strom

Forschen, Recherchieren, Arbeiten – alles kostet Strom

Umspannwerk. Foto von Gaby Schönemann, Pixelio.de
Foto: Gabi-Schoenemann – pixelio.de

Wir leben im elektronischen Zeitalter. Aber: Keine Elektronik und Technik ohne Strom. Das gilt natürlich auch für Universitäten, insbesondere wenn es sich um eine technische Universität wie die TU Darmstadt handelt. Nicht nur, dass täglich tausende Menschen in der Lehre, Forschung und Verwaltung am PC recherchieren, Daten auswerten, Arbeiten und Präsentationen erstellen. Auch High-Tech-Einrichtungen, moderne Labore und Hochleistungsrechner lassen den Stromverbrauch stetig ansteigen.

Prozentuale Verteilung der Kosten auf die einzelnen Posten Strom, Wasser, Wärmeenergie
Prozentuale Verteilung der Energiekosten auf die einzelnen Posten Strom, Wärmeenergie und Wasser

Kein Wunder also, dass der Stromverbrauch mit 52 Prozent Anteil an den Energiekosten am stärksten in der Energiebilanz der TU Darmstadt zu Buche schlägt: So entstanden im Jahr 2007 Stromkosten in Höhe von 6.608.894 Euro, 2008 wurden 6.747.191 Euro fällig. In Verbrauchszahlen ausgedrückt heißt das: Im Jahr 2007 bezog die TU Darmstadt 41.283 Megawattstunden Strom und im vergangenen Jahr 41.898 Megawattstunden.

Der Stromverbrauch im Vergleich

Spezifischer Stromverbrauch pro Quadratmeter der TU Darmstadt 2008 im Vergleich mit dem Durchschnittswert eines Einfamilienhauses im Jahr 2000.
Spezifischer Stromverbrauch pro Quadratmeter der TU Darmstadt 2008 im Vergleich mit dem Durchschnittswert eines Einfamilienhauses im Jahr 2000.

Die TU Darmstadt verbrauchte im Jahr 2007 rund 118 Kilowattstunden Strom pro Quadratmeter und Jahr und im Jahr 2008 rund 124 KWh/m2/a. Ist das viel? Ist das wenig?

Ein anschaulicher Vergleich: Für ein Einfamilienhaus berechnet man einen durchschnittlichen Verbrauch von 29 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr und geht von einem durchschnittlichen jährlichen Gesamtverbrauch von ca. 4000 Kilowattstunden aus.

Mehrverbrauch drosseln, kostengünstig produzieren

Stromverbrauch der TU Darmstadt von 1990 bis 2008
Der Anstieg im Stromverbrauch der TU Darmstadt in den Jahren 2000 bis 2008 erklärt sich vor allem durch den Ausbau der IT und entsprechend mehr Kühlungsbedarf. Der Rückgang des Stromanteils aus Eigenerzeugung im Jahr 2000 erklärt sich durch den Abbau des alten Kraftwerks auf der Lichtwiese im vierten Quartal 2000, während dessen kein eigener Strom produziert wurde. Mit der Inbetriebnahme des neuen Kraftwerks im Januar 2001 steigt der Eigenanteil stetig.

Angesichts dieser Zahlen ist klar, beim Stromverbrauch und den Stromkosten besteht das größte Einsparungspotenzial. Mit Erfolg Stromenergie gespart hat die TU Darmstadt bereits in den vergangenen knapp 20 Jahren: Ausgehend vom Jahr 1990 bis ins Jahr 2008 hat es zwar eine Zunahme im Stromverbrauch von rund 10 Prozent gegeben; doch heutzutage gibt es auch viel mehr IT. Viel mehr Technik muss gekühlt werden, und rund 15 Prozent mehr Fläche kamen an der TU Darmstadt hinzu, darunter viele hochtechnisierte – und damit stromintensive – Gebäude.

Genau diese Entwicklung hätte jedoch zu einem noch höheren Zuwachs im Verbrauch führen können, ausgehend von der Gebäudebewertung müsste der Verbrauch der TU Darmstadt ca. 30 Prozent höher liegen. Dass die Erhöhung bei nur 10 Prozent liegt, daran hat das Energiekonzept einen nicht geringen Anteil (mindestens fünf Prozent Einsparung können auf Maßnahmen aus dem Energiekonzept zurückgeführt werden).

spezifische Stromwerte der TU Darmstadt von 1990 bis 2008
Gut zwei Drittel des Stroms, den die TU Darmstadt verbraucht, stellt sie inzwischen selbst aus Kraft-Wärme-Kopplung her.

Ein ebenfalls überraschendes Ergebnis der Gesamtentwicklung: Die Stromkosten für die TU Darmstadt sind relativ konstant geblieben. Angesichts der Zuwachsrate und steigender Strompreise hätten diese jedoch merklich steigen müssen. Aber: Die TU Darmstadt produziert im Kraftwerk Lichtwiese kostengünstigeren eigenen Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung.

Der vorübergehende Rückgang des Stromanteils aus Eigenproduktion im Jahr 2000 erklärt sich dadurch, dass im vierten Quartal 2000 das alte Kraftwerk abgebaut und durch das neue ersetzt wurde. Das neue Kraftwerk auf der Lichtwiese ging im Januar 2001 in Betrieb. Seither steigt der Stromanteil aus Eigenerzeugung konstant, wie die Grafiken zeigen. Inzwischen deckt die TU Darmstadt gut zwei Drittel ihres Strombedarfs aus Eigenerzeugung.

Die durch das „Kraftwerk Lichtwiese“ erzeugte Stromenergie deckt etwa zwei Drittel des Bedarfs der TU Darmstadt. Den restlichen Strombedarf (ca. 35%) deckt die TU Darmstadt seit dem 1.1.10 durch den Zukauf von 100% Ökostrom.

Mehr Infos zum Kraftwerk gibt es hier .