Willkommen zurück! Die Schafe pflegen wieder den Campus Lichtwiese.
01.10.2026 von Hannah Wittmann / ual
Inzwischen schon zum dritten Mal unterstützt die Schafherde von Schäferin Tabea Meischner das Team der TU-Gärtnerinnen und -Gärtner bei der nachhaltigen Pflege der Grünflächen an der Lichtwiese – ganz zur Freude vieler Studierender und Beschäftigter.
Zu Gast bei Freunden
Für ca. zwei Wochen (ab dem 21.09.2026) übernehmen 34 Schafe auf den Wiesen des Campus Lichtwiese die wohl umweltschonendste Form der Landschaftspflege. Insgesamt wurden sieben Flächen von der „Seniorengruppe“ der Schafe gemäht und damit ein wertvoller Beitrag zur Artenvielfalt geleistet. Damit unterstützen die Schafe die Gärtner:innen der TU, die im restlichen Jahr den essentiellen Teil zur Erhaltung der Wiesen übernehmen. Die Maßnahme wurde ursprünglich im Projekt „Grüner Campus“ initiiert und wurde mittlerweile vom Betrieb des Dezernats IV Immobilienmanagement, Bereich Außenanlagen, übernommen.
Wiesen – Hotspots der Artenvielfalt
Wiesen in Mitteleuropa sind Hotspots der Biodiversität und essentiell für die ökologische Balance. Sie bieten besonders Insekten deutlich mehr Blüten und Unterschlupf als einfacher Rasen. Der Erhalt dieser Flächen ist von entscheidender Bedeutung: angesichts des Artensterbens, insbesondere bei Insekten, die Schlüsselrollen wie beispielsweise die Bestäubung in der Natur übernehmen. Das Ziel auf der Lichtwiese ist es, genau diese artenreichen Wiesen zu erhalten und zu fördern, um dem Rückgang der biologischen Vielfalt entgegenzuwirken. Im Interview mit Dr. Deniz Uzman wird auf dies und auf weitere Konzepte innerhalb des „Grünen Campus“ eingegangen.
Kleinteilige Flächen, wie sie am Campus Lichtwiese zu finden sind, eignen sich gut für eine kleinere Herde. Da ausreichend Futter vorhanden ist, muss sie nicht so oft umgetrieben werden. Ein weiterer Vorteil der Lichtwiese sind die kurzen Wege zwischen den Weiden, dass ist ideal für ältere Tiere, die nicht mehr so weit laufen können.
Tabea Meischner, Schäferin
Vorteile durch die Mahd mithilfe von Schafen
- Selektives Fressen – Die Schafe fressen ungleichmäßig und gezielt, wodurch sie dominante Pflanzenarten zurückdrängen. Dies gibt konkurrenzschwächeren, selteneren Wildkräutern die Chance, sich nicht nur anzusiedeln, sondern auch zu wachsen.
- Strukturvielfalt – Durch die ungleichmäßige Beweidung schaffen sie unterschiedliche Wuchshöhen und -strukturen auf der Wiese, was Lebensraum und Rückzugsort für verschiedene Insektenarten bietet.
- Trittwirkung der Hufe – Die leichten, unregelmäßigen Tritte der Schafe führen zu einer sanften Bodenfestigung und walzen die Grasnarbe an. Gleichzeitig schaffen sie dabei kleine Öffnungen im Bodenbewuchs, die für bestimmte Insekten, beispielsweise Wildbienen, als Nistplätze und für Keimlinge wichtig sind.
- Natürlicher Dünger – Sogar der Dung der Tiere ist ein Gewinn. Er recycelt Nährstoffe auf natürliche Weise und dient Insekten wie Mistkäfern als wichtige Lebensgrundlage.
- Klimaschutz – Im Vergleich zur maschinellen Mahd verursacht die Schafsbeweidung deutlich weniger CO2-Emissionen und garantiert eine naturnahe Pflege.
Weideflächen der Schafe an der TU Lichtwiese
Die Schafe kümmern sich um sieben verschiedene Bereiche des Campus Lichtwiese. Diese Wiesen sind besonders für Insekten unverzichtbare Rückzugsorte und bieten weitaus mehr Nahrung als gewöhnlicher Rasen. Um dem Insektensterben aktiv entgegenzuwirken, schützt die TU Darmstadt diese Flächen. Neben dem Einsatz der Schafe werden dort eine zeitversetzte Mahd und das Abräumen des Mahdguts durch die TU-Gärtnerinnen und -Gärtner eingesetzt, um optimale Bedingungen für diese Wiesen zu schaffen. Ausführliche Einblicke in das Mahdkonzept gibt es in der ersten Meldung zu den Schafen auf der Lichtwiese im Frühjahr 2025. Alle Weideflächen sowie weitere Projekte des „Grünen Campus“ sind auf der TuDa Green Map (wird in neuem Tab geöffnet) zu finden.
Fazit
Das Biodiversitätswiesenprojekt leistet durch das große Engagement aller Beteiligten und die detaillierten Pflegepläne einen wertvollen Beitrag zum Erhalt und der Förderung der biologischen Vielfalt auf dem Campus.
Danke für Kooperation & Unterstützung:
Tabea Meischner & ihre Schafherde
Dezernat IV – Außenanlagen
Fachbereich Biologie
Botanischer Garten