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08.10.2018

„Ein Juwel in Fragen der Künstlichen Intelligenz“

Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Gast an der TU Darmstadt

Hoher Besuch an der TU Darmstadt: Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel war heute zu Gast auf dem Campus Stadtmitte. Merkel, der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier und der hessische Wissenschaftsminister Boris Rhein tauschten sich mit TU-Präsident Professor Hans Jürgen Prömel sowie weiteren Vertreterinnen und Vertretern der TU über Chancen der Digitalisierung für den Menschen aus. Im Fokus standen insbesondere die Themen Robotik und Künstliche Intelligenz.

Bilder: Patrick Bal

Die Bundeskanzlerin und der Ministerpräsident nahmen das Angebot eines Teams des Fachgebiets Simulation, Systemoptimierung und Robotik am Fachbereich Informatik gerne an, während einer Kurzvorführung mehrfach aktiv einzugreifen und zu steuern. Und das zeigten die wissenschaftlichen Mitarbeiter unter der Leitung von Professor Oskar von Stryk: einen autonomen Erkundungsroboter, geeignet für Rettungs- und Sucheinsätze im Katastrophen- oder Unglücksfall und ausgestattet mit einer Fülle von Sensoren. So navigierte er auf einem Parcours in einem simulierten zerstörten Gebäude und verarbeitete gleichzeitig Informationen aus dem Umfeld. Dies hilft Einsatzkräften, die Lage vor Ort genauer einschätzen zu können.

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Künftig, so die zweite Demonstration, werden humanoide Roboter wie etwa der vom TU-Team Hector entwickelte „Johnny“ mit Erkundungsrobotern abgestimmt handeln können. Schließlich präsentierten die wissenschaftlichen Mitarbeiter ein Such- und Rettungsprojekt, um Leckagen auf Gas- und Öl-Förderplattformen ausfindig zu machen, damit Menschen rechtzeitig aus einer Gefahrenzone evakuiert werden können – dieses aus der TU Darmstadt ausgegründete Start-up möchte nächstes Jahr den Schritt in den Markt wagen.

Nach der Vorführung setzten sich Merkel und Bouffier zu einem nicht-öffentlichen Gespräch mit Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern der TU zusammen. Merkel zeigte sich beeindruckt vom wissenschaftlich-technischen Engagement, das von der Grundlagenforschung bis zu Ausgründungen reiche und die Anwendungsmöglichkeiten und die Anforderungen einer modernen IT-Gesellschaft stets im Blick behalte: „Ich habe gesehen, wie motiviert die Studierenden und Lehrenden sind.“ Ministerpräsident Bouffier setzte hinzu: „Die jungen Wissenschaftler haben Lust auf Zukunft.“

Schließlich lobte die Kanzlerin, die TU Darmstadt sei „ein Juwel in Fragen der Künstlichen Intelligenz“. Im harten internationalen Wettbewerb zeige die Universität, „dass Deutschland Spitze sein kann“. Ihren besonderen Autonomiestatus habe die TU Darmstadt für „Wissenschaft in Freiheit“ sehr gut genutzt.

Auch Ministerpräsident Bouffier zeigte sich beeindruckt: „Hier finden wissenschaftliche Entwicklungen statt, die für die Zukunft von allergrößter Bedeutung sind.“ Nicht nur das Team Hector habe „einen Ruf wie Donnerhall“, sondern auch die Universität insgesamt schreibe immer wieder „erfolgreiche Ausgründungsgeschichte.“

Spitzen-Informatik an der TU

Die Informatik der TU Darmstadt ist im bundesweiten Universitäts-Vergleich die leistungsfähigste und hat in Europa eine führende Position. Sie prägt das wissenschaftliche Profil der TU Darmstadt: Zwei der sechs Profilbereiche – Internet und Digitalisierung sowie Cybersicherheit und Schutz der Privatheit (CYSEC) – forschen zu den für die Digitalisierung notwendigen technologischen Grundlagen. Ein Erfolgsschlüssel der Informatik an der TU Darmstadt ist die hervorragende Vernetzung mit Anwendungsdisziplinen der Ingenieur- und Geisteswissenschaften. Die Informatik ist zudem maßgeblich für die Entwicklung der neuen Felder Cognitive Science und Digital Humanities und stark international ausgerichtet.

Darmstadt ist europaweit der bedeutendste Standort für Forschung zu IT-Sicherheit. Über 450 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forschen hier an aktuellen Themen der Cybersicherheit in Gesellschaft, Wirtschaft und Verwaltung. Gebündelt werden die Aktivitäten durch das Center for Research in Security and Privacy (CRISP).

CRISP wird Nationales Forschungszentrum

Das 2015 in Darmstadt eröffnete Cybersicherheitszentrum, an dem die TU als Partnerin maßgeblich beteiligt ist, wird ab dem nächsten Jahr als neues Nationales Forschungszentrum für angewandte Cybersicherheit dauerhaft gefördert und zum größten Forschungszentrum auf diesem Gebiet in Deutschland ausgebaut. Das gaben Ministerpräsident Volker Bouffier und Wissenschaftsminister Boris Rhein am Rande des Besuchs der Bundeskanzlerin bekannt. Ausgehend von 12,4 Millionen Euro im Jahr 2019 soll die Förderung schrittweise auf einen mittleren zweistelligen Millionenbeitrag anwachsen.

Präsident Prömel begrüßte die Entscheidung zur dauerhaften Förderung von CRISP am Montagmittag: „Die Darmstädter Cybersicherheit ist durch das Zusammenwirken der verschiedenen Wissenschaftsinstitutionen einzigartig und weltweit sichtbar. Die Technische Universität Darmstadt trägt mit ihrer Forschungsstärke und interdisziplinären Vernetzung wie auch mit der Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses maßgeblich dazu bei.“

„Ich freue mich sehr darüber, dass der Bund die Verstetigung von CRISP in einem Nationalen Forschungszentrum für angewandte Cybersicherheit bestätigt hat. Damit soll langfristig gesichert werden, was wir in Darmstadt seit vielen Jahren aufbauen: eine innovative, gleichberechtigte Kooperation zwischen zwei wichtigen Säulen des deutschen Wissenschaftssystems: den Hochschulen mit TU Darmstadt und Hochschule Darmstadt und der Fraunhofer Gesellschaft mit den beiden Instituten SIT und IGD“, so TU-Professor Johannes Buchmann, der Sprecher von CRISP. „Wir bekommen so die Chance, die internationale Sichtbarkeit und Exzellenz von CRISP weiter zu stärken zum Wohle von Gesellschaft und Wirtschaft.“

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