Hochschulrat

Der Hochschulrat der TU Darmstadt

Nach § 6 TUD-Gesetz hat der Hochschulrat ein Initiativrecht zu grundsätzlichen Angelegenheiten, insbesondere in Fragen der Hochschulentwicklung, und übt Kontrollfunktionen aus. Der Hochschulrat besteht aus 10 externen Mitgliedern sowie aus einem Vertreter/einer Vertreterin des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst als ständigem Gast. Die Mitglieder des Rates werden von der Hessischen Landesregierung bestellt, für die Hälfte der Mitglieder hat die TU Darmstadt das Vorschlagsrecht.

Vorsitz des Hochschulrats

  • Vorsitzender: Prof. Dr.-Ing. Ernst M. Schmachtenberg
  • 1. Stellvertretende Vorsitzende: Dr. Marie-Luise Wolff
  • 2. Stellvertretender Vorsitzender: Prof. Dr. Bernd Reckmann

Mitglieder des Hochschulrats der TU Darmstadt:

Bild: ISRA VISION AG – © ISRA VISION AG
Bild: ISRA VISION AG

Herr Enis Ersü ist Gründer der ISRA VISION AG, ein international agierender Anbieter für industrielle Bildverarbeitung in den Bereichen 3D Robotersehen, Oberflächeninspektion und 3D Messtechnik, und zugleich deren Vorstandsvorsitzender seit dem Börsengang des Unternehmens im Jahr 2000. Nach dem Abitur an der Deutschen Schule Istanbul 1972 studierte er an der TU Darmstadt Regelungstechnik. Im Anschluss an das Studium folgten erste Tätigkeiten als Entwicklungsingenieur in der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie. Von 1979 bis 1984 arbeitete Enis Ersü als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet Regelsystemtheorie und Robotik an der TU Darmstadt. Unter der wissenschaftlichen Betreuung von Professor Henning Tolle und Professor Winfried Oppelt forschte er interdisziplinär am Transfer neurobiologischer Erkenntnisse auf technische Systeme.

Als besonderer Schwerpunkt rückte hierbei das maschinelle Sehen – Machine Vision – in den Fokus. 1985 gründete Enis Ersü das Unternehmen ISRA VISION als Spin-off aus der TU Darmstadt, um das erworbene Wissen in diesem Bereich zur Markreife zu führen und für die industrielle Anwendung verfügbar zu machen. Neben seiner beruflichen Tätigkeit hielt er von 2002 bis 2003 Vorlesungen im Rahmen der Stiftungsprofessur für Unternehmensgründungen an der TU Darmstadt. Enis Ersü ist nunmehr über drei Jahrzehnte in der Bildverarbeitung tätig. In dieser Zeit setzte er sich bei der VDMA-Fachabteilung Bildverarbeitung als Vorstand aktiv für die Belange der Branche ein. Darüber hinaus ist er Mitgründer der European Machine Vision Association und wurde mit ISRA u.a. mehrfach mit dem Hessischen Innovationspreis sowie in 2015 mit dem Innovationspreis der Deutschen Wirtschaft ausgezeichnet.

Herr Professor Dr. Detlef Günther ist ordentlicher Professor für Spurenelement- und Mikroanalyse an der ETH Zürich und seit 2015 Vizepräsident für Forschung und Wirtschaftsbeziehungen.

Seine Forschung konzentriert sich auf die Instrumenten- und Methodenentwicklung für die hochaufgelöste Spurenelementanalyse und die Bestimmung des Isotopenverhältnisses mittels Laserablation und induktiv gekoppelter Plasma-Massenspektrometrie.

Seine Arbeit ist in ~ 400 Forschungsartikeln dokumentiert und wurde mit dem Ruzicka Award (2002), dem European Award for Plasma Spectrochemistry (2003), dem Fresenius Award (2007), dem Lester Strock Award (2007) und dem Simon- ausgezeichnet. Widmer Award (2015). Er war „Einstein Fellow“ (2013-2015, Humboldt-Universität, Berlin, Deutschland) und erhielt 2013 das „Thousand Talent Fellowship“ (Wuhan University, China). 2014 wurde er zum Mitglied der Deutschen Akademie der Wissenschaften Leopoldina gewählt.

