Brauchwasseranlage

Wasser sparen dank Brauchwasseranlage

Seit Juli 1993 hat die TU Darmstadt eine Brauchwasseranlage, die im Eingangsbereich der Lichtwiese vor den Wasserbauhallen und dem Parkdeck des Bauingenieurkomplexes zu finden ist. Aufbauend auf dem Trennsystem im Abwasserbereich, bei dem Regen-/Drainagewasser und Schmutzwasser durch getrennte und entsprechend gekennzeichnete Leitungen fließen, wird in der Anlage das Regen- und Drainagewasser aufbereitet, um es als Brauchwasser in den nahen Instituten in einem zweiten Versorgungsnetz als Kühl-, Toiletten- und Brauchwasser zu verwenden. Um den schwankenden Wasserverbrauch und das gleichbleibende Wasserangebot auszugleichen, gibt es übrigens ein unterirdisches Zwischenspeicherbecken auf der Lichtwiese.

Somit fließt das Wasser nicht ungenutzt in die städtische Kanalisation. Auf diese Weise gelingt es, jährlich rund 70.000 Kubikmeter wertvolles Trinkwasser einzusparen.

An die Aufbereitungsanlage angeschlossen sind das Institutsgebäude der Organischen und der Physikalischen Chemie, das der Chemischen Technologie und der anorganischen Chemie sowie die Gebäude des Maschinenbaus.

Auch das Entsorgungszentrum und der Neubau Materialwissenschaft wurden in der Zwischenzeit an die Brauchwasseranlage angeschlossen.

Seit dem 1. Mai 2002 werden außerdem die Mensa II, die große Bauingenieurhalle mit dem Institutsgebäude, die Maschinenbauhallen I und II und das Hochschulstadion mit Brauchwasser versorgt.

Ebenfalls am 1. Mai 2002 ging die neu geschaffene Versickerungsmulde in Betrieb, in die das überschüssige Regen- und Drainagewasser geleitet wird. Dadurch wird die Abwasserkanalisation entlastet.

Aber auch der Wasserverbrauch an sich konnte seit den 90er Jahren in allen Gebäuden gesenkt werden, sodass derzeit etwa ein Drittel des benötigten Wassers der TU Darmstadt über Brauchwasser gedeckt werden kann. In den mit Brauchwasser versorgten Gebäuden liegt der Trinkwasseranteil teilweise nur noch bei 15 Prozent.

Mit Hilfe der Brauchwasseranlage, durch weitere Maßnahmen aber auch durch das gewachsene Umweltbewusstsein der Menschen an der TU Darmstadt und damit geänderte Verhaltensweisen konnte der Gesamtverbrauch von Wasser seit 1983 von knapp 600.000 Kubikmeter (m3) auf weniger als die Hälfte reduziert werden. Konkret heißt das: Die TU Darmstadt hatte etwa im Jahr 2007 einen Gesamtwasserverbrauch von 246.850 m3.

Hinweise

  • Alle Wasserhähne und Leitungen, die an das Brauchwassersystem angeschlossen sind, sind gekennzeichnet: Auf den Rohrleitungen weisen Banderolen mit der Aufschrift „Brauchwasser“ auf die Herkunft des Wassers hin, an den Wasserhähnen finden sich Schilder mit der Aufschrift „Brauchwasser – Kein Trinkwasser“. Wasserhähne ohne Kennzeichnung führen Trinkwasser.
  • Damit die Aufbereitungsanlage störungsfrei arbeiten kann, dürfen sich Schmutz- und Regen-/Drainagewasser nicht vermischen. Da alle Gullies auf der Lichtwiese an die Regen- und Drainagewasserkanalisation angeschlossen sind, ist darauf zu achten, dass kein Benzin, Öl, Schutt oder sonstige Stoffe das Wasser verunreinigen und die Brauchwasseranlage schädigen.

Deshalb: Wer ausgelaufene oder unsachgemäß gelagerte Stoffe in der Nähe der Abflüsse sieht oder wem ähnliche Störfälle auffallen, wendet sich bitte direkt an das Dezernat V.