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24.07.2018

Cybersicherheit aus Darmstadt

Bundesministerin Karliczek und Staatsminister Rhein besuchen CRISP

Am Montag (23.7.) hat Bundesforschungsministerin Anja Karliczek gemeinsam mit dem Hessischen Minister für Wissenschaft und Kunst, Boris Rhein, das Fraunhofer SIT in Darmstadt besucht. Vor Ort informierten sie sich über die Fortschritte des Kompetenzzentrums CRISP. Am Zentrum für Cybersicherheitsforschung arbeiten die Technische Universität Darmstadt, zwei Darmstädter Fraunhofer-Institute und die Hochschule Darmstadt zusammen.

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und Hessens Wissenschaftsminister Boris Rhein haben sich in Darmstadt über Cybersicherheitsforschungsprojekte informiert. (V.l.n.r.) Dr.
Manfred Efinger (TU Darmstadt), Dr. Astrid Mannes (Bundestagsabgeordnete Darmstadt), Prof. Dr. Arjan Kuiper (Fraunhofer IGD), Boris Rhein (Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst), Anja Karliczek (Bundesministerium für Bildung und Forschung), Prof. Dr. Michael Waidner (Fraunhofer SIT), Prof. Dr. Ralph Stengler (Hochschule Darmstadt), Prof.
Dr. Arnd Steinmetz (Hochschule Darmstadt) Prof. Dr. Peter Buxmann (TU Darmstadt). Bild: Fraunhofer SIT
Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und Hessens Wissenschaftsminister Boris Rhein haben sich in Darmstadt über Cybersicherheitsforschungsprojekte informiert. (V.l.n.r.) Dr. Manfred Efinger (TU Darmstadt), Dr. Astrid Mannes (Bundestagsabgeordnete Darmstadt), Prof. Dr. Arjan Kuijper (Fraunhofer IGD), Dr. Boris Rhein (Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst), Anja Karliczek (Bundesministerium für Bildung und Forschung), Prof. Dr. Michael Waidner (Fraunhofer SIT), Prof. Dr. Ralph Stengler (Hochschule Darmstadt), Prof. Dr. Arnd Steinmetz (Hochschule Darmstadt) Prof. Dr. Peter Buxmann (TU Darmstadt). Bild: Fraunhofer SIT

Forschungsministerin Karliczek und Minister Rhein überzeugten sich von den Fortschritten in der Cybersicherheit am Beispiel der Digitalstadt Darmstadt und betonten die große Bedeutung der Cybersicherheitsforschung für die Digitalisierung in Wirtschaft und Gesellschaft.

Bundesministerin Anja Karliczek hob hervor: „Wir müssen die Digitalisierung zum Wohle der Menschen gestalten. An Cybersicherheit führt dabei kein Weg vorbei; sie ist eine Grundvoraussetzung. Die richtungsweisenden Kooperationsprojekte des Kompetenzzentrums CRISP zeigen eindrucksvoll, wie innovative IT-Sicherheitslösungen den digitalen Wandel grundlegend mitgestalten. Wer beispielsweise die intelligente Nutzung begrenzter Ressourcen in Städten und urbanen Räumen mit ihren kritischen Infrastrukturen effektiv ermöglichen möchte, braucht angewandte Cybersicherheit.“

„Neue Chancen und Möglichkeiten der Digitalisierung“

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek im "Smart Car". BIld: Fraunhofer SIT
Bundesforschungsministerin Anja Karliczek im „Smart Car“. BIld: Fraunhofer SIT

Während ihres Besuches lobte Karliczek die Forschung und Entwicklung am Standort als Katalysator für Cybersicherheitsinnovationen und die Verbesserung der IT-Sicherheit in Staat und Gesellschaft: „Das Kompetenzzentrum CRISP befördert insbesondere Kooperationen zwischen Hochschulen, außeruniversitärer Forschung und Unternehmen. Durch diesen Schulterschluss kann ein beschleunigter Transfer in den Alltag gelingen. So finden die Ergebnisse auch Anwendung in der Digitalstadt Darmstadt und bringen neue Chancen und Möglichkeiten der Digitalisierung direkt zu den Bürgern. Gemeinsam mit dem Land Hessen wollen wir deshalb CRISP zu einem auf Dauer angelegten Nationalen Forschungszentrum für angewandte Cybersicherheit weiterentwickeln.“

