Minijob

Regelungen für Minijobs und Gleitzone

Minijobs

Minijobs sind

  • geringfügig entlohnte Beschäftigungen, bei denen das Arbeitsentgelt monatlich 450 Euro nicht übersteigen darf („450-Euro-Jobs“) oder
  • kurzfristige Beschäftigungen, die von vornherein für eine begrenzte Dauer ausgeübt werden.

Eine geringfügig entlohnte Beschäftigung (450-Euro-Minijob) liegt vor, wenn das Arbeitsentgelt regelmäßig im Monat 450 Euro nicht überschreitet. Bei der Prüfung, ob die Verdienstgrenze von 450 Euro im Monat überschritten wird, ist vom regelmäßigen monatlichen Arbeitsentgelt auszugehen.

Das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt ermittelt sich abhängig von der Anzahl der Monate, für die eine Beschäftigung gegen Arbeitsentgelt besteht. Der Betrachtungszeitraum umfasst dabei maximal 12 Monate. Das entspricht einer Verdienstgrenze von maximal 5.400 Euro pro Jahr bei durchgehender, mindestens 12 Monate dauernder Beschäftigung.

Dem regelmäßigen monatlichen Arbeitsverdienst sind neben den laufenden auch einmalige Einnahmen hinzuzurechnen, die mit hinreichender Sicherheit mindestens einmal jährlich gezahlt werden, wie zum Beispiel das Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld.

Die für die Versicherungsfreiheit kurzfristiger Beschäftigungen maßgebende Zeitgrenze beträgt drei Monate bzw. 70 Arbeitstage (§ 8 Abs. 1 Nr. 2 SGB IV).

Rentenversicherungspflicht

Geringfügig entlohnte Beschäftigungen sind in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei. Bei kurzfristigen Beschäftigungen -im Voraus auf 3 Monate oder 70 Arbeitstage begrenzt- gilt dies auch in der Rentenversicherung.

Minijobs, die regelmäßig oder berufsmäßig ausgeübt werden, sind grundsätzlich versicherungspflichtig in der Rentenversicherung. Der Arbeitgeber entrichtet einen Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung in Höhe von 15 Prozent. Der Minijobber hat einen Eigenanteil in Höhe von 3,6 Prozent zu tragen. Das ist der Differenzbetrag zwischen dem allgemeinen Beitragssatz der gesetzlichen Rentenversicherung von derzeit 18,6 Prozent (Stand 01.01.2018) und dem Pauschalbeitrag des Arbeitgebers.

Durch die Rentenversicherungspflicht in der Beschäftigung erwirbt der Minijobber vollwertige Pflichtbeitragszeiten in der Rentenversicherung. Das bedeutet, dass die Beschäftigungszeit in vollem Umfang für die Erfüllung der verschiedenen Wartezeiten (Mindestversicherungszeiten) berücksichtigt wird. Pflichtbeitragszeiten sind darüber hinaus Voraussetzung für:

  • einen früheren Rentenbeginn,
  • Ansprüche auf Leistungen zur Rehabilitation (sowohl im medizinischen Bereich als auch im Arbeitsleben),
  • die Begründung oder Aufrechterhaltung des Anspruchs auf eine Rente wegen Erwerbsminderung,
  • den Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung für eine betriebliche Altersversorgung und
  • den Anspruch auf Übergangsgeld bei Rehabilitationsmaßnahmen der gesetzlichen Rentenversicherung, wenn kein Anspruch auf Entgeltfortzahlung (mehr) besteht.

Zu dem

  • erhöht sich der Rentenanspruch, da das Arbeitsentgelt in voller Höhe bei der Berechnung der Rente berücksichtigt wird und
  • die staatliche Förderung für private Altersvorsorge, beispielsweise die so genannte Riester-Rente, kann sowohl vom Minijobber als auch vom Ehepartner beansprucht werden.

Minijobber, die nicht der Versicherungspflicht in der Rentenversicherung unterliegen möchten, können sich jederzeit – auch während des laufenden Beschäftigungsverhältnisses – von der Versicherungspflicht in der Rentenversicherung befreien lassen. Ausgenommen von dieser Möglichkeit sind Minijobber, die bereits vor dem 1. Januar 2013 Rentenversicherungsbeiträge aufgestockt haben. In diesem Fall bleibt der Minijobber weiterhin versicherungspflichtig und ihm steht kein Befreiungsrecht zu.

