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26.10.2018

Neugier und Forscherdrang fördern

Lernlabor Livfe BioLab jetzt im Regelbetrieb

Die TU Darmstadt betreibt unterstützt von der Merck Schulförderung ein Biologie-Lernlabor, das nach einer zweijährigen Pilotphase nun den Regelbetrieb aufgenommen hat. Der professionelle Lernort kann gleich doppelt punkten: Er fördert sowohl das naturwissenschaftliche Interesse von Schülerinnen und Schülern als auch die Ausbildung von Lehramt-Studierenden.

Lernlabor Livfe BioLab – Eine Kooperation der TU Darmstadt und MERCK Schulförderung. Bild: Livfe BioLab
Lernlabor Livfe BioLab – Eine Kooperation der TU Darmstadt und MERCK Schulförderung. Bild: Livfe BioLab

In den vergangenen zwei Jahren ist auf dem Campus Botanischer Garten ein hochmodernes biologisches Lernlabor entstanden, das die naturwissenschaftliche Bildung in der Region nachhaltig unterstützt. Maßgeblich dazu beigetragen haben zahlreiche Arbeitsgruppen aus dem Fachbereich Biologie, viele Lehramtstudierende sowie Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler aus der Umgebung.

„Für uns war eine Grundvoraussetzung, dass wir nicht nur unser bisheriges Angebot für interessierte Schülerinnen und Schüler professionalisieren, sondern auch einen Mehrwert für unsere Lehramtsstudierenden erzeugen“, sagt Professor Heribert Warzecha vom Fachbereich Biologie, Mitinitiator des Programms.

Geleitet wird das Lernlabor von Dr. Guido Klees, der zuvor acht Jahre in der Lehramtsausbildung mit den Schwerpunkten Humanbiologie, digitale Medien und experimenteller Biologieunterricht in Frankfurt tätig war. Wir haben mit ihm über die bisherigen Erfahrungen und weiteren Pläne des Lernlabors gesprochen.

Dr. Guido Klees, Leitung Merck livfe BioLab.
Dr. Guido Klees. Bild: Fachbereich Biologie

Was steck hinter den Überlegungen, ein Lernlabor ins Leben zu rufen?

Mit dem Aufbau des biologischen Lernlabors ist es gelungen, einen Ort zu gestalten, der Schülerinnen und Schülern einen Einblick in die aktuellen Methoden heutiger biologischer Forschung ermöglicht. Als Schülerlabor, zur Unterstützung der Lehrkräfte, orientieren sich die Labortage thematisch am Lehrplan des gymnasialen Bildungsgangs des hessischen Kultusministeriums und stellen ein Erweiterungsangebot zur Ergänzung des schulischen Biologieunterrichts dar. Uns ist es wichtig, einen außerschulischen Lernort darzustellen und gleichzeitig einen Bezug zur Forschung unseres Fachbereichs herzustellen. Beim Aufbau des Lernangebots wurde das Labor daher auch von mehreren Arbeitsgruppen am Campus aktiv unterstützt.

Im Rahmen der Lehramtsausbildung schätzen unsere Lehramtsstudierenden den frühzeitigen Kontakt mit Schülerinnen und Schülern, der es ihnen ermöglicht, sich in konkreten Unterrichtssituationen zu erproben. Die Aufgabenstellungen in den Seminaren reichen von der didaktischen Konzeption experimentellen Biologieunterrichts und dessen Betreuung bis hin zur Anfertigung fachdidaktischer Forschungsarbeiten.

Wie bewerten Schüler und Lehrkräfte das Angebot?

Von den Schulen werden die Labortage sehr gut angenommen und bewertet. Durch die Anlehnung der Labortaginhalte an den schulischen Unterricht erhalten die Lehrerinnen und Lehrer Anknüpfungspunkte zum Unterricht, der so im Lernlabor erweitert und ergänzt wird.

Schon über 2300 Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit genutzt, mit modernen Forschungsgeräten eigenständig Experimente durchzuführen und so einen Einblick in den Erkenntnisweg der Biologie zu bekommen. Die Abläufe wurden in den letzten zwei Jahren immer wieder optimiert, so dass sie nun für den Regelbetrieb ausgereift sind. Das Labor verfügt seit Kurzem auch über eigene Räumlichkeiten, so dass die Anzahl von Labortagen noch einmal erhöht werden konnte. Die Anfragen übersteigen das Angebot dennoch bei Weitem.

Wie soll die Arbeit des Labors zukünftig aussehen?

Zur weiteren Optimierung der Angebote werden die Labortage fachdidaktisch erforscht und überprüft, um sie stetig nach lerntheoretischen Maßgaben weiterzuentwickeln. Das Angebot soll dabei sukzessive erweitert werden, um so innovative Experimente für den Unterricht aufzuzeigen. In Zukunft soll das Lernlabor zudem fester Bestandteil der studentischen Lehre werden, um an der TU die Lehramtsausbildung weiter zu optimieren. Einen nächsten Schritt stellt die Konzeption und Entwicklung von Lehrerfortbildungen dar.

Gibt es gemeinsame Projekte mit den anderen Schülerlaboren der TU?

Wir arbeiten eng mit dem Juniorlabor in der Chemie zusammen, um fächerübergreifende Lehransätze zu verfolgen. Hierzu wurde schon ein Labortag gemeinsam entwickelt, der regelmäßig angeboten wird.

Lernlabore an der TU Darmstadt

An der TU Darmstadt gibt es insgesamt vier Schülerlabore, davon zwei in enger Kooperation mit dem Unternehmen Merck KGaA – seit 2008 das Merck-TU Darmstadt-Juniorlabor im Fachbereich Chemie, das bislang weit mehr als 16.000 Kinder und Jugendliche angezogen hat, sowie seit 2016 das Experimental- und Lernlabor Livfe BioLab im Fachbereich Biologie. 2017 wurde ein DLR School Lab eröffnet. Hier können Schülerinnen und Schüler die faszinierende Welt der Forschung und Technik entdecken und selbst Experimente mit konkreten Bezügen zu aktuellen Projekten aus Luftfahrt, Raumfahrt und Robotik durchführen. Außerdem bietet das Grüne Klassenzimmer Kinder- und Jugendgruppen die Gelegenheit im Botanischen Garten der TU zu Themenfeldern aus Botanik und Ökologie zu forschen, zu experimentieren und zu lernen.

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