Energiekonzept

Wie sieht das Energiekonzept an der TU Darmstadt aus?

Umweltschutz und Energiemanagement waren schon lange bevor dies im Zuge der Umweltbewegung in den 90er Jahren zum Trend avancierte ein Thema an der TU Darmstadt (damals noch Technische Hochschule Darmstadt): So stellte die TU Darmstadt beispielsweise bereits 1985 bis 1987 die Abfallbeseitigung im Rahmen eines vom Land Hessen geförderten Modellprojekts auf eine getrennte Wert- und Schadstofferfassung um. Damit war die TU Darmstadt die erste Universität, die eine Papierentsorgung hatte und die Altglas und Sondermüllkleinmengen getrennt sammelte.

Der Grundstein

Mai 1994: Der ehemalige TU-Energiebeauftragte (bis 2010) Michael Nitze mit seinem "Meilenstein". Erstmalig konnte die TU Darmstadt im Rahmen des Globalhaushaltes eingesparte Energiegelder direkt in weitere Energiesparmaßnahmen investieren. Foto: Michael Nitze
Mai 1994: Der ehemalige TU-Energiebeauftragte (bis 2010) Michael Nitze mit seinem „Meilenstein“. Erstmalig konnte die TU Darmstadt im Rahmen des Globalhaushaltes eingesparte Energiegelder direkt in weitere Energiesparmaßnahmen investieren. Foto: Michael Nitze

Etwa in der gleichen Zeit, im Jahr 1986, legte eine interdisziplinäre Projektstudie des Fachbereichs Architektur den Grundstein für das Energiekonzept der TU Darmstadt. Im Zeitraum von Oktober 1986 bis Dezember 1988 wurden Gebäudestand, Betrieb sowie Nutzung analysiert, Maßnahmen erarbeitet und daraus ein Energiekonzept entwickelt, das eben sowohl lohnende Maßnahmen listet als auch eine konkrete Umsetzungsstrategie enthält.

So wurde im Laufe der zwei Jahre jeweils ein Sanierungshandbuch für 20 TU-Gebäude mit Vorschlägen für Maßnahmen entwickelt, die einen effizienteren Einsatz von Energie garantieren. Bei der integralen Planung wurden gleichermaßen bauliche, technische, gestalterische, wirtschaftliche und energetische Aspekte berücksichtigt.

Denn genau das ist die Philosophie von integraler Planung: Alle Aspekte müssen optimal ineinandergreifen, um Qualität und Kosten-/Nutzenrelation sicherzustellen bei gleichzeitiger Verbesserung der Nutzerbedingungen.

Dies wurde konsequent weitergeführt, und so gibt es inzwischen für jedes der TU-Gebäude einen energetischen Maßnahmenkatalog mit konkreten Vorschlägen zu lohnenden Schritten wie Änderungen an der Gebäudehülle, technische Sanierungen, Anlagenerneuerung usw. Darüber hinaus werden mit Hilfe von in über zwei Jahrzehnten erworbenen Erfahrungswerten und nachprüfbaren Messdaten Maßnahmen bewertet und im Katalog eine Prioritätenliste zur strategisch sinnvollen Umsetzungsreihenfolge einzelner Schritte bereitgestellt.

Im Energiekonzept sind die Gebäude in ihren Merkmalen erfasst und analysiert in den charakteristischen Einheiten, aus denen sich auch der theoretisch ermittelbare Betriebsmittelverbrauch errechnen lässt: Gebäudehülle, Haustechnik und Nutzungsbedingungen einschließlich Forschungseinrichtungen. Findet eine Baumaßnahme an einem Gebäude statt, muss das Energiekonzept bei der Planung und Umsetzung auch berücksichtigt werden. Für Neubauten gilt an der TU Darmstadt der Grundsatz: „Immer besser sein als gesetzlich gefordert.“

Erwähnenswert ist im Übrigen das Gebäudemanagement der TU Darmstadt, bei dem sämtliche Gebäude auf die Anforderungen des TU-eigenen Blockheizkraftwerks abgestimmt werden.

Erfolgskontrolle – das Ergebnis kommt auf den Prüfstand

Am Ende jedes Projekts steht natürlich die Erfolgskontrolle. Waren die Maßnahmen wirklich effizient? Messungen und Prüfungen der Hardware (z. B. Zähler) bzw. die Kontrolle der Verbrauchszahlen und der Vergleich des tatsächlichen Verbrauchs mit der Prognose dienen nicht nur der Überprüfung bereits abgeschlossener Maßnahmen, sondern sind auch wichtige Erfahrungswerte, die in künftige Projekte miteinfließen. Nur auf diese Weise können wir unser Know How täglich verbessern.

Wichtige Etappen und Pfeiler des TU-Energiekonzepts