Hochleistungsrechner

05.06.2013

Hochleistungsrechner

Standort: Lichtwiese, Gebäude L5|08

Der stetige Zuwachs interdisziplinärer Forschungsprojekte erfordert zunehmend höhere Rechenkapazitäten, denen die TU Darmstadt nun mit dem Neubau eines Hochleistungsrechners, finanziert aus Bundes-, Landes- und Eigenmitteln der TU Darmstadt, gerecht wurde.

Mit dem im Rahmen der Forschungsbauförderung des Bundes entstandenen Rechenzentrum können wissenschaftliche Erkenntnisse hoch effizient erhoben, verarbeitet und interdisziplinär angewendet werden. Anspruchsvolle Computerberechnungen und -simulationen etwa im Bereich Biochemie, Automobil- und Flugzeugbau oder Energieversorgung stellen somit wesentliche Grundlagen und Ergebnisse für die zukünftige Forschungsarbeit dar.

Baubeschreibung und Nutzung

Der Neubau wurde im nördlichen Bereich der Lichtwiese neben den Versuchshallen der Bauingenieure errichtet und besteht aus zwei kubischen Baukörpern. Der zweigeschossige, nahezu öffnungslose Hauptbau mit Betonfertigteilfassade beherbergt den rund 300 Quadratmeter großen Serverraum für den Hochleistungsrechner. Über einen Installationsboden von einem Meter Höhe, auf dem die Racks für die verschiedenen Rechnerarchitekturen installiert sind, wird jedes Gerät infrastrukturell versorgt.

Der zweite Gebäudeteil umfasst drei Geschosse und dient der Erschließung, sowie der technischen Versorgung einschließlich der Kältezentrale. Der weiß verputzte Bau ist direkt an das Gebäude des Hochleistungsrechners angegliedert. Durch diese Anordnung konnten sämtliche Leitungsführungen und Installationen auf minimale Länge reduziert werden. Die bestehende Anlage kann bei Bedarf jederzeit baulich nach Süden erweitert werden.

Stufenweise Kühlung für hohe Energieeffizienz

Zur Kühlung des Serverraums stehen zwei Technologien zur Verfügung: Zum einen findet sich dachseitig ein Rückkühlsystem mit einer sogenannten freien Kühlung (Umgebungsluft), dessen Leistung durch das Benetzen mit Wasser noch erhöht werden kann. Ist die Kühlung aufgrund zu hoher Außentemperaturen nicht mehr ausreichend, schaltet sich als zweites System die Kältezentrale ein.

Neubau ermöglicht übergreifende Forschung

Der neue Hochleistungsrechner übersteigt bereits mit der ersten Ausbaustufe die bisherige Rechnerleistung um das 30-fache. Er steht nicht nur Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der TU Darmstadt zur Verfügung, sondern auch anderen hessischen Forschungseinrichtungen. Die vielfältigen Rechnerarchitekturen erlauben neben der effizienten Ausführung der Programme auch die Entwicklung neuer Programme für zukünftige Parallelrechner. Da die Lebensdauer – insbesondere bei komplexen Ingenieursanwendungen – mehrere Rechnergenerationen umfasst, ist diese Nachhaltigkeit von besonderer Bedeutung.

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