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08.04.2013

Das Darmstädter Residenzschloss – eine Chronik

Das bauliche Ensemble des ehemaligen Darmstädter Residenzschlosses besteht aus vielfältigen Gebäuden mit zum Teil bis zu 600-jähriger Baugeschichte, die erste Wasserburg entstand bereits im 13. Jahrhundert. Nach der weitgehenden Zerstörung im Zweiten Weltkrieg erfolgte der Wiederaufbau in äußerlich ursprünglicher Form bis Mitte der 1960er-Jahre.

Luftaufnahme vom Darmstädter Residenzschloss. Bild: Nikolaus Heiss
Das Darmstädter Residenzschloss, Luftaufnahme Juli 2012. Bild: Nikolaus Heiss

Mittelalter

Unter den Grafen Katzenelnbogen erhält Darmstadt das Stadtrecht. Die Wasserburg und Stadtmauer entstehen und werden weiter ausgebaut. Das Ahrheilger Tor im Osten und ein weiteres Stadttor im Westen werden errichtet.

Mehr zum Mittelalter: Vom 11. Jahrhundert bis 1451


Vom Mittelalter zum Beginn der Neuzeit

Die Grafschaft Darmstadt verliert unter den Landgrafen von Hessen an Bedeutung. Philipp der Großmütige errichtet den Herrenbau von Grund auf neu. Nach dessen Tod erfährt Darmstadt unter Georg I. einen Aufschwung. Der fürstliche Baumeister Kesselhut leitet den Bau des dreigeschossigen Winkelbaus des Kirchen- und Kaisersaalbaus im Renaissancestil. So entstand der Kirchhof, wie er noch heute im Wesenlichen existiert.

Mehr zum Beginn der Neuzeit: 1479 bis 1595


Zeitalter des Barock: Das 17. und 18. Jahrhundert

Landgraf Ludwig VI. baut das Schloss weiter aus. Der Glockenbau entsteht und dafür werden 28 Glocken aus Holland beschafft. Der junge Landgraf Ernst Ludwig tritt die Erbfolge an. Die Stadt wird von den Franzosen besetzt, deshalb wird das Glockenspiel für kurze Zeit nach Frankfurt ausgelagert. Der Architekt Louis Remy de la Fosse gestaltet unter Landgraf Ernst Ludwig das Portal der Schlosskirche neu. Nach dem großen Schlossbrand 1715 wird de la Fosse mit der kompletten Neuplanung des Schlosses beauftragt. Aus finanzellen Gründen wird der Schlossbau abgebrochen. Unter Ludwig IX. herrscht ein strenger Sparkurs, seine Frau Karoline sorgt für eine kulturelle Blüte Darmstadts.

Mehr zur Zeit des Barock: Vom Anfang des 17. Jhr. bis 1796


Das 19. Jahrhundert

Unter Landgraf Ludwig X. wird das Neuschloss ausgebaut. In dem trocken gelegten Schlossgraben entsteht der botanische Garten. Die Hofbibliothek und die Kabintettsbibliothek werden vereinigt und öffentlich zugänglich. Ludwig II. stellt das Neuschloss fast vollständig der Bibliothek und dem Museum zur Verfügung. Der Neubau erhält einen 35 Meter hohen Turm.

Mehr zum 19. Jahrhundert


Zwischenkriegszeit und Kriegsjahre

Nach dem ersten Weltkrieg wird Darmstadt Hauptstadt des Volksstaates Hessen und das Schloss geht in Landesbesitz über. Die Sanierung des Neuschlosses schafft die Vorraussetzungen für die Unterbringung von Landesbibliothek und Staatsarchiv. Gegen Ende des zweiten Weltkriegs liegen Schloss und Stadt zu großen Teilen in Schutt und Asche. 1945 richten sich die Amerikaner das Schloss als Hauptquartier ein.

Mehr zur Zwischenkriegszeit und den Kriegsjahren: 1918 bis 1945


Nach dem Zweiten Weltkrieg

Die Landesbibliothek bezieht einen Lesesaal im Erdgeschoss des Westflügels. Das im Krieg zerstörte Glockenspiel wird mit zunächst nur 21 Glocken wieder in Betrieb genommen. Das Schloss wird weitestgehend wieder aufgebaut, die Landes- und Hochschulbibliothek endgültig fertiggestellt und übergeben. 1966 bezieht die Technische Hochschule den Altschlossbereich.

Mehr zur Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg: 1945 bis 1981


1990er Jahre bis heute

Die TU Darmstadt wird offiziell „Schlossbesitzerin" und beginnt mit der Gründungssanierung im Altschlossbereich. Auf der Bastion entsteht eine öffentlich zugängliche Sommergastronomie. Die Universitäts- und Landesbibliothek zieht in den Neubau an der Magdalenenstraße und die TU beginnt mit der Sanierung des Schlosses.

Mehr zu den 1990er Jahre bis heute

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