Herr Dr. Horst J. Kayser, geb. 1960 in Hildesheim, ist verheiratet und hat 3 erwachsene Kinder. Seit Anfang 2020 ist er Chairman der Portfolio Companies der SIEMENS AG in München und damit für verschiedene globale Geschäftseinheiten für elektro-mechanische Antriebslösungen, Generatoren und Logistiksysteme verantwortlich. Horst Kayser studierte Wirtschaftsingenieurwesen, technische Fachrichtung Elektrotechnik an der TH Darmstadt. Anschließend erwarb er als John J. McCloy Scholar den Master of Public Administration an der John F. Kennedy School of Government, Harvard University. 1992 wurde Horst Kayser an der Universität Mannheim in Betriebswirtschaftslehre zum Dr. rer. pol. promoviert. Seine berufliche Laufbahn begann Horst Kayser 1989 bei McKinsey & Company als Unternehmensberater zunächst in Deutschland, dann in Kanada und in den USA. 1995 wechselte er zur internen Unternehmensberatung der SIEMENS AG, München, Siemens Management Consulting (SMC), die er zuletzt leitete. Nach Positionen als President Industrial Automation Systems, Nürnberg und als CEO von Siemens Ltd. Seoul in Süd-Korea wurde Horst Kayser 2006 Leiter Corporate Strategies. Nach einer Tätigkeit als CEO von SIEMENS North-West Europe in London wechselte er als Vorsitzender des Vorstands zur KUKA AG, Augsburg, später als CEO zu AEG Power Solutions BV, Zwanenburg NL. 2013 kehrte Horst Kayser zu Siemens zurück und übernahm als Chief Strategy Officer die Leitung von Corporate Development mit Verantwortung für Strategy und Sustainability. Er war von 2009 bis 2015 Mitglied des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses von Kendrion N.V, Zeist, NL und von 2015 bis 2019 Mitglied des Aufsichtsrats der Siemens Healthcare GmbH. Er ist Vorsitzender des Aufsichtsrats der Flender GmbH, Bocholt sowie Mitglied des Aufsichtsrats der Siemens Logistik Gmbh und der Siemens Mobility GmbH.

Manfred Krupp

Herr Manfred Krupp wurde am 25. Februar 1956 in Troisdorf geboren, wuchs aber in Neuwied auf. Als freier Mitarbeiter der Rhein-Zeitung (1971-1976) arbeitete er bereits vor seinem Abitur (Abschluss 1974) in der Lokalausgabe Neuwied/Rhein mit. Im Anschluss an die Bundeswehrzeit (1974-1976) studierte Manfred Krupp Politik, Soziologie und Öffentliches Recht in Marburg und Gießen. In den Jahren 1983 bis 1984 war er als Studiengangplaner an der Universität/Gesamtschule Kassel tätig. Danach begann er sein Volontariat beim Hessischen Rundfunk (Fernsehen). Ab 1986 war er dort Fernsehredakteur. 1990 wurde Manfred Krupp landespolitischer Korrespondent und Leiter des hr-Fernsehstudios Wiesbaden. Ab 1996 leitete er die Abteilung der Hesseninformationen, in der er für das tägliche Regionalmagazin Hessenschau, den hr-Videotext und die Wahlberichterstattungen zuständig war. Als stellvertretender Chefredakteur beim Hessischen Rundfunk war er seit 1999 tätig. Die Gesamtleitung als Chefredakteur übernahm er am 01. April 2001. Vier Jahre später, am 01. April 2005, wurde er bereits zum Fernsehdirektor des Hessischen Rundfunks ernannt. Am 5. Februar 2016 erfolgte die Wahl zum Intendanten des Hessischen Rundfunks für sechs Jahre durch den Rundfunkrat. Dort ist er auch Hauptgeschäftsführer der hr werbung GmbH, Vorsitzender der ARD-Medienkommission, stv. Vorsitzender im Verwaltungsrat des DRA, Vorsitzender des Beirates der ARD/ZDF Medienakademie sowie AR-Mitglied in der Degeto und der AGF. Manfred Krupp lebt in Frankfurt, ist verheiratet und hat zwei Töchter.

