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2017/12/18

Weihnachtsgruß des Präsidenten der TU Darmstadt

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, liebe Studierende,

ein für die Technische Universität Darmstadt sehr bedeutungsvolles Jahr geht zu Ende. Anhand von einigen Zahlen – ich bin Mathematiker – möchte ich dies verdeutlichen:

Professor Dr. Hans Jürgen Prömel, Präsident der TU Darmstadt. Bild: Katrin Binner
Präsident Professor Dr. Hans Jürgen Prömel. Bild: Katrin Binner

Die Universität hat auf die 140 Jahre ihres Bestehens mit einem bemerkenswerten Buchprojekt zurückgeblickt. Ein großes Team von Autorinnen und Autoren hat insbesondere die rasante Entwicklung mit Umbrüchen und Neuerungen seit den 1970er Jahren systematisch nachgezeichnet. Gleichzeitig hat die Universitäts- und Landesbibliothek ihre Gründung vor 450 Jahren standesgemäß gefeiert – unter anderem mit zwei wunderbaren Ausstellungen und der Herausgabe einer prächtigen Festschrift. Diese beschreibt facettenreich den Weg von der fürstlichen Büchersammlung zum modernen Wissensspeicher und Informationsdienstleister, der die analoge und digitale Welt bestens verschränkt. Auch einen Besuch der noch laufenden Jubiläums-Schauen, eine davon im Hessischen Landesmuseum, kann ich nur empfehlen.

Was hat uns als Universitätsmitglieder in diesem Jahr noch besonders beschäftigt? Ich erinnere mich an bewegende Momente anlässlich der feierlichen Eröffnung des Neubaus Alexanderstraße 2, der seither den Namen „Karl Plagge-Haus“ trägt. Damit würdigt die TU Darmstadt – auch im breiten Konsens mit der Studierendenvertretung, die im Haus den Café- und Kulturbetrieb (einst „603qm“) wiederaufgenommen hat – einen Alumnus, der als Wehrmachts-Offizier im Zweiten Weltkrieg in Vilnius mehreren hundert jüdischen Zwangsarbeitern das Leben rettete. Uns war es eine Ehre, dass ein Überlebender aus der Gruppe der Gepeinigten sowie ein Patenkind Plagges an der Einweihung des Gebäudes teilnahmen. Und es war uns wichtig auszudrücken, dass die TU-Angehörigen stolz sind, dass das Haus diesen Namen trägt und so Karl Plagge weiter im Gedächtnis der Universität und der Stadt bleibt.

Sich der Herkunft und Traditionen der TU Darmstadt zu vergewissern – das nahm 2017 breiten Raum ein. Aber auch der Blick in die Zukunft: Die Teilnahme an der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern hat ein hohes Engagement und die volle Konzentration Vieler erfordert – hoffen wir auf erfolgreichen Ertrag in 2018. Gleichzeitig haben sich alle Statusgruppen der Universität an der Diskussion zum „Zielbild TU 2030“ beteiligt, haben in Workshops und Online-Kommentierungen dargelegt, wohin sich die Universität entwickeln sollte und was ihre Stärken ausmacht. Der Autonomie-Status gehört zweifellos dazu. Die umfassende Eigenverantwortung der Universität war in diesem Jahr einer Bewährungsprobe ausgesetzt. Ich spiele auf die langen Tarifverhandlungen und die intensiven Gespräche mit dem Land um die Einführung des HessenTickets an. Wir haben aber auch für diese schwierige Situation, in der nicht nur wir, sondern auch die hessische Landesregierung wichtige Erfahrungen gesammelt haben, eine Lösung gefunden. Nach alledem kann man festhalten, dass die Autonomie für die TU Darmstadt ein sehr wertvolles Gut ist und bleibt.

Ich danke Ihnen alle für Ihre Leistungen und wünsche Ihnen, Ihren Familien und Freunden erholsame Festtage sowie Gesundheit, Freude und Erfolg im Jahr 2018.

Ihr Hans Jürgen Prömel
Präsident der TU Darmstadt

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