Wärme

Wärmeenergie für Heizung und Lüftung

Leere Stuhlreihen in der karo lounge warten auf Gäste.
Das neue Eingangsgebäude der TU Darmstadt „Karo5“

Mehr als 2200 Plätze stehen in neun Vorlesungssälen allein im „karo 5“ zur Verfügung. Um in solchen abgeschlossenen großen Räumen eine ausreichende Versorgung mit Frischluft für mehrere hundert schwer arbeitende Köpfe zu gewährleisten, ist eine gute Lüftungsanlage notwendig – nicht dass die Studenten vor Müdigkeit noch von den Stühlen kippen. Und damit Studierende und Mitarbeiter auch nicht frieren, müssen in den Wintermonaten mehr als 140 Gebäude an der TU Darmstadt und einige weitere Gebäude wie das Amtsgericht, das Regierungspräsidium sowie das neue und alte Finanzamt mit einer beheizten Bruttogrundfläche von etwa 333.000 Quadratmetern beheizt werden. Für all dies ist Wärmeenergie notwendig. Im Jahr 2008 verbrauchte die TU Darmstadt insgesamt 60.755 Megawattstunden (MWh) Wärmeenergie und musste dafür 5.798.102 Euro bezahlen.

Wärmedaten der TU Darmstadt von 1990 bis 2008
Wärmedaten der TU Darmstadt von 1990 bis 2008. Dargestellt sind sowohl die Heizenergieverbrauchsdaten als auch die klimebereinigten Daten.

2007 verbrauchte die TU Darmstadt 52.524 MWh (5.055.678 Euro). Der Anstieg im Folgejahr ist u. a. durch unterschiedliche Außentemperaturen zu erklären. Mal herrscht eben klirrende Kälte in einem langen Winter, mal ist der Winter kurz und lau. Somit sind die reinen Heizenergiezahlen nur bedingt vergleichbar und unterliegen wetterbedingten Schwankungen. Deshalb werden die Daten mit Hilfe von Heizgradtagen bereinigt. Sie beschreiben die Summe aller Temperaturdifferenzen zwischen der Heizgrenztemperatur (z. B. ab 15 Grad Celsius wird in Gebäuden geheizt) und der Außentemperatur in einer Heizperiode. Diese bereinigten Zahlen sind in der Grafik ebenfalls dargestellt.

Wie gut oder schlecht sind wir?

Durchschnittlicher Wärmeenergieverbrauch pro Quadratmeter an der TU Darmstadt im Vergleich mit unterschiedlichen Standards bei Einfamilienhäusern sowie dem Niedrigenergierichtwert für Hochschulen.
Durchschnittlicher Wärmeenergieverbrauch pro Quadratmeter an der TU Darmstadt im Vergleich mit unterschiedlichen Standards bei Einfamilienhäusern sowie dem Niedrigenergierichtwert für Hochschulen.

Um einzuschätzen, wie gut oder schlecht die TU Darmstadt in ihrer Energiebilanz in Sachen Wärmeenergie dasteht, gibt eine Groberfassung einen Überblick: Dabei wird der Gesamtverbrauch auf die Quadratmeter umgerechnet. Die TU Darmstadt kommt auf einen Durchschnittswert von ca. 182 Kilowattstunden (KWh) pro Quadratmeter im Jahr 2008 und auf einen Wert von 158 KWh pro Quadratmeter im Jahr 2007.

Im Vergleich: Ein öl- oder gasbeheiztes Einfamilienhaus bzw. Wohnung älteren Baudatums kommt auf einen ähnlichen bzw. sogar höheren Durchschnittswert (180 bis 200 KWh/m2).

Einige der TU-Gebäude (z. B. Materialwissenschaften) weisen Werte von 85 KWh/m2 auf und liegen damit sogar deutlich unter dem Standard eines normalen Einfamilienhauses aus den 90er Jahren (100 KWh/m2) und entsprechen dem Niedrigenergiestandard für Hochschulen.

Das bedeutet, die TU Darmstadt kommt 20 Jahre nach Einführung des Energiekonzepts und nach gut 15 Jahren Umsetzung in Neubau und Sanierung, was den Verbrauch von Wärmeenergie angeht, zu einem guten Ergebnis. Besonders, wenn man berücksichtigt, dass einige mehr als 100 Jahre alte Gebäude zum Bestand der TU Darmstadt gehören und gleichzeitig, dass eine Universität wegen des höheren Installationsaufwandes im Forschungsbereich, bei Laboren und Lüftungsanlagen eigentlich um den Faktor 1,3 mehr Wärmeenergie verbrauchen dürfte als ein normales Einfamilienhaus, um trotzdem noch gut dazustehen. Die TU Darmstadt braucht diesen Toleranzpuffer nicht.

Den gesamten Bedarf an Wärmeenergie deckt das „Kraftwerk Lichtwiese“. Mehr Informationen gibt es hier .