Hessens Wissenschaftsminister Boris Rhein: „Deutschland ist beim Thema Cybersicherheit auf einem sehr guten Weg. Als hessischer Wissenschaftsminister freue ich mich insbesondere, dass der Standort Darmstadt dank CRISP zu den weltweit führenden Forschungsstandorten für anwendungsorientierte Cybersicherheit und Datenschutz zählt. Hessen ist bei der Forschung und Entwicklung in den Bereichen Cybersicherheit und Datenschutz mittlerweile so gut aufgestellt, wie kein anderes Bundesland in Deutschland.“

Von Datenhandel bis zur Smart-City

Bei ihrem Besuch konnten sich Ministerin und Minister an verschiedenen Exponaten von der praxisnahen Forschung überzeugen:

Staubsauger-Roboter sind praktische Helfer im Haushalt − aber auch eine Gefahr für die Privatsphäre? Um durch die Wohnung zu navigieren, legen sie eine Art „Landkarte“ an − und senden diese per WLAN an den Hersteller. Aus den gesammelten und den Nutzerdaten lassen sich viele Informationen ableiten, z.B. Arbeitszeiten, finanzielle Mittel, und durch den Netzwerkzugang auch der Wohnort − manche Modelle senden sogar eine genaue GPS-Position. Eine große Gefahr, wenn diese Daten in die falschen Hände geraten.

Forscher der TU Darmstadt analysieren Smart Home Geräte und finden Privacy-Schwachstellen. Die Forscher des Secure Mobile Networking Labs (SEEMOO) veröffentlichen außerdem Anleitungen, mit denen Nutzer ihre Smart Home Geräte selbst kontrollieren können. Präsentiert wurde die Demo von Jiska Classen, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei SEEMOO an der TU Darmstadt.

Im Zuge der Digitalisierung ist die Gestaltung der Smart-City der Zukunft von hoher gesellschaftlicher Bedeutung. Zunehmende Automatisierung und Vernetzung von Prozessen ermöglichen neue Angriffsmöglichkeiten und bergen das Risiko des Verlusts der Privatsphäre. Deshalb ist eine ganzheitliche Sichtweise notwendig. Das Thema ist eng mit der Digitalstadt Darmstadt verbunden, in der Angriffe auf die Dienste und die Versorgung der Stadt und deren zukünftiger Vernetzung der Infrastrukturen verhindert werden muss.

Präsentiert wurde eine virtuelle Stadt der Zukunft, die zentrale Anwendungen der IT-Sicherheitsforschung der TU Darmstadt via Augmented Reality erfahrbar macht. Die Secure & Smart City zeigt, wie IT-Sicherheit in allen Bereichen der Gesellschaft relevant ist: Smart Home, Mobilität, Industrie 4.0, Health, Finance oder Kritische Infrastrukturen. Prof. Max Mühlhäuser, Sprecher des Graduiertenkollegs Privacy & Trust an der TU Darmstadt, gab einen Überblick über den Demonstrator und seine Forschung zu Zukunftskonzepten für urbane Informations- und Kommunikationstechnologie.

Ein eigenes Profil bei Facebook, ein E-Mail-Konto bei Yahoo, eine Suche über Google. Täglich nutzen viele Millionen Menschen Angebote im Internet, für die sie keine Rechnung bekommen. Und doch zahlen sie dafür – mit ihren Daten. Hinter den kostenlosen Angeboten stehen oft milliardenschwere Konzerne. Und die verdienen ihr Geld mit dem, was sie über die Nutzer, ihre Kunden wissen.

Prof. Peter Buxmann, Leiter des Fachgebiets Wirtschaftsinformatik an der TU Darmstadt und seine Mitarbeiterin Amina Wagner präsentierten neueste Ergebnisse der Studie „Der Preis des Kostenlosen“. So fanden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschafter unter anderem heraus, dass über 60 Prozent der deutschen Internetnutzer den Handel mit ihren Daten nicht in Ordnung finden. Auch was den Nutzern ihre Privatheit im Internet wert ist, wurde untersucht.

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