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Zur Vorlesungsreihe

Naturwissenschaftler:innen sind auch (nur) Menschen und diese Tatsache beeinflusst ihre Forschung und ihr Zusammenleben und -arbeiten. Die studentisch organisierte Ringvorlesung umfasst Themen wie Ethik, Kommunikation und Arbeitskultur in den Wissenschaften; die Rolle von Naturwissenschaftler:innen in der Gesellschaft; psychische Gesundheit; verschiedene Formen von Diskriminierung in akademischer Forschung und Industrie sowie Möglichkeiten, diese zu überwinden und gemeinsam (berufliche) Wege zu gehen, die es allen erlauben, sich bestmöglich zu entfalten.

Die Vorlesung findet ab dem 20.10.21 mittwochs um 11:40 Uhr statt und wird via Zoom abgehalten.

Einbringen können sie alle Studierenden in den Wahlbereichen der Bachelor- und Master-Studiengänge, auf TUCaN ist sie unter der Veranstaltungsnummer 07-00-0052-vl zu finden. Willkommen sind nicht nur Studierende, sondern alle Interessierten aus der TU und von außerhalb.

Nähere Informationen sind auf der zugehörigen Website und auf der Moodle-Veranstaltungsseite zu finden; TU-Interne können außerdem auf Vortragsaufzeichnungen und Leitfragen aus der ersten Runde der Vorlesung im Moodle-Kurs aus dem letzten Jahr zugreifen.

Sitzung 13: Wissenschaftliche Karrieren individuell gestalten

Prof. Dr. Barbara Rothen-Rutishauser & Prof. Dr. Alke Fink: Flexible Arbeits(zeit)modelle in der Wissenschaft – Top-Sharing: Beide zusammen oder gar nicht

Abstract: Wir teilen uns seit über 10 Jahren eine ordentliche Professur am Adolphe Merkle Institut, Universität Fribourg, Schweiz. Die Motivation für unsere gemeinsame Bewerbung war eine Führungsposition in der Wissenschaft zu erlangen, und mit unseren komplementären Profilen – Barbara ist ausgebildete Zellbiologin, Alke ist Werkstoffchemikerin - überzeugten wir die Berufungskommission von den unmittelbaren Vorteilen einer gemeinsamen Professur.
Heute leiten wir eine Gruppe mit 30 Mitarbeitenden, hauptsächlich wissenschaftliche Mitarbeitende und Doktorierende. Alle unsere interdisziplinären Projekte bewegen sich an der Bio-Nano-Schnittstelle, und jeder in der Gruppe profitiert von unseren unterschiedlichen wissenschaftlichen Hintergründen. Wir haben unglaublich viel voneinander gelernt - und tun es immer noch -, und können neue wissenschaftliche Fragen ganz anders angehen als noch vor einigen Jahren. Unser Erfolg spiegelt sich auch in den 150 gemeinsam veröffentlichten wissenschaftlichen Publikationen und den über 15 Millionen Franken an Drittmitteln wider.
"Kommunikation" ist der Schlüssel zum Erfolg einer solchen Partnerschaft, ebenso wie der Teamgeist, der von allen viel Zeit und Einsatz verlangt. Die Vorteile - wie geteilte Verantwortung, gegenseitige Vertretung bei Abwesenheit und ein größeres Netzwerk - überwiegen eindeutig. Wir werden unsere Erfahrungen, aber auch die Herausforderungen, vorstellen und über administrative Hürden, die es zu bewältigen gibt, sprechen.

Lebensläufe: Prof. Dr. Barbara Rothen-Rutishauser hat an der ETH Zürich Biologie studiert und promovierte in Zellbiologie. Nach einem Postdoc in Biopharmazie an der ETH Zürich wechselte sie in die Anatomie der Universität Bern, Schweiz, wo sie 10 Jahre, zuerst als Postdoc und dann als Gruppenleiterin, forschte. Im Jahr 2010 habilitierte sie an der Universität in Bern. Seit 2011 leitet sie als ordentliche Professorin zusammen mit Prof. Dr. Alke Fink im Co-Sharing die Gruppe Bionanomaterialien am Adolphe Merkle Institut der Universität Fribourg, Schweiz. Ihre Forschungsprojekte konzentrieren sich auf die Untersuchung von Nanomaterial-Zell-Interaktionen, sowie die Etablierung von 3D Lungenzellkulturmodellen, um die Effekte von inhalierten Materialien zu untersuchen.

Prof. Alke Petri-Fink promovierte 1999 in Chemie an der Universität Ulm, Deutschland. Nach einem Postdoc-Aufenthalt an der Universität von Gainesville, Florida, wechselte sie an das Institut für Materialwissenschaften der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL), zunächst als Postdoc, dann als leitende Wissenschaftlerin. 2009 wechselte sie an das Departement für Chemie der Universität Freiburg und seit 2011 ist sie, gemeinsam mit Prof. Rothen-Rutishauser, ordentliche Professorin am Adolphe Merkle Institut, Schweiz. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf anorganischen Nanopartikeln, deren Synthese, Oberflächen und Wechselwirkungen mit biologischen Zellen.

Neela Enke (Scienza): (Wissenschaftliche) Karrieren zwischen Zwang, Erwartung und Freiraum

Abstract: Wenn wir über Karrieren sprechen - auch und ganz besonders über wissenschaftliche Karrieren - gibt es alle möglichen Notwendigkeiten, Zwänge, Vorstellungen, Erwartungen, denen wir uns ausgesetzt sehen und die unser Handeln einschränken. Wo bleibt da der Freiraum? Was ist möglich/unmöglich? Wo und wie kann ich einen Platz finden, der für mich passt und wo ich mit meinen Fähigkeiten wirksam werden kann? Wie gehe ich mit existenziellen Ängsten um? Welche Ansatzpunkte gibt es für das Individuum? Was kann und muss aber auch auf institutioneller Ebene verändert werden? Der Vortrag zeigt Möglichkeiten auf - anhand von Strategien und ungewöhnlichen Beispielen aus dem Coaching.

Lebenslauf: Dr. Neela Enke ist promovierte Biologin mit über zehn Jahren Erfahrung in verschiedenen europäischen Forschungsinstitutionen. Seit 2011 arbeitet sie als Coach für Forscher:innen in unterschiedlichen Qualifikationsstufen, Teams sowie Führungspersonal und Mitarbeiter:innen von Universitäten und Forschungseinrichtungen. Sie bietet Workshops zu den Themen Karriereentwicklung, Führungskompetenzen, Teamführung, Gender in der Wissenschaft sowie Konfliktmanagement an. Darüber hinaus ist sie ausgebildete Mediatorin mit Fokus auf Konflikte in Forschungsinstitutionen. Sie ist Inhaberin und Geschäftsführerin von Scienza Science Coaching und schreibt regelmäßig Artikel, Kolumnen und Bücher.

Wann?

02. Februar 2022, 11:40

Wo?

https://tu-darmstadt.zoom.us/j/81459933661?pwd=YWpNRHRDdkw0RWZtaGZVeHduUVlZZz09
Meeting ID: 814 5993 3661
Passcode: 877980

Veranstalter

Han Dittmar, Kilian Heckenberger, Melissa Meinel, Miriam Seebach (FB07)

Kontakt

 

02
Februar
2022
11:40

Tags

Ringvorlesung, NaGAI, Feminismus, equity, equality, Gleichstellung, Gleichberechtigung, Diversität, diversity