News (Details) in breiter Spalte (DE+EN)

22.10.2018

Geisteswissenschaften im digitalen Wandel

Fachschaft organisiert autonome Ringvorlesung zu Digitalisierung

Bedeutet digital vernetzt auch wirklich zukunftsorientiert? Ist die voranschreitende Digitalisierung der Geisteswissenschaften ein Segen oder eher ein Fluch? Diesen Fragen möchte sich im Wintersemester 2018/19 eine interdisziplinäre Ringvorlesung am Fachbereich Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften nähern – organisiert wird die Reihe von der dortigen Fachschaft.

Geisteswissenschaften und Digitalisierung - wie passt das zusammen? Bild: Katrin Binner
Geisteswissenschaften und Digitalisierung – wie passt das zusammen? Bild: Katrin Binner

Das Studium der Geisteswissenschaften eröffnet einige Perspektiven in der Arbeitswelt, erfordert aber eine Spezialisierung und einen praktischen Bezug zu der Tätigkeit, die man nach dem Studium gern ausüben würde. „Und was ist, wenn Du das Gefühl hast, dass das, was Du studierst, nicht mehr gebraucht wird?“ fragt Stefanie Gatzka, Studentin im Lehramt Gymnasium Deutsch und Geschichte und Mitglied der Fachschaft des Fachbereichs Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften. „Die Welt um uns herum wird immer digitaler; die Berufe wandeln sich auch dahin“, erklärt sie und sieht die Notwendigkeit, sich an die Anforderungen solcher Berufe anzupassen.

Zusammen mit anderen Kommilitoninnen und Kommilitonen aus der Fachschaft organisiert Stefanie die autonome Ringvorlesung „Digitalisierung first. Bedenken second?!– (Inter)disziplinäre Perspektiven auf Digitalisierung in den Wissenschaften“. Die Vorlesungsreihe beginnt am 23. Oktober und findet immer dienstags von 18:05 bis 19:45 Uhr im Alten Hauptgebäude (S1|03) in Hörsaal 123 statt. Dabei geht es dem Organisationsteam nicht darum, vorhandenes Wissen zu wiederholen, sondern die Frage „Was ist die Digitalisierung für die Geisteswissenschaften – ein Fluch oder ein Segen?“ eigenständig zu beantworten. Sie setzen auf Interdisziplinarität und hoffen, dass sich unterschiedliche wissenschaftliche Perspektiven im Laufe der Vorlesungsreihe miteinander vermischen und am Ende ein vielfältiger Gesamteindruck entsteht.

Spannende Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung

Weitere Ringvorlesungen und öffentliche Vortragsreihen der TU Darmstadt im Wintersemester.

Von Studierenden nicht nur für Studierende

Es ist das zweite Mal, dass die Fachschaft des Fachbereichs Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften selbständig eine Ringvorlesung organisiert. Beim ersten Mal im Wintersemester 2016/17 widmeten sich die Studierenden dem Thema „Flucht“ und haben ein positives Feedback bekommen. „Der Kontakt zu denen, die vorne stehen, ist anders. Die Diskussion ist lebhafter. Und trotzdem hat es einen ernsteren Charakter, da am Ende eine Klausur geschrieben wird“, erklärt Stefanie Gatzka. Sie betont, dass das Angebot an Vorlesungen und Seminaren am Fachbereich zwar gut sei, man merke aber, wo sich die Dozentinnen und Dozenten auskennen, wenn sie Themen auswählen, die ihrer Forschung entsprechen oder aktuelle Tendenzen widerspiegeln. Was fehlt, seien die Anregungen aus den Reihen der Studierenden, was sie interessiert und dass sie ein Mitspracherecht haben. Der ‚andere‘ Charakter so einer autonomen Vorlesungsreihe erkläre sich auch dadurch, dass Studierende oder frische Absolventen häufig diejenigen seien, die die Vorlesungen halten, erläutert Stefanie.

Interdisziplinarität als Schlüssel zum Erfolg

Die Fachschaft hat ihre Idee der Ringvorlesung zu Digitalisierung in allen Instituten des Fachbereichs vorgestellt. Von der Seite der Lehrenden hatten die Organisatorinnen und Organisatoren ein gutes Entgegenkommen. So übernahm Professor Alfred Nordmann aus der Philosophie die Patenschaft für die Vorlesungsreihe. Aus jedem Institut fand sich mindestens eine Person, die sich mit dem Thema beschäftigt hat, es spannend findet und sich bereit erklärt hat, bei der Ringvorlesung vorzutragen. Professorinnen und Professoren, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter referieren zu Themen wie smarter Urbanismus, Populismus und Digitalisierung, Digital Humanities sowie Wissenschaft und Technik in der Friedens- und Sicherheitsforschung. Ferner kommen zudem Vorträge aus der soziologischen, philosophischen und geschichtlichen Perspektive sowie aus den Perspektiven der Medienpädagogik und Medienkommunikation hinzu.

Am 29. Januar 2019 findet außerdem ein Praxisvortrag von Marie-Luise Sessler zum Thema „Die Digitalisierung der Welt – die Ära der Geisteswissenschaftler*innen“ statt. Die studierte Germanistin mit dem Schwerpunkt Mediävistik arbeitet zurzeit im Innovationslab der Sparkasse Frankfurt und wird über ihren Werdegang berichten sowie Anregungen machen, wie man selber Perspektiven für den eigenen Berufsweg findet.

Die Veranstaltung kann in dem optionalen Bereich mit einer Klausur absolviert werden, wofür Studierende reguläre fünf Credit Points erhalten. Aber auch unverbindliche Besuche von Interessierten aus allen Fachbereichen zu den einzelnen Terminen sind willkommen.

zur Liste