Die Befreiung von der Rentenversicherungspflicht ist vom Beschäftigten schriftlich beim Arbeitgeber zu beantragen. Der Arbeitgeber zahlt dann weiterhin den Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung in Höhe von 15 Prozent. Der Eigenanteil des Minijobbers fällt mit der Befreiung von der Rentenversicherungspflicht weg. Der Minijobber erhält dann nur anteilige Beitragsmonate für die Erfüllung der verschiedenen Wartezeiten und auch das erzielte Arbeitsentgelt wird bei der Berechnung der Rente nur anteilig berücksichtigt.

Die Befreiung wirkt in der Regel ab Beginn des Kalendermonats, in dem der Minijobber die Befreiung von der Rentenversicherungspflicht bei dem Arbeitgeber beantragt, frühestens ab Beschäftigungsbeginn. Voraussetzung ist, dass der Arbeitgeber der Minijob-Zentrale die Befreiung innerhalb von sechs Wochen (42 Kalendertagen) nach Eingang des Befreiungsantrags meldet.

Nach Eingang der Meldung hat die Minijob-Zentrale einen Monat lang Zeit, der Befreiung von der Rentenversicherungspflicht zu widersprechen. Wenn sie nicht innerhalb eines Monats widerspricht oder ein Verfahren zur Feststellung der Versicherungspflicht einleitet, gilt der Antrag auf Befreiung von der Rentenversicherungspflicht als bewilligt. Übt der Minijobber bereits eine geringfügig entlohnte Beschäftigung mit einem Beschäftigungsbeginn vor dem 1. Januar 2013 aus und hat in dieser auf die Versicherungsfreiheit in der Rentenversicherung verzichtet, wird die Minijob-Zentrale der Befreiung widersprechen, da diesem Personenkreis kein Befreiungsrecht zusteht.

Die Befreiung von der Rentenversicherungspflicht kann innerhalb des Beschäftigungsverhältnisses jederzeit beantragt werden. Sie ist für die gesamte Dauer des Minijobs bindend und verliert erst mit dem Ende der geringfügig entlohnten Beschäftigung ihre Wirkung.

Minijobber, die mehrere geringfügig entlohnte Beschäftigungen nebeneinander ausüben, können nur einheitlich von der Rentenversicherungspflicht befreit werden. Die Befreiung gilt für die Dauer aller zum Zeitpunkt der Befreiung bestehenden und danach aufgenommenen Beschäftigungsverhältnisse und verliert ihre Wirkung erst dann, wenn keine geringfügig entlohnte Beschäftigung mehr ausgeübt wird.

Der Zeitpunkt, zu dem die Befreiung wirksam wird, gilt ebenfalls gleichermaßen für alle zeitgleich ausgeübten 450-Euro-Minijobs.

Übergangsregelung für vor dem 01. Januar 2013 bestehende Beschäftigungsverhältnisse

Beschäftigungen bis 400 Euro

Minijobs, die vor und nach dem 31. Dezember 2014 die Entgeltgrenze von 400 EUR nicht überschreiten, bleiben durchgehend kranken-, pflege- und arbeitslosenversicherungsfrei. Es ergeben sich keine Änderungen in der Entgeltabrechnung. In der Rentenversicherung gilt Folgendes: Wurde die Beschäftigung bis 400 Euro bereits vor dem 1. Januar 2013 aufgenommen, besteht auch über den 31. Dezember 2014 hinaus Versicherungsfreiheit. Für den Minijobber ist es aber auch jederzeit möglich, schriftlich gegenüber seinem Arbeitgeber mit Wirkung für die Zukunft, den Verzicht auf die Rentenversicherungsfreiheit zu erklären, um entsprechende Leistungsansprüche in der Rentenversicherung zu erwerben.

Erhöht sich das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt auf einen Betrag zwischen 400,01 Euro und 450 Euro, erfolgt die Beurteilung analog einem neu aufgenommenen Minijob. Der Minijobber bleibt weiterhin durchgehend kranken-, pflege- und arbeitslosenversicherungsfrei. Versicherungspflicht tritt jedoch in der Rentenversicherung, wiederum mit der Möglichkeit der Befreiung, ein. Eine Befreiung gilt für die gesamte Dauer der Beschäftigung.

