung der Note führen kann.
    Werden allerdings im Rahmen der Zweitkorrektur neue Mängel entdeckt, kann dies (aber nur dies) zu einem schlechteren Ergebnis führen.