Klara Nahrstedt

Frau Professorin Dr. Klara Nahrstedt ist seit 1995 Professorin am „Ralph und Catherine Fisher“-Lehrstuhl im Fachbereich Informatik der University of Illinois in Urbana-Champaign (USA). Sie erhielt 1985 ihr Diplom in Mathematik von der Humboldt-Universität zu Berlin. Im Jahr 1995 promovierte sie an der University of Pennsylvania (USA) im Fachbereich Informatik und Informationswissenschaft. Seit 2015 ist Klara Nahrstedt Direktorin der Interdisziplinären Forschungseinrichtung „Coordinated Science Laboratory“ (CSL) am Grainger College of Engineering an der University of Illinois, Urbana-Champaign. Von 2007 bis 2013 war sie Vorsitzende der ACM Special Interest Group in Multimedia. Sie war stellvertretende Vorsitzende vieler internationaler Konferenzen, einschließlich der ACM Multimedia 2006, der IEEE Percom (Internationale Konferenz für Pervasive Computing und Kommunikation) 2009, der ACM/IEEE IOTDI (Konferenz über das Internet der Dinge, Design und Implementierung) 2018 und 2019 und der IEEE SmartGridComm 2020. Ihre Forschungsinteressen sind Multimediasysteme, tele-immersive 3D-Systeme, End-to-End Quality of Service (QoS) und Ressourcenmanagement in großen verteilten Systemen und Netzwerken sowie Echtzeit-Sicherheit und Privatheit in cyber-physikalischen Systemen wie dem Stromnetz. Sie ist Mitautorin der weit verbreiteten Bücher „Multimedia: Computing, Communications and Applications“ (Prentice Hall) und „Multimedia Systems“ (Springer Verlag).

Klara Nahrstedt erhielt den Leonard-Abraham-Preis der IEEE Communication Society, ein Humboldt-Forschungsstipendium, den IEEE Computer Society Technical Achievement Award, den ACM SIGMM Technical Achievement Award, den Piloty-Preis der TU Darmstadt und den Grainger College of Engineering Drucker Award. Sie ist ACM-Fellow, IEEE Fellow, AAAS-Fellow und Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Deutschlands (Leopoldina).

Herr Professor Dr. Bernd Reckmann, Jahrgang 1955, studierte von 1976 bis 1984 Biochemie an der Leibniz Universität Hannover und schloss dort sein Studium mit der Promo­tion ab. Von 1984 bis 1986 war er als Mitarbeiter des Lehrstuhls für Biochemie an der Universität Bayreuth beschäftigt. Seine Laufbahn bei Merck begann er 1986 in der Diagnostika-Forschung. Nach verschiedenen Stationen in Marketing und Sales, folgte die Leitung der Sparte Life Science Products sowie die Leitung der Merck-Geschäfte in Korea. Von 2007 bis 29.04.2016 war Professor Reckmann Mitglied der Geschäftsleitung der Merck KGaA, zuletzt verantwortlich für die Sparten Performance Materials und Life Science. Zum 30.04.2016 schied er aus der Geschäftsleitung aus und wechselte in den E. Merck Vorstand.

Herr Professor Dr.-Ing. Ernst Schmachtenberg, Jahrgang 1952, studierte Maschinenbau an der RWTH Aachen und wurde 1985 am dortigen Institut für Kunststoffverarbeitung zum Dr.-Ing. promoviert. 1987 übernahm er die Leitung der Abteilung für Forschung und Entwicklung am Süddeutschen Kunststoff-Zentrum in Würzburg, danach die Leitung der Prüfanstalt. Nach einer zweijährigen Tätigkeit bei der Bayer AG wurde Schmachtenberg 1993 auf den Lehrstuhl für Kunststofftechnik der Universität-Gesamthochschule Essen und zum Geschäftsführer des Instituts für Kunststoffe im Maschinenbau GmbH berufen. Von 1996 bis 2000 wirkte er zusätzlich als Prorektor seiner Universität mit Zuständigkeit für Personal und Finanzen. Anschließend nahm er den Ruf auf den Lehrstuhl für Kunststoff-Werkstofftechnik an der RWTH Aachen an. 2006 wechselte er an die Universität Erlangen-Nürnberg, zwei Jahre später gewann er die Wahl zum Rektor der RWTH Aachen, 2014 wurde er im Amt bestätigt. Von 2010 bis 2013 war Schmachtenberg zugleich Präsident von TU9, von 2014 bis 2018 auch Präsident der IDEA League, einer Allianz der fünf Technischen Universitäten Aachen, Delft, Zürich, Chalmers und Mailand. Im Juli 2018 wurde Schmachtenberg feierlich aus dem Rektorenamt verabschiedet.

