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05.02.2018

Gründungsideen umsetzen

TU fördert unternehmerische Kompetenzen schon im Studium

Professorin Carolin Bock leitet das Fachgebiet Gründungsmanagement am Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. Sie befasst sich in Forschung und Lehre mit Fragestellungen rund um das Thema Unternehmensgründungen, insbesondere Ausgründungen aus dem Umfeld der Universität und damit verbundene Fragen der Gründungsfinanzierung. Im Interview berichtet sie von ihrem Lehrangebot.

Professorin Carolin Bock in ihrem Seminar. Bild: Katrin Binner
Professorin Carolin Bock in ihrem Seminar. Bild: Katrin Binner

Welche Kompetenzen erwerben Studierende in Ihren Veranstaltungen am Fachgebiet Gründungsmanagement?

In den Vorlesungen lernen Studierende auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse und anhand reeller Beispiele verschiedenste Aspekte zu verstehen und zu bewerten, die mit einer Gründung oder späteren Tätigkeit als unternehmerisch denkender Manager zusammenhängen – von der Ideenfindung über Finanzierungsmöglichkeiten bis hin zu Internationalisierungsstrategien. In meinem Seminar »Start-up Community Darmstadt« dürfen die Studierenden »spielerisch« eine Gründungsidee umsetzen und werden durch zahlreiche Praxisexperten gecoacht.

Welche gründungsrelevanten Lehrangebote gibt es an der TU Darmstadt?

Neben den Veranstaltungen meines Fachgebiets Gründungsmanagement, die sich alle auf Gründungen oder Gründungsfinanzierung beziehen, gibt es zum Beispiel bei den Professoren Benlian, Buxmann, Kock, Stock-Homburg und Zacharias am Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften relevante Angebote. Ein Wahlfach Entrepreneurship & Innovation soll es in allen Fachbereichen geben, einzelne Veranstaltungen können bereits in vielen Studiengängen eingebracht werden. Auch unser Gründungszentrum HIGHEST bietet ein Zusatzangebot, bei dem TU-Angehörige ihre unternehmerischen Kompetenzen gezielt schulen können.

Spüren Sie, dass sich die Gründerkultur an der TU durch Ihre Lehrangebote verstärkt hat? Gibt es dafür konkrete Beispiele?

Ja, hierfür gibt es Anhaltspunkte. Zum einen gibt es reges Interesse an meinen Seminaren, in denen Studierende Gründungsideen ausarbeiten. Zwei Teams aus dem letzten Seminar – CookMe und Harvey – verfolgen gerade ihre Idee weiter und wurden für das seTUp-Förderprogramm der TU ausgewählt. Zum anderen hatte ich bei meinem ersten Anbieten von »Grundlagen des Entrepreneurship« circa 70 Teilnehmer, im zweiten Jahr bereits 220, im dritten Jahr nun über 280 – und das aus allen Fachbereichen.

Blühende Ideen

Team Harvey: Fabian Jacobfeuerborn, Marius Haefele, Sven Siebeneicher (auf dem Bildschirm), Kai Suchanek und Florian Staubach (v.li.). Bild: Harvey
Team Harvey: Fabian Jacobfeuerborn, Marius Haefele, Sven Siebeneicher (auf dem Bildschirm), Kai Suchanek und Florian Staubach (v.li.). Bild: Harvey

Fünf TU-Studenten möchten mit dem intelligenten, mit Sensorik ausgestatteten Indoor-Garten „Harvey“ den grünen Daumen in jedes Heim bringen.

Wohl jeder kennt das Problem: Man möchte sich eine schmackhafte Caprese zubereiten, aber das Basilikum, das man vor nicht mal einer Woche im Supermarkt gekauft hat, lässt schon wieder die Blätter hängen. Florian Staubach, Marius Haefele, Kai Suchanek, Fabian Jacobfeuerborn und Sven Siebeneicher arbeiten daran, dass dieser wenig appetitanregende Anblick bald der Vergangenheit angehört: Die Lösung ist ein smartes Kräuter- und Zierpflanzenbeet namens Harvey.

Die fünf Masterstudenten in den Studiengängen Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsingenieurwesen taten sich beim Seminar „Start-up Community Darmstadt“ von Professorin Carolin Bock zusammen und entwickelten ihre Start-up-Idee. „Wir waren beim Seminar dabei, weil wir alle eine Faible für Gründungen haben“, sagt Kai Suchanek. „Unsere Praktikumserfahrungen in großen Unternehmen haben uns wegen der starren Strukturen dort eher abgeschreckt.“

Die Idee zu Harvey entstand bei einem Brainstorming: „Mit dem Problem, dass Küchenkräuter schnell eingehen, konnte sich spontan jeder von uns identifizieren“, sagt Marius Haefele. „Und unsere Kenntnisse im Bereich 3D-Druck konnten wir darauf auch anwenden.“ So entstand im 3D-Druckverfahren der Prototyp von Harvey.

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