barrierefreibauen

Barrierefreiheit – Leitfaden: Bauen

Terminus:

An der TU Darmstadt wird bevorzugt der Begriff `Barrierefreiheit` und nicht Behindertengerechtigkeit verwendet. Diese Definition ist neutraler, offener (ohne Differenzierung) und entspricht eher den Belangen der inhomogenen Zielgruppe.

Zielgruppe:

Menschen mit chronischen und / oder temporären Beeinträchtigungen (Körper-, Sinnesbehinderte, Unfall-Betroffene etc.), Personen mit eingeschränkter Mobilität (Eltern mit Kinderwagen, Personen mit schweren Lasten, Fahrradfahrer), Senioren und ausländische Gäste.

Maßnahmen:

Eine durchgehende Barrierefreiheit ist technisch und baulich nicht möglich, daher müssen planerische Schwerpunkte gelegt werden.

Für körperlich eingeschränkte Personen: Rampen, Geländer, Automatiktüren oder Freilaufschliesser bzw. Servoantrieb in den Haupterschließungs-Zonen, angemessen breite Fahrstuhltüren, ausreichend sanitäre Einrichtungen (mit Eurokey versehen)

Für Sinnesbehinderte, wie Hörgeschädigte: visuelle Leitsysteme mittels Materialien, Farben sowie Displays; Infrarot / Induktionsschleifen / FM-Anlagen in großen Seminarräumen und Hörsälen; zusätzlich visuelle Anzeige von Bränden und Feueralarm

Für Sehbehinderte: an der TU haben diese Betroffene bei Veranstaltungen meist eine Begleitperson dabei, die sie sicher zum Ziel bringt. Somit können sich Maßnahmen für diese Personengruppe auf taktile Unterstützung der Leitsysteme, Fahrstuhl-Anzeige, Displays mit gut erkennbaren Farbkontrasten etc. beschränken.

Für ausländische Gäste: sehr hilfreich sind selbsterklärende Leitsysteme mittels fester Farb- sowie Materialzuordnung oder eindeutiger Logos (Wieder-Erkennungswert). Bei den gewählten Farben auf (gut les- und erkennbare) Farbkontraste achten.

Erschließung: diese muss `selbsterklärend` und schnell erkennbar sein. Einfache Orientierung, d.h. leicht zu findende Räume, Etagen mittels guter Leitsysteme und eindeutiger Nummerierungen und (farbiger) Zuordnungen.

Verschattung: wichtig ist blendfreies (Sonnen-) Licht, gerade auf der S- und SW Seite muss dies insbesondere im Sommer gewährleistet sein. Welche Verschattungs-Systeme? Einfach in Handhabung und Wartung?

Beleuchtung: direkte / indirekte Beleuchtung? Welche Leuchtsysteme sind in den Erschließungs-Zonen geplant? In den Vortragsräumen?

Zonierung: sind Ruhezonen vorgesehen?

Materialien: welcher Boden-Belag findet sich in den Erschließungs-Zonen? Rutschhemmend, blend- und schwellenfrei? Farbige Kontraste zwischen den einzelnen Funktionen / eindeutige Funktionstrennungen? Zudem müssen Materialien leicht abgerundet ausgebildet werden.

Brandschutz-Maßnahmen: sollten ebenfalls barrierefrei ausgeführt werden, visuelle und akustische Alarmierung, Türen mit Freilaufschließmethode.

Darmstadt, im Juli 2012 gez. Sabine Hopp

Grafik: © Nils Krieger und Thorsten Stelter