The content of this page is only available in German.
Please go to German version of this page

Der südliche Schlossgraben wird zur Streuobstwiese

TU Darmstadt schließt Umgestaltung der Parkanlage ab

2023/11/08

Von Äpfeln und Birnen über Feigen bis hin zu Esskastanien: Die TU Darmstadt hat im Schlossgraben 18 neue Obstbäume gepflanzt und damit die Umgestaltung der Parkanlage abgeschlossen. Ausgewählt wurden heimische, insekten- und vogelfreundliche Sorten wie Elsbeere, Felsenbirne und Speierling. Platz finden daneben auch hitzeverträgliche Gehölze aus anderen Klimaregionen wie Mandel, Maulbeere und Kaki. Insgesamt wurden elf verschiedene Sorten gepflanzt.

Bei der Auswahl legte die TU großen Wert darauf, dass die neuen Bäume gut mit dem extremen Klima im Schlossgraben zurechtkommen müssen. Denn hier herrschen im Sommer besonders hohe Temperaturen und lange Trockenphasen, während im Winter erhöhte Frostgefahr besteht. Die Arten wurden deshalb – anders als bei anderen Pflanzaktionen – als Jungbäume angepflanzt, um sich ihrem Standort ideal anpassen zu können.

Mit der Pflanzaktion auf der Süd- und Südwestseite ist die Umgestaltung des Schlossgrabens abgeschlossen. In einem ersten Schritt war hier im Sommer dieses Jahres auf einer Fläche von 2.400 Quadratmetern eine artenreiche, mehrjährige Streuobstwiese aus regionalem Saatgut angelegt worden. Als weiterer Baustein folgte jetzt die Anpflanzung der Bäume. Zusätzlich wurde eine Trockenmauer zur Förderung von Reptilien angelegt; auch Bänke und Abfallbehälter werden noch aufgestellt.

Martin Lommel,
Kanzler der TU Darmstadt

Ich freue mich sehr, dass ich dieses Projekt nach 10 Jahren steter Pflege, Weiterentwicklung und Erweiterung nun mit dem letzten fertig gestellten Abschnitt abschließen darf. In den zurückliegenden Jahren haben sich neben meinem Vorgänger Dr. Manfred Efinger und den Kolleginnen und Kollegen aus dem Baudezernat und beauftragten Firmen auch viele weitere durch Spenden und tatkräftige Hilfe gekümmert. Ihnen allen gebührt Dank und Anerkennung!

Picture: Klaus Mai

Die Neugestaltung des Bereichs soll die biologische Vielfalt im städtischen Raum fördern, indem wertvolle Lebensräume geschaffen und aufgewertet werden. Die Umwandlung des gesamten Schlossgrabens zu einem Park hatte vor zehn Jahren begonnen. Finanziert wurde die Maßnahme aus Eigenmitteln der TU Darmstadt im Rahmen der Gesamtsanierung des Schlosses sowie aus Spenden.

Die nun gepflanzten Bäume sollen in einigen Jahren zur Obsternte in der Streuobstwiese einladen. Bei der Auswahl der Gehölze wurde die TU beraten von Dr. Deniz Uzman (Projekt „Grüner Campus“ des Büros für Nachhaltigkeit), von Martin Schaarschmidt, einem Experten für heimische Obstbausorten, sowie dem Landschaftsgärtner Johannes Ehlers. Der Fachbereich Biologie (AG Professor Andreas Jürgens) wird die Entwicklung der Wieseneinsaat vom kommenden Jahr an wissenschaftlich begleiten.

Hintergrund: Der Darmstädter Schlossgraben

Das Darmstädter Schloss war als Wasserschloss angelegt und seit seiner Gründung im 13. Jahrhundert von einem Wassergraben umgeben. Im 19. Jahrhundert wurde dieser trockengelegt, und dort entstand ein Botanischer Schau- und Lehrgarten, der 1830 aus Platzgründen in den Herrngarten umzog. Im Schlossgraben wurden ein kleiner Wildpark und ein Lustgarten eingerichtet.

Im Zweiten Weltkrieg entstanden auch am Schlossgraben enorme Schäden. 2013 begann die Neugestaltung, der erste Abschnitt wurde im Jahr darauf abgeschlossen.