Verantwortung gemeinsam tragen

Gleichberechtigte Elternschaft

Viele Eltern wünschen sich, Erwerbsarbeit, Sorgearbeit und Care-Arbeit partnerschaftlich zu teilen. Im Alltag zeigt sich jedoch häufig, dass dieser Anspruch nach der Geburt eines Kindes unter Druck gerät: Aufgaben, Zuständigkeiten und Verantwortung verteilen sich oft ungleicher, als Paare es ursprünglich geplant oder gewünscht haben.

"Tag der berufstätigen Eltern"

Der „Tag der berufstätigen Eltern“ am 16. September würdigt Mütter und Väter, die Beruf und Familienverantwortung täglich miteinander vereinbaren. Er macht sichtbar, dass Eltern nicht nur Erwerbsarbeit leisten, sondern auch Sorgearbeit tragen, und dass gute Vereinbarkeit vor allem Anerkennung, verlässliche Rahmenbedingungen und faire Aufgabenteilung braucht.

Gerade im wissenschaftlichen und universitären Kontext ist eine partnerschaftliche Gestaltung von Sorgearbeit, Care-Arbeit und beruflicher Entwicklung oft herausfordernd: Befristete Verträge, Karriereunsicherheit, Mobilitätserwartungen, Publikations- und Drittmittellogiken sowie eine Kultur hoher Verfügbarkeit treffen auf Familienaufgaben, die nicht immer planbar sind.

Impulsvortrag + Workshop für Wissenschaftler:innen

Am 16. und 17. September nehmen wir mit unserer Veranstaltungsreihe zu „Equal Parenting – Gleichberechtigte Elternschaft" dieses Spannungsfeld in den Blick. Im Mittelpunkt stehen Care-Arbeit, Mental Load und die Frage, wie Verantwortung, berufliche Anforderungen und wissenschaftliche Entwicklung bewusster verhandelt und gerechter verteilt werden können.

Die Reihe richtet sich an Wissenschaftler:innen der TU Darmstadt und an alle Interessierten, die sich mit der Vereinbarkeit von Wissenschaft und Elternschaft beschäftigen möchten.

Die Einladung (PDF) zur Veranstaltung finden Sie hier. (PDF-Datei) (wird in neuem Tab geöffnet)

Referentin:

Dr. Lena Eckert ist Genderwissenschaftlerin, Schreibcoach und Weiterbildnerin mit den Schwerpunkten Gender, Vereinbarkeit und Diversity.

Sie ist Gründerin des icp – institute for critique and practice und Co-Gründerin des Netzwerks Mutterschaft und Wissenschaft.

Mehr als gemeinsame Familienzeit

Gleichberechtigte Elternschaft zeigt sich nicht nur darin, ob beide Eltern Zeit mit ihren Kindern verbringen. Entscheidend ist auch, wer kurzfristig reagiert, berufliche Termine verschiebt, Kinderkranktage übernimmt, Betreuungslücken auffängt und die mentale sowie organisatorische Verantwortung für den Familienalltag trägt.

Eine aktuelle Analyse des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung zeigt, dass Väter häufiger interaktive und freizeitnahe Aufgaben übernehmen – etwa Spielen, Zubettbringen oder gemeinsame Aktivitäten. Zeitgebundene und weniger planbare Aufgaben wie Mahlzeiten zubereiten, Kinder anziehen oder die Betreuung kranker Kinder werden dagegen seltener gleichermaßen übernommen.

Für den beruflichen und wissenschaftlichen Alltag ist dieser Unterschied zentral: Planbare Aufgaben lassen sich häufig leichter mit Arbeitsanforderungen vereinbaren als kurzfristige Sorgearbeit. Wenn diese Verantwortung ungleich verteilt bleibt, wirkt sich das auf berufliche Entwicklung, Sichtbarkeit, Belastung und Teilhabe aus.

Gemeinsam Gleichstellung gestalten

Das Netzwerk „Männer für Gleichstellung“ richtet sich an alle, die sich für Chancengleichheit an der TU Darmstadt engagieren möchten. Es bietet Raum für Austausch, neue Perspektiven und gemeinsame Ideen – unabhängig von Funktion oder Vorkenntnissen.

Netzwerk "Männer für Gleichstellung"