Gehaltsplus und neue Akzente

Tarifabschluss an der TU Darmstadt

21.04.2026

Die TU Darmstadt hat einen neuen Tarifvertrag: Nach zwei Verhandlungsrunden haben sich die TU Darmstadt und die Gewerkschaften ver.di und GEW auf eine Gehaltssteigerung und weitere Verbesserungen für die Beschäftigten geeinigt. Einige Eckpunkte gehen über den Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst in Hessen hinaus.

Der neue Tarifvertrag, der auch auf Beamt:innen übertragen werden soll, sieht für die Beschäftigten der TU Darmstadt zum 1. Juli 2026 eine Gehaltssteigerung in Höhe von 3 Prozent, jedoch mindestens 110 Euro und zum 1. Oktober 2027 eine weitere Steigerung in Höhe von 2,8 Prozent vor. Die Auszubildenden erhalten zu den identischen Zeitpunkten pauschale Gehaltserhöhungen von zunächst 80 Euro und dann 70 Euro. Auf eine mögliche Verschiebung der Gehaltssteigerungen zugunsten der steuer- und abgabenfreien Entlastungsprämie in Höhe von 1.000 Euro ließen sich die Gewerkschaften nicht ein. Das Landesticket Hessen wird bis Ende 2028 verlängert.

Darüber hinaus wird an der TU Darmstadt die Entgeltordnung zur passgenaueren Eingruppierung von wissenschaftlichen Mitarbeitenden in der universitären Lehre ergänzt. Auch bei der Eingruppierung der Hausmeister:innen geht die TU Darmstadt ihren eigenen Weg, um die Berufserfahrung besser berücksichtigen zu können. Um die betriebliche Ausbildung an der TU Darmstadt weiter zu stärken, wurde zudem eine Zulage für Beschäftigte, die sich dort engagieren, vereinbart.

„Dieser Tarifabschluss ist für uns alle ein gutes Ergebnis“, erklärte der Kanzler und Verhandlungsführer der TU Darmstadt, Dr. Martin Lommel. „Wir konnten auch in der herausfordernden Haushaltssituation faire Gehaltssteigerungen vereinbaren und zudem unsere Tarifautonomie nutzen, um die Entgeltordnung anzupassen. So können wir nicht nur herausragende Forschung, sondern auch herausragende Lehre von wissenschaftlichen Mitarbeitenden tarifrechtlich honorieren und setzen dies als erste Universität Deutschlands auch in der Entgeltordnung um.“

Ein studentischer Tarifvertrag wurde in der Abschlussverhandlung nicht mehr diskutiert. Für studentische Beschäftigte an der TU Darmstadt werden die Vergütungssätze entsprechend der Vereinbarung im Land Hessen angehoben – sie steigen in der unteren Stufe von derzeit 14,20 Euro pro Arbeitsstunde ab Wintersemester 2026/27 auf 15,20 Euro und ab Wintersemester 2027/28 auf 15,90 Euro. In der höheren Stufe wird der Stundensatz zu den jeweiligen Zeitpunkten zunächst auf 16,46 Euro und dann auf 16,92 Euro angehoben.

Hintergrund: Eigener Tarifvertrag der TU Darmstadt

Die Übertragung der Dienstherrneigenschaft zum 1. Januar 2010 ist Teil des vom hessischen Landtag beschlossenen TUD-Gesetzes. Damit hat die Universität die Verantwortung für die Beschäftigungsverhältnisse ihrer Mitarbeiterenden übernommen. Seither prüft und verhandelt die TU Darmstadt mit den Gewerkschaften, ob die im Land Hessen getroffenen tarifvertraglichen Regelungen für die TU-Beschäftigten gut passen oder abweichende Regelungen von Vorteil sind. Das ist nur möglich, wenn die Tarifverträge in Gänze in den Blick genommen und mit den Gewerkschaften verhandelt werden. Das ist auch ein wesentliches Motiv für das Land Hessen, nicht automatisch den von der Tarifgemeinschaft der Länder vereinbarten Tarifvertrag (TV-L) zu übernehmen.

So wurde es an der TU Darmstadt beispielsweise erreicht, den Beschäftigten eine erhöhte Corona-Sonderzahlung in den unteren Entgeltgruppen auszuzahlen und gleichzeitig die Möglichkeit einer Entgeltumwandlung für den Erwerb eines Leasing-Rades zu eröffnen. Hierdurch ist die TU Darmstadt deutschlandweit Vorreiterin und Impulsgeberin für den TV-L. In der aktuellen Tarifrunde konnten beispielsweise die vergünstigten Mensapreise für Auszubildende sowie die Verbesserungen in der Entgeltordnung insbesondere für die universitäre Lehre vereinbart werden.

KOM