Prof. Dr. Ferdi Schüth

Herr Professor Dr. Ferdi Schüth wurde 1960 in Warstein geboren, ist verheiratet und hat zwei Töchter. Er studierte Chemie und Jura an der Westfälische-Wilhelms-Universität in Münster. 1984 machte er seinen Abschluss in Chemie um dann 1988 zu promovieren. Bis 1989 arbeitete er als Postdoc mit L.D. Schmidt an der University of Minnesota, Minneapolis (USA). Im gleichen Jahr absolvierte er auch das erste Staatsexamen in Jura. Nach fünfjähriger Tätigkeit als wissenschaftlicher Assistent an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz, davon ein halbes Jahr (1993) an der University of California in Santa Barbara, wurde Ferdi Schüth 1995 als Professor für anorganische Chemie an die Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt berufen. 1998 wechselte er als Direktor an das Max-Planck-Institut für Kohlenforschung. Von 2014 bis 2020 war er Vizepräsident der Max-Planck-Gesellschaft.
Ferdi Schüth erhielt im Laufe seiner Karriere verschiedene renommierte Preise wie z. B. den Preis des Stifterverbands der Deutschen Wissenschaft, den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis der DFG sowie den Wöhler-, den Hamburger Wissenschafts- und den Carl-Friedrich-von-Weizsäcker-Preis.
Darüber hinaus ist er Mitglied verschiedener redaktioneller Beiräte, Herausgeber der Zeitschrift Chemistry of Materials, Vorstandsmitglied der Dechema, seit 2012 Mitglied der Jury des Deutschen Zukunftspreises, deren Vorsitz er derzeit führt. Er ist Professor h. c. an der Dalian University of Technology (China) und Gründer der Firma hte AG (heute Teil der BASF).

Frau Professorin Dr. Margret Wintermantel, Jahrgang 1947, studierte Psychologie und Publizistik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und wurde 1972 zur Dr. rer. nat. promoviert. 1986 habilitierte sie sich im Fach Psychologie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, 1992 erhielt sie einen Ruf an die Universität des Saarlandes. Dort war sie von 1994 bis 1997 Vizepräsidentin für Lehre und Studium und von 2000 bis 2006 Präsidentin. Nachdem sie von 2001 bis 2006 Vizepräsidentin der Hochschul-
rektorenkonferenz für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs war, wurde sie 2006 hauptamtlich Präsidentin der HRK. Bis Dezember 2019 war Frau Professorin Wintermantel die Präsidentin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes. Sie ist Mitglied in mehreren wissenschaftlichen Beiräten und Kuratorien. Für ihr hochschulpolitisches Engagement wurde sie zum Ritter der Ehrenlegion ernannt und mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Bild Dr. Marie-Luise Wolff
Bild: ENTEGA AG

Frau Dr. Marie-Luise Wolff, studierte Anglistik und Musikwissenschaften in Deutschland, England und den USA und hat an der Universität zu Köln promoviert. Ihre Industrielaufbahn hat sie 1987 bei der Bayer AG im Bereich Unternehmenskommunikation begonnen. Von dort ist sie zu SONY Deutschland gewechselt, wo sie das Marketing-Ressort leitete. 1996 trat Dr. Wolff als Leiterin Unternehmenskommunikation in die VEBA AG, ein Vorgänger-
unternehmen der E.ON AG, ein. Zwischen 2002 und 2006 verantwortete sie die Unternehmensstrategie der E.ON Sales & Trading GmbH in München. 2006 wurde sie zur Geschäftsführerin der neu gegründeten E.ON-Vertriebs-
gesellschaft E WIE EINFACH Strom und Gas GmbH. Von Oktober 2009 bis Juni 2013 war Dr. Wolff Vorstand der Mainova AG. Sie verantwortete die Bereiche Energiebezug, -handel und Vertrieb. Zurzeit ist sie Vorstandsvorsitzende der ENTEGA AG Darmstadt. Frau Dr. Wolff ist in zahlreichen Gremien und Verbänden aktiv – sie ist unter anderem Vorstandsmitglied des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft, Mitglied des Kuratoriums der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Mitglied der Mitgliedervertretung der Gothaer Versicherungsbank VVaG, Vizepräsidentin und Vorsitzende das Ausschusses für Umwelt und Energie bei der IHK Darmstadt und Mitglied im Stiftungsrat der Schader-Stiftung.