Generalsanierung Schloss – Stand der Dinge

Abschluss der Arbeiten für 2020 geplant

2016/07/27 von

Mit der Sanierung und dem Umbau im Inneren des Residenzschlosses arbeitet die TU in der Innenstadt an einem Großprojekt. Einziehen sollen hier einmal das Präsidium, der Fachbereich Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften sowie Teile der zentralen Verwaltung. Nach drei Jahren Bauzeit ist Zeit für eine Bilanz. Dr. Manfred Efinger, Kanzler der TU, und Edgar Dingeldein, Leiter des Dezernats Baumanagement und Technischer Betrieb, beantworten die wichtigsten Fragen.

Bislang haben die Arbeiten weitgehend im Inneren und „im Untergrund“ des Schlosses, aber an vielen Stellen auch schon an den Außenfassaden stattgefunden. Wichtige Meilensteine sind abgeschlossen:

• Umfangreiche und aufwändige Gründungsinstandsetzung: Das Schloss steht jetzt auf sicherem Fundament;

• das Wallhaus ist fertiggestellt;

• die Wallbrücke ist saniert;

• die Osthälfte des Schlossgrabens ist instandgesetzt;

• die Sanierung des Glockenbaus (mit Ausnahme des Bereichs des Schlossmuseums) ist abgeschlossen;

• in den Herrenbau ist im Februar 2016 das Deutsche Polen-Institut eingezogen, im Juni fand die offizielle Eröffnungsfeier statt. Das Gebäude ist insgesamt zu 80 Prozent fertiggestellt;

• Weißer-Saal-Bau, Prinz-Christians-Bau, Kaisersaalbau: Der Schlosskeller ist saniert und seit März 2016 wieder geöffnet; in diesen Gebäuden ist bislang die Haustechnik (Heizung-Lüftung-Sanitär-Elektro-EDV) für den Betrieb des Schlosskellers und für die Räumlichkeiten im angrenzenden Herrenbau erneuert worden;

• die Natursteinarbeiten am Herrenbau und Teepavillon Nord sind abgeschlossen;

• die Bauteilerkundungen und haustechnischen Bestandserfassungen aller Gebäudeteile sind abgeschlossen.

Die Gesamtsanierung ist in zwei große Bauabschnitte aufgeteilt. Die Baugenehmigung für den 1. Bauabschnitt (Altschloss) liegt vor. Der Bauantrag für den 2. Abschnitt (Neuschloss) ist zur Genehmigung bei der Bauaufsichtsbehörde eingereicht.

• Die neuen Räumlichkeiten des Schlossmuseums im Glockenbau in Verbindung zum Kirchenbau werden saniert;

• Arbeiten an der Außenhülle und in den Innenräumen des Weißer-Saal-Baus, des Prinz-Christians-Baus und des Kaisersaalbaus;

• Restarbeiten zur Fertigstellung des Herrenbaus;

• Wallanlage, Nord- und Südbastion: Die historischen Anlagen werden wiederhergestellt; im Herbst werden die noch ausstehenden Baumpflanzungen vorgenommen;

• Nordbastion: Der Zugang ist derzeit gesperrt, da sich während der Landschaftsbauarbeiten Schäden an der Deckenkonstruktion gezeigt haben. Eine Sanierungsplanung dazu läuft;

• De-La-Fosse-Bau: derzeit Haustechnikplanung;

• Außen- und Freianlagen: Sämtliche Grundleitungen und Kanalanschlüsse des Schlossensembles werden aufwändig analysiert.

In Kürze wird mit den Bauarbeiten am Süd-Ost-Pavillon des De-La-Fosse-Baus begonnen, zunächst starten Fassadenarbeiten.

Die Wiederherstellung des Schlossgrabens wird auf der westlichen Seite zwischen Wallbrücke und Parforce-Brücke fortgesetzt, dieser Abschnitt soll 2017 wieder geöffnet werden. Danach schließt sich der letzte Bauabschnitt Schlossgraben (Richtung Marktplatz) an.

Nein. Das ist für die TU eine unbefriedigende Situation. Nach jetziger Planung ist mit dem Abschluss der Gesamtsanierung im Laufe des Jahres 2020 – statt wie ursprünglich geplant 2016 – zu rechnen.

Wir haben in das mit der Generalplanung beauftragte externe Büro großes Vertrauen gesetzt. Es hat sich im Laufe der Zeit gezeigt, dass die Planungs- und Bauleistungen nicht durchgehend den Erwartungen und Anforderungen entsprochen haben. Rückblickend stellen wir selbstkritisch fest, zu spät eingegriffen zu haben. Nunmehr sind Konsequenzen gezogen worden – die Organisationsstruktur in der externen Generalbauplanung ist verändert worden.

Die Sanierungsarbeiten werden abschnittsweise fertiggestellt, in sich abgeschlossene Bereiche werden also nach und nach wieder frei gegeben. Nach aktuellem Stand sind folgende Meilensteine angestrebt:

• Fertigstellung der Gebäude Herrenbau, Weißer-Saal-Bau, Prinz-Christians-Bau und Kaisersaalbau (S3|13): 2017

• Ende Ausbau der Bibliothek im De-La-Fosse-Bau (S3|12): 2018

• Ende Ausbau der Magazingeschosse Süd (Bibliothek) im De-La-Fosse-Bau: 2019

Nach Abschluss dieses gesamten Pakets zieht der gesamte Fachbereich Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften (FB 2) ein – erstmals unter einem Dach vereint.

• Gesamtfertigstellung Westflügel De-La-Fosse-Bau: 2020

Dann ziehen das Präsidium und Teile der zentralen Verwaltung ein.

Ja. Das Baubudget für die Sanierung beträgt 41 Millionen Euro und fußt auf einem Sanierungsgutachten und dem im Jahr 2007 von der TU Darmstadt im Rahmen der Bauautonomie angemeldeten Bedarf. Für die Einrichtung der Fachbereichsbibliothek im De-La-Fosse-Bau stellt das Land weitere 3,4 Millionen Euro bereit.

In die ehemaligen Räume der Universitäts- und Landesbibliothek (ULB) ziehen das Präsidium, der Fachbereich Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften (FB 2) sowie Teile der zentralen Verwaltung ein. Die ehemaligen Lesesäle der ULB und Teile des Süd-Ost-Flügels des De-La-Fosse-Baus sind für die Bereichsbibliothek des Fachbereichs vorgesehen. Weitere Lesesäle werden als Seminarraum und Senatssaal genutzt werden. Im Frühjahr 2016 ist das Deutsche Polen-Institut in den Herrenbau eingezogen. Der Schlosskeller im Untergeschoss der Gebäude Weißer-Saal-Bau und Prinz-Christians-Bau und das Schlossgarten-Café sind nach wie vor Mieter im Schloss.

Die angemieteten Immobilien stehen weiterhin als Ausweichfläche für künftige Sanierungsprojekte der TU Darmstadt zur Verfügung.

Ein ungehinderter Durchgang ist 2020 nach Abschluss der Gesamtsanierung wieder möglich.