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Besondere Gäste sorgen für nachhaltige Grünflächen auf unserem Campus

Wollige Unterstützung für die Gärtner:innen bei der Mahd

2025/11/25 by

Zur Erhaltung der Biodiversität und als Teil eines innovativen Pflegekonzepts der TU Darmstadt, werden ausgewählte Wiesen auf dem Campus Lichtwiese von einer Schafherde beweidet. Bereits zum zweiten Mal waren die Tiere auf dem Campus der TU Darmstadt zu Besuch, um effektiv zum Erhalt der Artenvielfalt auf der Lichtwiese beizutragen.

Mähen ist anstrengend – auch Schafe brauchen mal eine Pause.

Der Beitrag der Schafe

Hier wird fleißig zugunsten der Artenvielfalt gemäht.
Hier wird fleißig zugunsten der Artenvielfalt gemäht.

Vom 15. bis zum 29.10.2025 übernahmen 60 Schafe auf den zwei Biodiversitätswiesen des Campus Lichtwiese die wohl umweltschonendste Form der Landschaftspflege. Die Maßnahme wurde ursprünglich im Projekt Grüner Campus initiiert und ist mittlerweile vom Betrieb des Dezernat IV im Bereich Außenanlagen übernommen worden. Die Schafe waren in den zwei Wochen auf einer Gesamtfläche von 7050 m² nicht nur als mobile Rasenmäher, sondern als echte Biodiversitätsförderer unterwegs:

  • Selektives Fressen – Die Schafe fressen ungleichmäßig und gezielt, wodurch sie dominante Pflanzenarten zurückdrängen. Dies gibt konkurrenzschwächeren, selteneren Wildkräutern die Chance, sich nicht nur anzusiedeln, sondern auch zu wachsen.
  • Strukturvielfalt – Durch die ungleichmäßige Beweidung schaffen sie unterschiedliche Wuchshöhen und -strukturen auf der Wiese, was Lebensraum und Rückzugsort für verschiedene Insektenarten bietet.
  • Trittwirkung der Hufe – Die leichten, unregelmäßigen Tritte der Schafe führen zu einer sanften Bodenfestigung und walzen die Grasnarbe an. Gleichzeitig schaffen sie dabei kleine Öffnungen im Bodenbewuchs die für bestimmte Insekten (z.B. Wildbienen) als Nistplätze und für Keimlinge wichtig sind.
  • Natürlicher Dünger – Sogar der Dung der Tiere ist ein Gewinn. Er recycelt Nährstoffe auf natürliche Weise und dient Insekten wie Mistkäfern als wichtige Lebensgrundlage.
  • Klimaschutz – Im Vergleich zur maschinellen Mahd verursacht die Schafsbeweidung deutlich weniger CO2-Emissionen und garantiert eine naturnahe Pflege.

Weich, wollig, wirkungsvoll: Die Schafe pflegen durch ihr selektives Fressverhalten und das Aufwerfen der Grasnarbe unsere biodiversen Wiesenflächen deutlich besser, als wir es mit unseren Geräten machen könnten. Das ist einfach großartig.

Kristina Pfister (Dezernat IV – Fachliche Koordination Außenanlagen)

Hightech trifft auf Tradition

Im Rahmen unseres Pilotprojekts zur Förderung der Biodiversität nutzen wir die Schafe als natürliche und CO2-arme Alternative in Ergänzung zur maschinellen Mahd. Sie pflegen unsere Wiesen naturnah und helfen aktiv dabei, artenreiche Böden zu schaffen.

Wiesen – Hotspots der Artenvielfalt

Die Biodiversitätswiesen auf der Lichtwiese.
Die Biodiversitätswiesen auf der Lichtwiese.

Wiesen in Mitteleuropa sind Hotspots der Biodiversität und essentiell für die ökologische Balance. Sie bieten besonders Insekten deutlich mehr Blüten und Unterschlupf als einfacher Rasen. Angesichts des Artensterbens, insbesondere bei Insekten, die Schlüsselrollen (z.B. Bestäubung) in der Natur übernehmen, ist der Erhalt dieser Flächen von entscheidender Bedeutung. Das Ziel auf der Lichtwiese ist es, genau diese artenreichen Wiesen zu erhalten und zu fördern, um dem Rückgang der biologischen Vielfalt entgegenzuwirken. Dafür wird bei diesen Flächen ein Mahdkonzept angewendet, bei dem sowohl zeitversetzt gemäht als auch das Mahdgut abtransportiert wird. Weitere Informationen zu den Konzepten der TU Darmstadt für einen zukunftsfähigen Campus und die Mahd können im Interview mit Dr. Deniz Uzman nachgelesen werden. Die Biodiversitätswiesen und weitere Projekte des Grünen Campus können auf der Karte der Nachhaltigkeit (opens in new tab) gefunden werden.

Fazit

Das Biodiversitätswiesenprojekt leistet durch das große Engagement aller Beteiligten und die detaillierten Pflegepläne einen wertvollen Beitrag zum Erhalt und der Förderung der biologischen Vielfalt auf dem Campus.

Danke für Kooperation & Unterstützung:

>> Tabea Meischner & ihre Schafherde
Dezernat IV – Außenanlagen
Fachbereich Biologie
Botanischer Garten