Equal Care Day am 29. Februar/1. März macht Care-Arbeit sichtbar

Anerkennung von unbezahlter Sorgetätigkeit

16.02.2026 von

Am 29. Februar ist Equal Care Day – ein Tag, der nur alle vier Jahre im Kalender steht. In den anderen Jahren wird dieser Tag am 1. März begangen. Denn dieser ansonsten unsichtbare Tag macht darauf aufmerksam, dass Care-Arbeit strukturell ungleich verteilt ist, und setzt sich für eine gerechte Aufteilung und stärkere Anerkennung von Sorgearbeit ein: Denn Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen oder Hausarbeit wird nach wie vor überwiegend von Frauen übernommen. Sie bleibt häufig unsichtbar, unzureichend anerkannt und ist oft schlecht oder gar nicht bezahlt.

Der Gender Care Gap beschreibt den prozentualen Unterschied in der unbezahlten Sorgearbeit zwischen Frauen und Männern. So zeigen die Ergebnisse der Zeitverwendungserhebung des Statistischen Bundesamtes dass Frauen im Jahr 2022 im Durchschnitt rund 44,3 % mehr unbezahlte Arbeit geleistet haben als Männer.

Und diese strukturelle Ungleichverteilung hat konkrete Folgen für die wirtschaftliche und soziale Situation von Frauen: Sie arbeiten häufiger in Teilzeit oder unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit, was sich unmittelbar auf Einkommen und Karrierechancen auswirkt und den Gender Pay Gap verstärkt. Geringere Verdienste und kürzere Erwerbsbiografien führen zudem zu niedrigeren Rentenansprüchen, so dass das Risiko von Altersarmut steigt.

Care-Arbeit ist deshalb keine rein private Angelegenheit, sondern eine zentrale Voraussetzung für das Funktionieren von Gesellschaft und Wirtschaft. Denn sie schafft die Grundlage dafür, dass Erwerbsarbeit überhaupt möglich ist: Wer Kinder betreut, Angehörige pflegt oder den Haushalt organisiert, hält anderen den Rücken frei. Zudem gleicht unbezahlte Sorgearbeit strukturelle Engpässe wie fehlende Betreuungs- oder Pflegeangebote aus.

In der Folge „Gender Care Gap – Wer kümmert sich eigentlich?“ aus dem Podcast „fuTUre students – Studieren an der TU Darmstadt“ spricht die Host-Redaktion deshalb mit Expertinnen von der Servicestelle Familie und der Servicestelle Teilzeitstudium, Studieren mit Kind über diese Themen. Sie erläutern, was der Gender Care Gap bedeutet, welche Rolle der Equal Care Day spielt und wie sich diese Herausforderungen auch im Universitätsalltag zeigen. Darüber hinaus werden Unterstützungs- und Beratungsangebote der TU Darmstadt für Studierende und Beschäftigte mit Betreuungs- und Pflegeverantwortung vorgestellt.

Hier anhören: „Gender Care Gap – Wer kümmert sich eigentlich?“