Minijobber, die bereits auf die Versicherungsfreiheit verzichtet haben, können sich bei einer Entgelterhöhung auf bis zu 450 Euro nicht befreien lassen. Der Verzicht auf die Rentenversicherungsfreiheit gilt auch hier für die gesamte Dauer der geringfügigen Beschäftigung. Sie kann nicht widerrufen werden.

Beschäftigungen zwischen 400,01 Euro und 450 Euro

Seit dem 1. Januar 2015 tritt in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung Versicherungsfreiheit ein. In der Rentenversicherung besteht weiterhin dem Grunde nach Versicherungspflicht.

Der Arbeitgeber hat je nach vorliegendem Sachverhalt entsprechende Pauschalbeiträge zu zahlen und zum Jahreswechsel die erforderlichen Meldungen, Abmeldung bei der zuständigen Krankenkasse und Anmeldung bei der Minijob-Zentrale, vorzunehmen.

Dokumentationspflicht des Arbeitgebers

Der Arbeitgeber ist bei Beschäftigung von Minijobbern (geringfügig Beschäftigten bis zu einem Einkommen von € 450,00 und kurzfristig Beschäftigten) verpflichtet, Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit aufzuzeichnen. Die Aufzeichnung muss spätestens innerhalb einer Woche nach der Arbeitsleistung erfolgen und mindestens zwei Jahr aufbewahrt werden. Für die Dokumentation sollte das Formular „Dokumentation Minijob“ verwendet werden, damit jederzeit ein prüffähiger Nachweis vorliegt.

Gleitzone (sog. Midi-Job)

Die Gleitzonengrenze liegt bei 850,- Euro. Bei Arbeitsentgelten, die innerhalb der Gleitzone zwischen 450,01 Euro und 850,- Euro liegen, wird der Arbeitnehmerbeitragsanteil von einem fiktiven, geringeren Ausgangswert berechnet.

Den Fragebogen zur Anwendung der Gleitzonenregelung finden Sie auf der Formularseite der Hochschulbezügestelle.

Familienversicherung

Bei der Familienversicherung liegt die Einkommensgrenze für Minijobber seit 1. Januar 2013 bei 450,- Euro. Ein Gesamteinkommen maximal bis zu dieser Grenze ist Voraussetzung für das Zustandekommen einer Familienversicherung.

Hinzuverdienst für Rentner

Wenn Sie die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht haben und eine Altersrente in voller Höhe erhalten möchten, dürfen Sie die Hinzuverdienstgrenze von 6.300 Euro pro Jahr nicht überschreiten. Diese Grenze gilt bundeseinheitlich.

Diese Hinzuverdienstgrenze gilt auch bei einer Rente wegen voller Erwerbsminderung.

Bei einer Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung wird die jährliche Hinzuverdienstgrenze individuell berechnet. Wenden Sie sich hier bitte an Ihren Rentenversicherer.

Wenn Sie die Regelaltersgrenze erreicht haben, können Sie unbegrenzt hinzuverdienen. Ab dem Folgemonat hat der Hinzuverdienst grundsätzlich keinen Einfluss mehr auf die Rentenhöhe.

Nähere Informationen erhalten Sie von der Deutschen Rentenversicherung.

Bafög

Ohne Auswirkungen auf Ihren monatlichen Förderungsbetrag bleibt in einem Förderzeitraum von 12 Monaten ein Bruttoeinkommen in Höhe von 5.400,00 € aus nichtselbständiger Arbeit. Es ist dabei unerheblich, ob Sie diese Summe in einem regelmäßigen Job mit einem monatlichen Durchschnittseinkommen von 450,00 € erzielen oder nur in den Semesterferien arbeiten.

Wenn Sie aber Einnahmen aus selbstständiger Arbeit haben oder eine Praktikantenvergütung erhalten, dann gelten andere Regelungen. Für Auskünfte und Beratung steht Ihnen das BaföG-Amt gerne zur Verfügung.

Weitere Informationen finden Sie bei der Minijob-Zentrale.

Stand Januar 2019

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